Von | 2017-11-05T14:23:01+00:00 1. November 2017|Kreisliga|43 Klicks|

Enorm wichtiger Auswärtssieg

Abtswinds Zweite kann doch noch auswärts gewinnen

DJK Wülfershausen – TSV Abtswind II 0:2 (0:0)

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Spiel zwei in der „Englischen Woche“ mit drei Partien binnen sechs Tagen führte das Abtswinder Kreisliga-Team zum starken Aufsteiger DJK Wülfershausen. Lediglich 12 Spieler machten sich am Reformationstag auf den etwa 60 km weiten Weg in den Ortsteil von Wasserlosen. Abtswinds Spielertrainer Patrick Gnebner musste angesichts der schmalen Personaldecke die Mannschaft auf einigen Positionen umbauen und eine Spielphilosophie ausgeben, die es den Abtswindern ermöglichte, mit den Kräften hauszuhalten. Aber schon während der ersten Hälfte war Improvisation angesagt.

Mit Michael Rügamer besaßen die Jungs vom Friedrichsberg nur einen Ersatzspieler, der in Anbetracht seiner bald anstehenden Schulteroperation nur als buchstäblicher Notnagel zur Verfügung stand. Allerdings musste er bereits nach einer knappen halben Stunde sein Trikot überstreifen, da sich der als Innenverteidiger agierende Tobias Holzberger in einem Zweikampf am Knie verletzt hatte und nicht mehr weiterspielen konnte, sondern ins Krankenhaus gefahren werden musste.

Dieser folgenreiche Defensivzweikampf war für Tobias Holzberger und die gesamte Hintermannschaft der Gäste beileibe nicht der erste, denn insbesondere in der Anfangsphase der Begegnung war der Abtswinder Fokus vollkommen auf das Verteidigen ausgerichtet. Die Hausherren ließen Ball und Gegner laufen und verlagerten das Spielgeschehen beinahe ausschließlich in die Hälfte der Abtswinder. Erst nach etwa 20 Minuten gelang es den Gästen sich aus der Umklammerung der Platzherren zu befreien. Dass es in dieser Phase zu keinen nennenswerten Torgelegenheiten für Wülfershausen kam, war reines Teamwork und konzentrierte Arbeit gegen den Ball.

Insbesondere auf das Trainerduo Wülfershausens mussten die Gäste ein großes Augenmerk legen. Während Nikolai Wolf das Spiel der Gastgeber aus dem defensiven Mittelfeld steuerte und viele Bälle in die Spitze beförderte, lauerte ebenda sein Partner Fabian Benkert, der dank seiner Technik und höherklassigen Erfahrung kaum vom Ball zu trennen ist. Durch geschicktes Doppeln gelang es den Abtswindern jedoch frühzeitig Torabschlüsse zu verhindern.

So hatte denn auch Abtswind die einzige Großchance des ersten Durchgangs. Es war bereits die Nachspielzeit der ersten Hälfte eingeläutet, als die Gäste eine Lücke in die linke Abwehrseite Wülfershausens reißen konnten. In den Querpass an die Begrenzung des 5m-Raumes rutschte Julian Beßler hinein, jedoch sprang ihm die Kugel ans Schienbein und von dort aus neben, anstatt in den leeren Kasten.

Hiervon ließen sich die Abtswinder aber nicht beirren, sondern wussten, dass die Kräfte auch im zweiten Durchgang gebündelt werden müssen, um hier zu bestehen. Erneut begannen die Hausherren im Vollgasmodus. Allein in den Anfangsminuten tauchte Fabian Berkert mehrmals in aussichtsreicher Position vor dem Abtswinder Kasten auf, konnte aber stets noch geblockt werden oder der Innenpfosten rettete Abtswind vor dem Rückstand. Mitte der zweiten Hälfte kippte die Begegnung jedoch allmählich zugunsten der Gäste, die nunmehr bombensicher in der Defensive agierten und mehr und mehr das Tor der Hausherren in Angriff nahmen.

In der 70. Minute ereignete sich eine spielentscheidende Szene: Der bereits vorverwarnte Marcel Treutlein grätschte an der Außenlinie in den ballführenden Jona Riedel, spielte dabei Ball und Gegner. Der Unparteiische bewertete dieses Einsteigen als zu hart und schickte den Wülferhausener Spieler frühzeitig zum Duschen. Nun kontrollierte Abtswind das Geschehen vollends und belohnte sich in der Folge mit zwei Treffern.

Zunächst staubte Julian Beßler aus kurzer Distanz ab, als der Schlussmann der Gastgeber Philip Vickermann einen Flachschuss Jona Riedels von der Linie kratzen konnte, aber gegen den Nachschuss tatenlos war. Drei Minuten späten sahen die Zuschauer den schönsten Angriff der Partie. Abtswind kombinierte über mehrere Stationen und sezierte dabei die dezimierte Defensivabteilung der Hausherren. Am Ende der Passstafette stand Abtswinds Sturmspitze Aljoscha Keßler, der eiskalt vollstreckte und damit den Deckel auf den Auswärtssieg setzte.

 

Das Spiel im Überblick:

DJK Wülfershausen: Philip Vickermann – Simon Prozeller, Maximilian Full, Benedikt Seufert, Nikolai Wolf, Tobias Benkert, Jacob Schmitt, Marco Steinmetz, Treutlein, Lukas Schmitt, Fabian Benkert. Einwechselspieler: Andreas Sauer, Philipp Schmitt, Manuel Drenkard. Thomas Muetzel, Johannes Bauer.
TSV Abtswind II: Eduard-Alin Wellmann – Erik Köhler, Tobias Holzberger, Christoph Kniewasser, Jona Riedel, Patrick Gnebner, Markus Golombek, Aljoscha Keßler, Julian Beßler, Johannes Primus, Robert Brenner. Einwechselspieler: Michael Rügamer.
Schiedsrichter: Jan Sterker.
Zuschauer: ca. 100.
Gelbe Karten: Nikolai Wolf, Tobias Benkert, Marcel Treutlein, Fabian Benkert (Wülfershausen) – Christoph Kniewasser, Jona Riedel, Michael Rügamer (Abtswind II).
Gelb-Rote Karte: Marcel Treutlein (Wülfershausen/70.).
Tore: 0:1 Julian Beßler (80.), 0:2 Aljoscha Keßler (83.).

Der Australien-Rückkehrer, der die Lücke im Sturmzentrum wieder ausfüllt und auch in Wülfershausen für die Entscheidung sorgte: Aljoscha Keßler

 

Stimmen zum Spiel

Patrick Gnebner (Trainer TSV Abtswind II): „Es war ein Sieg des Willens, den wir über die gesamten 90 Minuten gezeigt haben. Ein sehr erwachsener Auftritt der Mannschaft, so wie er im Herrenfußball nötig ist um zu gewinnen. Wir haben uns durch die Widrigkeiten des Spiels nicht beirren lassen, haben trotz des wenigen Personals zusammen gearbeitet und uns den Sieg letztlich hochverdient.“

Fabian Berkert (Trainer DJK Wülfershausen): „Das Spiel war lange ausgeglichen mit nur wenigen Torchancen. Wir haben sehr gut begonnen und hatten viel Ballbesitz. Die erste große Torgelegenheit hatte aber Abtswind kurz vor der Pause. Nach der Halbzeit hatte ich zwei, drei gute Aktionen, aber der Ball wollte nicht ins Tor. Insbesondere bei dem Kopfball, der an den Innenpfosten geht, hatten wir riesen Pech. Ich hatte meinen Jungs gesagt, dass heute die Mannschaft gewinnen wird, die das erste Tor erzielt. So kam es auch. Nach dem Platzverweis war es für uns schwer zu bestehen.“