Von | 2017-10-19T20:29:44+00:00 19. Oktober 2017|A-Klasse, Kreisliga, Landesliga|449 Klicks|

Petr Skarabela definiert die Marschroute bis Weihnachten

Zweite Mannschaft vor schicksalhaftem Heimspiel

Vorschau aufs kommende Wochenende

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Lengfeld, da werden Erinnerungen wach. Jahre ist es her, da fuhr das wackere Häuflein Abtswinder Schlachtenbummler zurück in die Heimat. Bedient bis unter die Ohrwatscheln, nach einem 2:10-Desaster in der Bezirksoberliga, Verband hab diese Liga selig. Lang ist´s her. In der aktuellen Saison haben sich die Vorzeichen dieses Schlagers deutlich verändert. Lengfeld ist der Underdog, der Aufsteiger, der im Stile eines ICE durch die Relegation geprescht ist. Abtswind hingegen, seit Jahren in der Landesliga Nordwest assimiliert, wenn man die vergebenen Matchbälle bedenkt, in dieser Liga fest verwurzelt, beinahe heimisch geworden, steht ganz oben im Tableau. Klassenerhalt gegen Klassenwechsel. Eine Partie mit mehr Facetten, als man auf den ersten Blick erhaschen kann.

Ganz vorne steht einer, der den Würzburger Fußball inhaliert hat, meist höherklassig trainiert und – man darf es einfach vorweg nehmen – jeden Kniff kennt, um das Maximum aus seinen Schützlingen herauszuholen. Michael Hochrein, lange Jahre Trainer des Würzburger FV, übernahm den TSV 1876 in der Landesliga und führte den Verein nach drei Jahren Umweg über die Bezirksliga in die unterfränkische Beletage zurück. Mit seinem Co-Trainer Ralf Scherbaum trainiert er eine faszinierende Truppe. Interessant durch Spielertypen wie Abwehrstratege James Hammond, der leider seit Ende August nicht mehr auflaufen konnte. Da wäre noch ein gewisser Igor Mikic, der zentrale Mittelstürmer mit ausgeprägtem Torriecher. 9 Treffer gehen diese Saison auf sein Konto. Aktuell jedoch deutet die Trendkurve etwas nach unten. 2 Zähler aus den letzten 4 Begegnungen sorgen kaum für überbordendes Selbstvertrauen. Und in dieser Situation kommt die Tabellenprimel, der Punkte-Macho, die „abgezockte Truppe“, wie Vachs Trainer Norbert Hofmann im Anschluss ans Spitzenspiel vergangene Woche zu Protokoll gab. „Abtswind ist sehr abgezockt und clever“ Diese Blumen nimmt Petr Skarabela gerne an, auch wenn er zugeben musste, dass ein 2:2-Remis das gerechtere Ergebnis gewesen wäre. „Damit hätte ich leben können. Vach hat uns an unsere Grenzen gebracht, sogar mit zehn Mann. Patrick Hefner hat die drei Punkte festgehalten. Unser Torwart ist der Matchwinner.“ Und im Hinblick aufs Restprogramm in den kommenden Wochen gibt Abtswinds Übungsleiter die Marschroute vor: „Wenn wir die vier restlichen Spiele vor der Winterpause vernünftig bestreiten, haben wir gute Aussichten, im Sommer den Aufstieg zu schaffen.“

Nach einem geruhsamen Wochenende sollte die zweite Mannschaft mit Schwung ins Verfolgerduell gegen Nordheim / Sommerach gehen. Dabei steckt die desaströse Chancenauswertung im letzten Spiel sicher noch in den Köpfen. So etwas schüttelst du nicht so einfach ab. Auch wenn das Trainerteam in den letzten Einheiten versuchte, in vielen Gesprächen eine positive Grundausrichtung herbeizureden. Im Grund liegt es an jedem Akteur selbst, ob er eine solch dämliche Klatsche noch einmal erleben möchte.

Im anpfiff.info Interview zeigen Robert Brenner und Patrick Gnebner klar, wie die sportliche Trendwende gelingt. Thema Konstanz, leichte Fehler vermeiden und endlich, wirklich endlich einmal effektiv die eigenen Chancen nutzen. Denn daran mangelt es absolut nicht. Am Samstag vor dem Weinfestabend geht es gegen Nordheim, den Tabellenzweiten. „Wir brauchen nicht um den heißen Brei herumreden: Wenn wir bis Saisonende ein Wörtchen um Platz ein bis drei mitreden wollen, müssen aus den verbleibenden sieben Spielen 2017 mindestens 16 Punkte auf unser Konto. So eine Serie gelingt allerdings nur, wenn man als geschlossene Einheit daran glaubt und dafür kämpft und ein Sieg vor heimischer Kulisse gegen den Tabellenzweiten wäre dafür der perfekte Start!“ Das ist doch mal eine Ansage.

Paukenschlag gegen Kleinlangheim: Mit dem 2:1-Erfolg bezwingt die Truppe von Michael Ludwig einen weiteren Titelaspiranten. Nach dem Scheitern in der letzten Relegation hatte nicht jeder Kleinlangheim auf dem Zettel. Doch auch in dieser Saison ist die Truppe von Thomas Bergner eines der Topteams der A-Klasse. Umso schöner wenn sich die dritte Mannschaft nach dem FC Fahr auch im zweiten Topspiel die vollen drei Punkte sichert.

Am Sonntag gastiert man in Siegendorf. Ein ganz heißes Pflaster, wenn man an die vergangenen Jahre zurückdenkt. Aktuell jedoch steckt Altenschönbach im Tabellenkeller fest. Gerade einmal ein magerer Punkt und ein Torverhältnis, welches das Prädikat negativ neu erfindet, sprechen eine beredte sportliche Sprache. Wenn da nichts geht, wo dann?

Matthias Ley

Das Wochenende im Überblick:

Landesliga: TSV 1876 Lengfeld – TSV Abtswind
Sonntag, 22. Oktober 2017, Anstoß 15:00 Uhr, Sportgelände Lengfeld, Weg zum Sportplatz 8, 97076 Würzburg
Abfahrt des Fanbusses am Wormser-Platz um 14:00 Uhr (Fahrpreis 7 Euro)
Schiedsrichter: Markus Hertlein
Assistenten: Kevin Hegwein und Tobias Heller

Kreisliga: TSV Abtswind II – TSV Nordheim / Sommerach
Samstag, 21. Oktober 2017, Anstoß 15:00 Uhr, Kräuter Mix Arena, Alte Untersambacher Str. 4, 97355 Abtswind
Schiedsrichter: Martin Weidinger

A-Klasse: SV Altenschönbach / Siegendorf – SG Abtswind III / Feuerbach
Sonntag, 22. Oktober 2017, Anstoß 15:00 Uhr, Sportgelände Siegendorf, Hofäcker, 97516 Oberschwarzach
Schiedsrichter: Kurt Roiger