Jetzt online lesen: Abtswind aktuell


Der TSV Kleinrinderfeld gastiert am Samstag um 16 Uhr in der Kräuter Mix Arena

Vorschau auf die nächsten Spiele

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In Abtswind aktuell, dem Fußballmagazin des TSV Abtswind, gibt es alle Spiele, Ergebnisse und Tabellen der Fußballer aus dem Kräuterort – von den drei Herrenteams bis zu den Junioren. Außerdem findet der Leser ausführliche Spielanalysen, Statistiken, Stimmen von Trainern und Spielern, Hintergrundstorys, Randgeschichten sowie zahlreiche Bilder.

So sind Zuschauer und Fans immer auf dem Laufenden, was beim TSV Abtswind los ist – Abtswind aktuell eben. Das Web-Paper gibt es als HTML-Version sowie als PDF für alle Smartphones und Tablets zum Anschauen und Herunterladen. Viel Spaß bei der Lektüre!

Der TSV Abtswind freut sich über jeden Zuschauer, der die Mannschaften bei den Spielen unterstützt.

Wer im Fußballmagazin Abtswind aktuell werben möchte, findet weitere Informationen hier.

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Jetzt online lesen: Abtswind aktuell

„Die Jungs wollen unbedingt jedes Spiel gewinnen“


Der Trainer hat das Wort

Hier schreibt Petr Skarabela

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Liebe Fans des TSV Abtswind, verehrte Fußballfreunde,

es gibt nichts Schöneres im Fußball, als bei einem Blick auf die Tabelle, die eigene Mannschaft ganz oben stehen zu sehen. Mit zwei Siegen aus den letzten beiden Spielen konnten wir die Tabellenführung erfolgreich verteidigen. Vor allem der Sieg in Haibach vergangenes Wochenende macht mich als Trainer besonders stolz.

Wir haben gezeigt, welches Potenzial in unserer Mannschaft steckt, denn nach einem 0:2-Rückstand zur Pause, dieses Spiel noch zu gewinnen, war alles andere als leicht. Jetzt wollen wir am Wochenende unseren guten Lauf fortsetzen und gegen den TSV Kleinrinderfeld weitere drei Punkte einfahren.

Wir dürfen den bevorstehenden Gegner jedoch keinesfalls unterschätzen. Diese Mannschaft hat in den letzten Jahren immer im oberen Tabellendrittel der Liga mitgespielt und hat sich mit erst fünf Punkten bisher unter Wert verkauft. Sie verfügen über zahlreiche gute Einzelspieler und sind ein sehr gefährlicher Gegner. Trotzdem bin ich der festen Überzeugung, dass wir als Sieger vom Platz gehen können, wenn meine Mannschaft ihre Leistung wieder genauso abruft, wie in den vergangenen Spielen. In allererster Linie ist es wichtig auf uns zu schauen. Wenn wir das zeigen, was wir können, sind wir nur sehr schwer zu schlagen.

Für das Spiel am Samstag wird uns Jürgen Endres, der in Haibach nach kurzer Zeit ausgewechselt werden musste, verletzungsbedingt fehlen. Dank unseres ausgeglichenen Kaders werden wir diesen Ausfall jedoch kompensieren können. Auch die drei Spieler Lukas Wirth, Jona Riedel und Damian Rzedkowski werden am Wochenende wieder mit im Kader stehen. Sie haben ihre Aufgabe sowohl im Pokal als auch beim Spiel der Zweiten Mannschaft sehr gut gemacht und geben im Training immer Gas. Das fördert den Konkurrenzkampf im Team und ist für den Trainer natürlich immer wünschenswert.

Insgesamt bin ich zurzeit sehr zufrieden mit meiner Mannschaft. Letztes Jahr hätten wir das Spiel in Haibach wohl nicht mehr gewonnen. Wir haben jetzt aber auch bewiesen, dass wir mit sehr schweren Situationen gut umgehen können. Es ist einfach eine andere Qualität in der Mannschaft. Ein Grund sind sicherlich die Neuzugänge wie Julian Schneider, Adrian Dußler und Daniel Endres, die sich mit ihren guten Leistungen sofort als Führungsspieler etabliert haben. Aber auch der Rest der Mannschaft ist deutlich weiter als letztes Jahr. Die Jungs wollen unbedingt jedes Spiel gewinnen und setzen dies fußballerisch exzellent um. Und auch konditionell sind wir auf der Höhe, wenn man sieht was für ein Tempo wir bis zur letzten Minute durchziehen. Natürlich gibt es auch noch Kleinigkeiten, die wir verbessern wollen, aber das bespreche ich intern mit der Mannschaft. Schließlich ist es unser Ziel jedes Spiel ein bisschen besser zu werden, um am Ende der Saison in die Bayernliga aufzusteigen.

Euer
Petr Skarabela

„Die Jungs wollen unbedingt jedes Spiel gewinnen“

Ja ist denn schon Champions League?


„Gut, wenn mich keiner will, laufe ich einfach mal los!“

DJK Altbessingen – TSV Abtswind II 2:3 (1:1)

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Trotz 70 Prozent Ballbesitz, spielerisch bevorteilt und zwischenzeitlichem 2-Tore-Vorsprung, schlottern den einen zum Ende hin die Knie. Michael Fery´s Altbessinger hingegen verlieren den Platz an der Sonne, denn in den letzten 10 Minuten reicht es gegen Abtswind II lediglich zu deutlich erhöhtem Blutdruck auf der Zuschauertribüne.

Die Partie hat noch nicht richtig begonnen, da klingelts bereits an der Anzeigetafel. „Hoch stehen, konsequent drauf gehen“, wie Fachmann Mehmet Scholl analysieren würde, bringt Abtswind die frühe Führung durch Außenstürmer Julian Beßler. Gerade noch im Edelzwirn, schon vorne mit dabei. Und wie! Die Gäste setzen Altbessingen vom Anstoß weg unter Zugzwang. Michael Fery sieht es kommen, die Zuschauer ebenfalls, und Altbessingens Schlussmann leistet sich im Eins gegen Eins ein haarsträubend schlechtes Abspiel. Anstatt in der eigenen Viererkette landet der Ball bei Julian Beßler, der nicht lange fackelt und mit rechts ins leere Tor vollendet.

Abtswind dominiert die Anfangsphase. Viel Ballbesitz, mutige Vorstöße, vor allem über die Außenpositionen, münzt das Team des Trainerduos Patrick Gnebner und Robert Brenner in einigen ansehnlichen Torabschlüssen um. Ein vermeidbares Foul an der Mittellinie bringt die Hausherren jedoch wieder heran. „So dämlich darf ich in der Szene nicht ran gehen“, meint Julian Beßler später selbstkritisch. Der fällige Freistoß segelt hoch und weit und Schnee behaftet Richtung Abtswinder Strafraum. „Wir bekommen das Ding einfach nicht aus der Gefahrenzone. Und dann steht Kai Herold am langen Pfosten goldrichtig!“, berichtet Innenverteidiger Christoph Kniewasser. Bis zum Seitenwechsel lässt die Gästedefensive keine weitere, nennenswerte Altbessinger Offensivaktion mehr zu, wenn man von Kai Herolds Abschluss aus spitzem Winkel absieht. Abtswinder Torchancen allerdings sind ebenfalls Mangelware.

Wie schon am ersten Spieltag, wird es in der Kabine magisch. Was auch immer gesagt wurde, anscheinend beweisen Patrick Gnebner und Robert Brenner das intuitive Gespür für die perfekte Tonlage, die richtigen Schlagworte. Mit deutlich mehr Schlagkraft gehen die Gäste das Abenteuer zweite Halbzeit an. Mit einem Doppelschlag durch Christoph Kniewasser (58., Kopfball am kurzen Pfosten) und Markus Schamberger (65., sensationell vorbereiteter Konter von Julian Beßler) zieht die Elf vom Friedrichsberg schnell mit zwei Toren davon.

Die Partie jedoch gehorcht ihren individuellen Gesetzen. Trotz 70 Prozent Ballbesitz und spielerischer Dominanz müssen die Gäste am Schluss etwas zittern. Nach dem Treffer von Mario Full, der plötzlich vollkommen frei vor Abtswinds Keeper Eduard-Alin Wellmann auftaucht, bekommt die Heimelf motivationstechnisch die zweite Luft. Mit viel Einsatz und Moral übersteht die Landesligareserve auch die Altbessinger Brechstange. Nach Abpfiff steht ein verdienter Auswärtsdreier auf dem Konto.

Und dann heißt es, schnell in Schale werfen. Von der Bühne Kreisliga geht es umgehend retour zur parallel weiterlaufenden Hochzeitsfeier von Sebastian Krauß. In schickem Zwirn, modisch mit schmalem Schlips oder mit klassisch gebundener Fliege, lässt sich der Auswärtserfolg superb begießen. Von der Kleiderordnung her klar Champions League. Am kommenden Sonntag gastiert die SG Poppenhausen/Kronungen am Friedrichsberg. Hält die weiße Weste auch über den dritten Spieltag hinweg?

Matthias Ley

Das Spiel im Überblick:

DJK Altbessingen: Daniel Lilienweiss – Stefan Wecklein, Christian Reuter, Dominik Göbel, Peter Reitz, Pascal Warmuth, Marcel Warmuth, Julian Weindner, Sebastian Full, Sven Moehres, Kai Herold. Einwechselspieler: Niklas Full, Mario Full, Fabian Balling, Alexander Kuhn, Steffen Full.
TSV Abtswind II: Eduard-Alin Wellmann – Jona Riedel, Damian Rzedkowski, Christoph Kniewasser, Daniel Kaminski, Patrick Gnebner, Markus Golombek, Markus Schamberger, Julian Beßler, Christoph Hofmann, Lukas Wirth. Einwechselspieler: Daniel Eberhardt, Patrick Hock, Johannes Knorr, Tobias Holzberger, Johannes Primus.
Schiedsrichter: Markus Marschall
Zuschauer: ca. 80
Gelbe Karten:
Marcel Warmuth, Sebastian Full (Altbessingen) – Daniel Kaminski, Julian Beßler (Abtswind II)
Tore: 0:1 Julian Beßler (2.), 1:1 Kai Herold (18.), 1:2 Christoph Kniewasser (58.), 1:3 Markus Schamberger (65.), 2:3 Mario Full (70.).

Die Stimmen zum Spiel:

Julian Beßler (Außenstürmer TSV Abtswind II): „Coach meint, hoch stehen und wenn sie kurz raus spielen, gleich pressen, drauf gehen. Markus Schamberger und ich sind vor, haben dem Keeper den Ball abgenommen und rein gewichst. Leider mach ich ein unabsichtliches, taktisches Foul, Freistoß, Kopfball, eins, zwo, drei, drin. Was will man machen. Aber erste Halbzeit waren wir gut, in der zweiten noch besser. Insgesamt war der Sieg absolut verdient. Auch wenn wir zum Schluss etwas zittern mussten.“

Christoph Kniewasser (Verteidiger TSV Abtswind II): „Bevor wir richtig anfangen, haben wir schon 1:0 geführt. Einmal kurz den Keeper angelaufen, der anscheinend noch in der Kabine war. Julian Beßler blockt das verpatzte Zuspiel gedankenschnell ab und schiebt den Ball sogar mit rechts ins leere Tor. Er hat gesagt, dass war vermutlich sein erster Treffer mit rechts. Wir sind immer gut über außen gekommen, vor allem über die linke Seite. Dann ein blödes Foul im Halbfeld. Freistoß, wir verlieren das Kopfballduell. In einer Bogenlampe nach hinten fliegt der Ball an den langen Pfosten. Eduard-Alin und ich waren uns uneins, wer hingehen soll und das nutzt Kai Herold eiskalt aus. Ansonsten hatte Altbessingen nicht mehr viele Chancen. Ein Mal lenkt Eduard-Alin einen Schuss aus spitzem Winkel gegen den Pfosten. Das war es dann auch. Und wir hatten schon einige gute Torabschlüsse, aber kein Durchkommen. In der Halbzeit haben wir uns den ersten Durchgang noch einmal vor Augen geführt. Paar gute Chancen später haben wir Ecke. Ich bin vor, und während die Altbessinger noch diskutiert haben, wer mich nimmt. Da habe ich mir gedacht, gut, wenn mich keiner will, laufe ich einfach mal los und köpfe das Ding am kurzen Pfosten einfach rein. Das 3:1 hat Julian Beßler sauber vorbereitet. Ballgewinn im Mittelfeld, dann spielt Lukas Wirth schnell steil auf „Jules“. Kurz vor dem Keeper quer auf den mitgelaufenen Markus Schamberger. Fertig ist die Laube. Nach dem Gegentreffer waren wir etwas unsortiert. Aber mit Einsatz und Willen überstehen wir auch diese Phase. Am Schluss war der Sieg hochverdient. Wir waren spielerisch besser, haben mehr investiert und hatten auch 70 Prozent Ballbesitz.“

Drei Feierbiester auf der After-Game-Party im Champions League Edelzwirn:
von links Daniel Kaminski und die beiden Torschützen Julian Beßler und Christoph Kniewasser

Ja ist denn schon Champions League?

Abtswind tanzt im Regen


Der Tabellenführer startet eine furiose Aufholjagd und wird belohnt

SV Alemannia Haibach – TSV Abtswind 2:4 (2:0)

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Abtswind am Rande einer Niederlage – zumindest eine Stunde lang sah es in Haibach danach aus. Solange liefen die Mannen von Petr Skarabela einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher. Doch dann holte das Team Tor um Tor auf und schnappte sich dank seiner unvergleichlichen Qualität den Sieg. Damit rangiert der TSV weiterhin ungeschlagen an der Spitze der Landesliga. Wer will das Team ernsthaft stoppen?

Lautstarke Musik drang aus dem Keller, durchzogen von Jubelschreien und wildem Gepolter. Das Ganze hatte Ausmaße, dass den Hausherren angst und bange wurde um ihre in die Jahre gekommene Einrichtung. Die Mannschaft des TSV Abtswind, völlig losgelöst und in aufgedrehter Stimmung, machte dann doch keine Anstalten, die Umkleidekabine einzureißen, auch wenn es sich von außen so anhörte. Die Erleichterung der Spieler entlud sich nach dem Schlusspfiff wie der Korken einer durchgeschüttelten Sektflasche. Der Verlauf der Partie bei Alemannia Haibach entsprach so gar nicht dem Muster, wie es die Abtswinder in dieser bislang so erfolgreichen Saison gewohnt sind. Nicht nur dass das Team von Trainer Petr Skarabela nach 338 Minuten in der Landesliga mal wieder ein Gegentor und kurz darauf sogar ein zweites zuließ. Mit dem 0:2-Rückstand des ungeschlagenen Tabellenführers zur Pause deutete sich eine faustdicke Überraschung an. „Hätten wir noch ein Unentschieden geschafft“, sagte Petr Skarabela, „wäre das in Ordnung gewesen.“ Seine Mannschaft wollte jedoch mehr als nur einen Punkt.

Vor allem aber spielte sie ihre unglaubliche Qualität bis zum letzten Angriff aus. In nicht mal einer halben Stunde gelangen Abtswind auf diese beeindruckende Art vier Treffer. Angetrieben vom überragenden Adrian Dußler, der per Foulelfmeter und Distanzschuss den 2:2-Ausgleich erzwang, kam es besonders über die linke Seite immer wieder zu Vorstößen. Frank Hartlehnert und Przemyslaw Szuszkiewicz bildeten ein Duo, das viel bewegte und zwei Treffer vorlegte. „Przemek hat mich positiv überrascht“, sagte Petr Skarabela. „Das war seine beste Leistung überhaupt.“ Hartlehnert rutschte von jetzt auf gleich in die Aufstellung, weil Jürgen Endres schon nach wenigen Minuten Muskelprobleme am Oberschenkel bekam. Nichts deutete darauf hin, dass die Gäste – abgesehen von diesem frühen Wechsel – in Unannehmlichkeiten geraten sollten. „Wir haben auch in der ersten Halbzeit gut gespielt“, stellte Skarabela fest. Allerdings fand keine der vier guten Möglichkeiten in dreißig Minuten den Weg ins Tor. Mal brachte Haibachs Schlussmann noch ein Körperteil an den Ball, mal blockte ein Abwehrspieler im letzten Moment, oder aber Abtswind stand sich beim Abschluss selbst im Weg.

In der Mauer, auf der Lauer: Haibacher in Erwartung eines gegnerischen Freistoßes.

Wie es funktionieren kann, um in Führung zu gehen, zeigten die Gastgeber eindrucksvoll: Ohne Vorwarnung schossen sie sich durch Mato Papic in Führung (30.). Derselbe stand kurz darauf auf Zuspiel von Pasqual Verkamp schon wieder alleine vor dem Abtswinder Gehäuse und schraubte das Ergebnis mit dem zweiten Schuss bereits auf 2:0 für den vormaligen Bayernligisten (36.). „Das haben die beiden in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht“, lobte Haibachs Trainer Slobodan Komljenovic, der einstige Verteidiger der Frankfurter Eintracht, sein wuselndes Stürmerpaar. Die überragende Torausbeute der Platzherren hätte sich um ein Haar vergrößert. Beim nächsten Angriff eroberte Mato Papic den Ball, leitete direkt weiter zu Pasqual Verkamp, der die riesige Gelegenheit zur Vorentscheidung vergab und den Abschluss frei vor dem Tor neben den Pfosten setzte (58.). „In dem Moment hätten wir den Deckel auf das Spiel machen können“, sagte Komljenovic. Nicht unerheblich war auch, dass Marcello Fiorentini, Haibachs Strippenzieher im Mittelfeld, zum Heißsporn wurde. Selbst nach einer Gelben Karte wegen Meckerns blieb der 37-Jährige nicht ruhig, so dass ihn der Trainer aus dem Spiel nahm, ehe es der Schiedsrichter tat.

„Das war aus meiner Sicht entscheidend für die Schwächung des Haibacher Spiels“, sagte Petr Skarabela. Der Impuls für die Abtswinder Aufholjagd entstand aus einem Foul des Haibachers Pasquale Lauria an Pascal Kamolz im Strafraum. Torhüter Julian Schneider hatte den Angriff mit einem schnellen, weiten Abschlag eingeleitet. Nach Dußlers Strafstoß-Anschlusstreffer zum 1:2 in der 61. Minute liefen die Gäste mitsamt Trainer Skarabela heiß. Der 49-Jährige stand an der Seitenlinie im einsetzenden Regen unter Strom und peitschte sein Team unüberhörbar nach vorne. Die letzten 25 Minuten besaßen eine hohe Intensität. Es spielte nur noch Abtswind mit dem festen Entschluss, den Rückstand aufzuholen. Adrian Dußlers Schuss zum 2:2 von jenseits der Strafraumkante brachte die Erlösung (74.). Doch es kam noch besser: Mit den Treffern von Nicolas Wirsching und Mathias Brunsch zum 4:2-Endstand stand Abtswind in der Achterbahnfahrt der Gefühle mit einem Mal ganz weit oben – genauso wie mit dreizehn Punkten und 19:3-Toren in der Tabelle. Als Verfolger scheint derzeit nur der ASV Vach in Sicht.

Michael Kämmerer

Erfolgsgarant: Adrian Dußler (rechts) schoss Abtswind zum Ausgleich.

Das Spiel in der Statistik

SV Alemannia Haibach: Kristijan Ivkic – Denis Löhr, Tobias Schrod, Pasquale Lauria, Lukas Fröhlich (61. Ricardo Santos) – Matthias Sänger, Max Ertler, Enis Arikan (84. Peter Weisenberger), Marcello Fiorentini (54. Faruk Arslan) – Pasqual Verkamp, Mato Papic.
TSV Abtswind: Julian Schneider – Michael Herrmann, Sven Gibfried, Adrian Graf, Przemyslaw Szuszkiewicz – Adrian Dußler, Nicolas Wirsching, Jürgen Endres (8. Frank Hartlehnert, 84. Mathias Brunsch), Philipp Hummel – Daniel Endres, Pascal Kamolz (65. Steffen Barthel).
Schiedsrichter: Michael Emmert (Flachslanden); Assistenten: Simon Dimmerling (Wilhermsdorf), Klaus Kalbskopf (Oberdachstetten).
Zuschauer: 160.
Gelbe Karten: Marcello Fiorentini, Mato Papic (Haibach); Adrian Dußler, Nicolas Wirsching, Philipp Hummel (Abtswind).
Tore: 1:0 Mato Papic (30.), 2:0 Mato Papic (36.), 2:1 Adrian Dußler (61., Foulelfmeter), 2:2 Adrian Dußler (74.), 2:3 Nicolas Wirsching (79.), 2:4 Mathias Brunsch (88.).

Stimmen zum Spiel

Petr Skarabela (Trainer TSV Abtswind): „Wir haben schon in der ersten Hälfte gut gespielt, nur haben wir die Tore nicht gemacht. Nach den vergebenen Chancen hatte ich eine große Wut in mir. Dafür haben uns die Gegentore aus der Bahn geworfen. Wir haben uns dann in der Kabine eingeschworen, um noch etwas zu bewegen. So ist es gekommen. Das war eine richtig geile zweite Halbzeit von uns. Nach dem Rückstand gegen diese Mannschaft mit dem starken Pasqual Verkamp in der Offensive wäre für uns ein Zähler in Ordnung gewesen. Doch wer vier Tore in einer Halbzeit erzielt, der hat sich den Sieg verdient. Das spricht für unsere Qualität. Die Jungs haben den Karren aus dem Druck gezogen. Es ist nicht selbstverständlich, eine solche Partie umzubiegen. Am Ende ist es gutgegangen, dass ich mit meinem Geschrei an der Linie die Mannschaft positiv verrückt gemacht habe. Nach einem 0:2 ist ein Sieg doppelt so viel wert. Das freut einen umso mehr. Heute bin ich richtig stolz auf die Mannschaft.“

Slobodan Komljenovic (Trainer SV Alemannia Haibach): „Wir haben ein sehr gutes Spiel von beiden Mannschaften gesehen – mit Vorteilen für Abtswind aufgrund der besseren Spielanlage. Wir haben sehr viel Einsatz, sehr viel Leben und Kampf reingelegt und haben unsere Konter gut gefahren. Wir haben Qualität nach vorne und waren in der ersten Hälfte sehr effektiv. Wenn wir die hundertprozentige Chance zum 3:0 machen, ist der Deckel drauf. So gibt es den Elfmeter für Abtswind. So ist neues Leben aufgekommen. Wir sind nervöser und ängstlicher geworden. So ist das Spiel durch eine klasse Mannschaft gedreht worden. Wir haben Lehrgeld gezahlt. Wir haben nach dem Abstieg aus der Bayernliga einen Schnitt gemacht und haben einen Neuaufbau hinter uns. Wir wollen uns diese Saison formieren und eine Basis schaffen, damit wir nächstes Jahr oben mitspielen können. Man hat heute gesehen, dass Ansätze vorhanden sind und wir mithalten können, aber es reicht eben noch nicht für ganz oben.“

Adrian Graf (Verteidiger TSV Abtswind): „Meine Stimme ist ein bisschen lädiert. Es war ein hartes Spiel. Wir mussten viel verschieben, viele Kommandos geben. Nach den zwei Gegentoren war es nicht einfach. Wir brauchten die Halbzeitpause, um runterzukommen. In der zweiten Halbzeit haben wir alles gezeigt, was wir können, auch dass wir einen geilen Teamspirit haben. Wir sind eine gute und eingeschworene Truppe. Das ist wichtig. Dann schafft man es, einen solches Spiel zu drehen. Man hat es gerade in der Kabine an der Stimmung gemerkt. Wir sind super erleichtert und aufgelöst. Es hat heute einfach Spaß gemacht. Letztlich haben wir verdient gewonnen.“

Die Abtswinder Bank mit Trainer Petr Skarabela (von links), Teambetreuer Franz Beßler und Angreifer Pascal Kamolz im kollektiven Freudentaumel.

Viele Bilder vom Auswärtssieg in Haibach gibt es in einer Fotoserie.

Die Tore und Höhepunkte des Spiels als Video.

Die Partie in voller Länge bei Sporttotal.tv.

Abtswinds Adrian Graf im Video-Interview.

Wahl zur Elf der Woche beim Fußballportal Fupa: Für Abtswind abstimmen.

Abtswind tanzt im Regen

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So sind Zuschauer und Fans immer auf dem Laufenden, was beim TSV Abtswind los ist – Abtswind aktuell eben. Das Web-Paper gibt es als HTML-Version sowie als PDF für alle Smartphones und Tablets zum Anschauen und Herunterladen. Viel Spaß bei der Lektüre!

Der TSV Abtswind freut sich über jeden Zuschauer, der die Mannschaften bei den Spielen unterstützt.

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„Die Jungs wollen unbedingt jedes Spiel gewinnen“


Der Trainer hat das Wort

Hier schreibt Petr Skarabela

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es gibt nichts Schöneres im Fußball, als bei einem Blick auf die Tabelle, die eigene Mannschaft ganz oben stehen zu sehen. Mit zwei Siegen aus den letzten beiden Spielen konnten wir die Tabellenführung erfolgreich verteidigen. Vor allem der Sieg in Haibach vergangenes Wochenende macht mich als Trainer besonders stolz.

Wir haben gezeigt, welches Potenzial in unserer Mannschaft steckt, denn nach einem 0:2-Rückstand zur Pause, dieses Spiel noch zu gewinnen, war alles andere als leicht. Jetzt wollen wir am Wochenende unseren guten Lauf fortsetzen und gegen den TSV Kleinrinderfeld weitere drei Punkte einfahren.

Wir dürfen den bevorstehenden Gegner jedoch keinesfalls unterschätzen. Diese Mannschaft hat in den letzten Jahren immer im oberen Tabellendrittel der Liga mitgespielt und hat sich mit erst fünf Punkten bisher unter Wert verkauft. Sie verfügen über zahlreiche gute Einzelspieler und sind ein sehr gefährlicher Gegner. Trotzdem bin ich der festen Überzeugung, dass wir als Sieger vom Platz gehen können, wenn meine Mannschaft ihre Leistung wieder genauso abruft, wie in den vergangenen Spielen. In allererster Linie ist es wichtig auf uns zu schauen. Wenn wir das zeigen, was wir können, sind wir nur sehr schwer zu schlagen.

Für das Spiel am Samstag wird uns Jürgen Endres, der in Haibach nach kurzer Zeit ausgewechselt werden musste, verletzungsbedingt fehlen. Dank unseres ausgeglichenen Kaders werden wir diesen Ausfall jedoch kompensieren können. Auch die drei Spieler Lukas Wirth, Jona Riedel und Damian Rzedkowski werden am Wochenende wieder mit im Kader stehen. Sie haben ihre Aufgabe sowohl im Pokal als auch beim Spiel der Zweiten Mannschaft sehr gut gemacht und geben im Training immer Gas. Das fördert den Konkurrenzkampf im Team und ist für den Trainer natürlich immer wünschenswert.

Insgesamt bin ich zurzeit sehr zufrieden mit meiner Mannschaft. Letztes Jahr hätten wir das Spiel in Haibach wohl nicht mehr gewonnen. Wir haben jetzt aber auch bewiesen, dass wir mit sehr schweren Situationen gut umgehen können. Es ist einfach eine andere Qualität in der Mannschaft. Ein Grund sind sicherlich die Neuzugänge wie Julian Schneider, Adrian Dußler und Daniel Endres, die sich mit ihren guten Leistungen sofort als Führungsspieler etabliert haben. Aber auch der Rest der Mannschaft ist deutlich weiter als letztes Jahr. Die Jungs wollen unbedingt jedes Spiel gewinnen und setzen dies fußballerisch exzellent um. Und auch konditionell sind wir auf der Höhe, wenn man sieht was für ein Tempo wir bis zur letzten Minute durchziehen. Natürlich gibt es auch noch Kleinigkeiten, die wir verbessern wollen, aber das bespreche ich intern mit der Mannschaft. Schließlich ist es unser Ziel jedes Spiel ein bisschen besser zu werden, um am Ende der Saison in die Bayernliga aufzusteigen.

Euer
Petr Skarabela

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DJK Altbessingen – TSV Abtswind II 2:3 (1:1)

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Trotz 70 Prozent Ballbesitz, spielerisch bevorteilt und zwischenzeitlichem 2-Tore-Vorsprung, schlottern den einen zum Ende hin die Knie. Michael Fery´s Altbessinger hingegen verlieren den Platz an der Sonne, denn in den letzten 10 Minuten reicht es gegen Abtswind II lediglich zu deutlich erhöhtem Blutdruck auf der Zuschauertribüne.

Die Partie hat noch nicht richtig begonnen, da klingelts bereits an der Anzeigetafel. „Hoch stehen, konsequent drauf gehen“, wie Fachmann Mehmet Scholl analysieren würde, bringt Abtswind die frühe Führung durch Außenstürmer Julian Beßler. Gerade noch im Edelzwirn, schon vorne mit dabei. Und wie! Die Gäste setzen Altbessingen vom Anstoß weg unter Zugzwang. Michael Fery sieht es kommen, die Zuschauer ebenfalls, und Altbessingens Schlussmann leistet sich im Eins gegen Eins ein haarsträubend schlechtes Abspiel. Anstatt in der eigenen Viererkette landet der Ball bei Julian Beßler, der nicht lange fackelt und mit rechts ins leere Tor vollendet.

Abtswind dominiert die Anfangsphase. Viel Ballbesitz, mutige Vorstöße, vor allem über die Außenpositionen, münzt das Team des Trainerduos Patrick Gnebner und Robert Brenner in einigen ansehnlichen Torabschlüssen um. Ein vermeidbares Foul an der Mittellinie bringt die Hausherren jedoch wieder heran. „So dämlich darf ich in der Szene nicht ran gehen“, meint Julian Beßler später selbstkritisch. Der fällige Freistoß segelt hoch und weit und Schnee behaftet Richtung Abtswinder Strafraum. „Wir bekommen das Ding einfach nicht aus der Gefahrenzone. Und dann steht Kai Herold am langen Pfosten goldrichtig!“, berichtet Innenverteidiger Christoph Kniewasser. Bis zum Seitenwechsel lässt die Gästedefensive keine weitere, nennenswerte Altbessinger Offensivaktion mehr zu, wenn man von Kai Herolds Abschluss aus spitzem Winkel absieht. Abtswinder Torchancen allerdings sind ebenfalls Mangelware.

Wie schon am ersten Spieltag, wird es in der Kabine magisch. Was auch immer gesagt wurde, anscheinend beweisen Patrick Gnebner und Robert Brenner das intuitive Gespür für die perfekte Tonlage, die richtigen Schlagworte. Mit deutlich mehr Schlagkraft gehen die Gäste das Abenteuer zweite Halbzeit an. Mit einem Doppelschlag durch Christoph Kniewasser (58., Kopfball am kurzen Pfosten) und Markus Schamberger (65., sensationell vorbereiteter Konter von Julian Beßler) zieht die Elf vom Friedrichsberg schnell mit zwei Toren davon.

Die Partie jedoch gehorcht ihren individuellen Gesetzen. Trotz 70 Prozent Ballbesitz und spielerischer Dominanz müssen die Gäste am Schluss etwas zittern. Nach dem Treffer von Mario Full, der plötzlich vollkommen frei vor Abtswinds Keeper Eduard-Alin Wellmann auftaucht, bekommt die Heimelf motivationstechnisch die zweite Luft. Mit viel Einsatz und Moral übersteht die Landesligareserve auch die Altbessinger Brechstange. Nach Abpfiff steht ein verdienter Auswärtsdreier auf dem Konto.

Und dann heißt es, schnell in Schale werfen. Von der Bühne Kreisliga geht es umgehend retour zur parallel weiterlaufenden Hochzeitsfeier von Sebastian Krauß. In schickem Zwirn, modisch mit schmalem Schlips oder mit klassisch gebundener Fliege, lässt sich der Auswärtserfolg superb begießen. Von der Kleiderordnung her klar Champions League. Am kommenden Sonntag gastiert die SG Poppenhausen/Kronungen am Friedrichsberg. Hält die weiße Weste auch über den dritten Spieltag hinweg?

Matthias Ley

Das Spiel im Überblick:

DJK Altbessingen: Daniel Lilienweiss – Stefan Wecklein, Christian Reuter, Dominik Göbel, Peter Reitz, Pascal Warmuth, Marcel Warmuth, Julian Weindner, Sebastian Full, Sven Moehres, Kai Herold. Einwechselspieler: Niklas Full, Mario Full, Fabian Balling, Alexander Kuhn, Steffen Full.
TSV Abtswind II: Eduard-Alin Wellmann – Jona Riedel, Damian Rzedkowski, Christoph Kniewasser, Daniel Kaminski, Patrick Gnebner, Markus Golombek, Markus Schamberger, Julian Beßler, Christoph Hofmann, Lukas Wirth. Einwechselspieler: Daniel Eberhardt, Patrick Hock, Johannes Knorr, Tobias Holzberger, Johannes Primus.
Schiedsrichter: Markus Marschall
Zuschauer: ca. 80
Gelbe Karten:
Marcel Warmuth, Sebastian Full (Altbessingen) – Daniel Kaminski, Julian Beßler (Abtswind II)
Tore: 0:1 Julian Beßler (2.), 1:1 Kai Herold (18.), 1:2 Christoph Kniewasser (58.), 1:3 Markus Schamberger (65.), 2:3 Mario Full (70.).

Die Stimmen zum Spiel:

Julian Beßler (Außenstürmer TSV Abtswind II): „Coach meint, hoch stehen und wenn sie kurz raus spielen, gleich pressen, drauf gehen. Markus Schamberger und ich sind vor, haben dem Keeper den Ball abgenommen und rein gewichst. Leider mach ich ein unabsichtliches, taktisches Foul, Freistoß, Kopfball, eins, zwo, drei, drin. Was will man machen. Aber erste Halbzeit waren wir gut, in der zweiten noch besser. Insgesamt war der Sieg absolut verdient. Auch wenn wir zum Schluss etwas zittern mussten.“

Christoph Kniewasser (Verteidiger TSV Abtswind II): „Bevor wir richtig anfangen, haben wir schon 1:0 geführt. Einmal kurz den Keeper angelaufen, der anscheinend noch in der Kabine war. Julian Beßler blockt das verpatzte Zuspiel gedankenschnell ab und schiebt den Ball sogar mit rechts ins leere Tor. Er hat gesagt, dass war vermutlich sein erster Treffer mit rechts. Wir sind immer gut über außen gekommen, vor allem über die linke Seite. Dann ein blödes Foul im Halbfeld. Freistoß, wir verlieren das Kopfballduell. In einer Bogenlampe nach hinten fliegt der Ball an den langen Pfosten. Eduard-Alin und ich waren uns uneins, wer hingehen soll und das nutzt Kai Herold eiskalt aus. Ansonsten hatte Altbessingen nicht mehr viele Chancen. Ein Mal lenkt Eduard-Alin einen Schuss aus spitzem Winkel gegen den Pfosten. Das war es dann auch. Und wir hatten schon einige gute Torabschlüsse, aber kein Durchkommen. In der Halbzeit haben wir uns den ersten Durchgang noch einmal vor Augen geführt. Paar gute Chancen später haben wir Ecke. Ich bin vor, und während die Altbessinger noch diskutiert haben, wer mich nimmt. Da habe ich mir gedacht, gut, wenn mich keiner will, laufe ich einfach mal los und köpfe das Ding am kurzen Pfosten einfach rein. Das 3:1 hat Julian Beßler sauber vorbereitet. Ballgewinn im Mittelfeld, dann spielt Lukas Wirth schnell steil auf „Jules“. Kurz vor dem Keeper quer auf den mitgelaufenen Markus Schamberger. Fertig ist die Laube. Nach dem Gegentreffer waren wir etwas unsortiert. Aber mit Einsatz und Willen überstehen wir auch diese Phase. Am Schluss war der Sieg hochverdient. Wir waren spielerisch besser, haben mehr investiert und hatten auch 70 Prozent Ballbesitz.“

Drei Feierbiester auf der After-Game-Party im Champions League Edelzwirn:
von links Daniel Kaminski und die beiden Torschützen Julian Beßler und Christoph Kniewasser

Ja ist denn schon Champions League?

Abtswind tanzt im Regen


Der Tabellenführer startet eine furiose Aufholjagd und wird belohnt

SV Alemannia Haibach – TSV Abtswind 2:4 (2:0)

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Abtswind am Rande einer Niederlage – zumindest eine Stunde lang sah es in Haibach danach aus. Solange liefen die Mannen von Petr Skarabela einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher. Doch dann holte das Team Tor um Tor auf und schnappte sich dank seiner unvergleichlichen Qualität den Sieg. Damit rangiert der TSV weiterhin ungeschlagen an der Spitze der Landesliga. Wer will das Team ernsthaft stoppen?

Lautstarke Musik drang aus dem Keller, durchzogen von Jubelschreien und wildem Gepolter. Das Ganze hatte Ausmaße, dass den Hausherren angst und bange wurde um ihre in die Jahre gekommene Einrichtung. Die Mannschaft des TSV Abtswind, völlig losgelöst und in aufgedrehter Stimmung, machte dann doch keine Anstalten, die Umkleidekabine einzureißen, auch wenn es sich von außen so anhörte. Die Erleichterung der Spieler entlud sich nach dem Schlusspfiff wie der Korken einer durchgeschüttelten Sektflasche. Der Verlauf der Partie bei Alemannia Haibach entsprach so gar nicht dem Muster, wie es die Abtswinder in dieser bislang so erfolgreichen Saison gewohnt sind. Nicht nur dass das Team von Trainer Petr Skarabela nach 338 Minuten in der Landesliga mal wieder ein Gegentor und kurz darauf sogar ein zweites zuließ. Mit dem 0:2-Rückstand des ungeschlagenen Tabellenführers zur Pause deutete sich eine faustdicke Überraschung an. „Hätten wir noch ein Unentschieden geschafft“, sagte Petr Skarabela, „wäre das in Ordnung gewesen.“ Seine Mannschaft wollte jedoch mehr als nur einen Punkt.

Vor allem aber spielte sie ihre unglaubliche Qualität bis zum letzten Angriff aus. In nicht mal einer halben Stunde gelangen Abtswind auf diese beeindruckende Art vier Treffer. Angetrieben vom überragenden Adrian Dußler, der per Foulelfmeter und Distanzschuss den 2:2-Ausgleich erzwang, kam es besonders über die linke Seite immer wieder zu Vorstößen. Frank Hartlehnert und Przemyslaw Szuszkiewicz bildeten ein Duo, das viel bewegte und zwei Treffer vorlegte. „Przemek hat mich positiv überrascht“, sagte Petr Skarabela. „Das war seine beste Leistung überhaupt.“ Hartlehnert rutschte von jetzt auf gleich in die Aufstellung, weil Jürgen Endres schon nach wenigen Minuten Muskelprobleme am Oberschenkel bekam. Nichts deutete darauf hin, dass die Gäste – abgesehen von diesem frühen Wechsel – in Unannehmlichkeiten geraten sollten. „Wir haben auch in der ersten Halbzeit gut gespielt“, stellte Skarabela fest. Allerdings fand keine der vier guten Möglichkeiten in dreißig Minuten den Weg ins Tor. Mal brachte Haibachs Schlussmann noch ein Körperteil an den Ball, mal blockte ein Abwehrspieler im letzten Moment, oder aber Abtswind stand sich beim Abschluss selbst im Weg.

In der Mauer, auf der Lauer: Haibacher in Erwartung eines gegnerischen Freistoßes.

Wie es funktionieren kann, um in Führung zu gehen, zeigten die Gastgeber eindrucksvoll: Ohne Vorwarnung schossen sie sich durch Mato Papic in Führung (30.). Derselbe stand kurz darauf auf Zuspiel von Pasqual Verkamp schon wieder alleine vor dem Abtswinder Gehäuse und schraubte das Ergebnis mit dem zweiten Schuss bereits auf 2:0 für den vormaligen Bayernligisten (36.). „Das haben die beiden in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht“, lobte Haibachs Trainer Slobodan Komljenovic, der einstige Verteidiger der Frankfurter Eintracht, sein wuselndes Stürmerpaar. Die überragende Torausbeute der Platzherren hätte sich um ein Haar vergrößert. Beim nächsten Angriff eroberte Mato Papic den Ball, leitete direkt weiter zu Pasqual Verkamp, der die riesige Gelegenheit zur Vorentscheidung vergab und den Abschluss frei vor dem Tor neben den Pfosten setzte (58.). „In dem Moment hätten wir den Deckel auf das Spiel machen können“, sagte Komljenovic. Nicht unerheblich war auch, dass Marcello Fiorentini, Haibachs Strippenzieher im Mittelfeld, zum Heißsporn wurde. Selbst nach einer Gelben Karte wegen Meckerns blieb der 37-Jährige nicht ruhig, so dass ihn der Trainer aus dem Spiel nahm, ehe es der Schiedsrichter tat.

„Das war aus meiner Sicht entscheidend für die Schwächung des Haibacher Spiels“, sagte Petr Skarabela. Der Impuls für die Abtswinder Aufholjagd entstand aus einem Foul des Haibachers Pasquale Lauria an Pascal Kamolz im Strafraum. Torhüter Julian Schneider hatte den Angriff mit einem schnellen, weiten Abschlag eingeleitet. Nach Dußlers Strafstoß-Anschlusstreffer zum 1:2 in der 61. Minute liefen die Gäste mitsamt Trainer Skarabela heiß. Der 49-Jährige stand an der Seitenlinie im einsetzenden Regen unter Strom und peitschte sein Team unüberhörbar nach vorne. Die letzten 25 Minuten besaßen eine hohe Intensität. Es spielte nur noch Abtswind mit dem festen Entschluss, den Rückstand aufzuholen. Adrian Dußlers Schuss zum 2:2 von jenseits der Strafraumkante brachte die Erlösung (74.). Doch es kam noch besser: Mit den Treffern von Nicolas Wirsching und Mathias Brunsch zum 4:2-Endstand stand Abtswind in der Achterbahnfahrt der Gefühle mit einem Mal ganz weit oben – genauso wie mit dreizehn Punkten und 19:3-Toren in der Tabelle. Als Verfolger scheint derzeit nur der ASV Vach in Sicht.

Michael Kämmerer

Erfolgsgarant: Adrian Dußler (rechts) schoss Abtswind zum Ausgleich.

Das Spiel in der Statistik

SV Alemannia Haibach: Kristijan Ivkic – Denis Löhr, Tobias Schrod, Pasquale Lauria, Lukas Fröhlich (61. Ricardo Santos) – Matthias Sänger, Max Ertler, Enis Arikan (84. Peter Weisenberger), Marcello Fiorentini (54. Faruk Arslan) – Pasqual Verkamp, Mato Papic.
TSV Abtswind: Julian Schneider – Michael Herrmann, Sven Gibfried, Adrian Graf, Przemyslaw Szuszkiewicz – Adrian Dußler, Nicolas Wirsching, Jürgen Endres (8. Frank Hartlehnert, 84. Mathias Brunsch), Philipp Hummel – Daniel Endres, Pascal Kamolz (65. Steffen Barthel).
Schiedsrichter: Michael Emmert (Flachslanden); Assistenten: Simon Dimmerling (Wilhermsdorf), Klaus Kalbskopf (Oberdachstetten).
Zuschauer: 160.
Gelbe Karten: Marcello Fiorentini, Mato Papic (Haibach); Adrian Dußler, Nicolas Wirsching, Philipp Hummel (Abtswind).
Tore: 1:0 Mato Papic (30.), 2:0 Mato Papic (36.), 2:1 Adrian Dußler (61., Foulelfmeter), 2:2 Adrian Dußler (74.), 2:3 Nicolas Wirsching (79.), 2:4 Mathias Brunsch (88.).

Stimmen zum Spiel

Petr Skarabela (Trainer TSV Abtswind): „Wir haben schon in der ersten Hälfte gut gespielt, nur haben wir die Tore nicht gemacht. Nach den vergebenen Chancen hatte ich eine große Wut in mir. Dafür haben uns die Gegentore aus der Bahn geworfen. Wir haben uns dann in der Kabine eingeschworen, um noch etwas zu bewegen. So ist es gekommen. Das war eine richtig geile zweite Halbzeit von uns. Nach dem Rückstand gegen diese Mannschaft mit dem starken Pasqual Verkamp in der Offensive wäre für uns ein Zähler in Ordnung gewesen. Doch wer vier Tore in einer Halbzeit erzielt, der hat sich den Sieg verdient. Das spricht für unsere Qualität. Die Jungs haben den Karren aus dem Druck gezogen. Es ist nicht selbstverständlich, eine solche Partie umzubiegen. Am Ende ist es gutgegangen, dass ich mit meinem Geschrei an der Linie die Mannschaft positiv verrückt gemacht habe. Nach einem 0:2 ist ein Sieg doppelt so viel wert. Das freut einen umso mehr. Heute bin ich richtig stolz auf die Mannschaft.“

Slobodan Komljenovic (Trainer SV Alemannia Haibach): „Wir haben ein sehr gutes Spiel von beiden Mannschaften gesehen – mit Vorteilen für Abtswind aufgrund der besseren Spielanlage. Wir haben sehr viel Einsatz, sehr viel Leben und Kampf reingelegt und haben unsere Konter gut gefahren. Wir haben Qualität nach vorne und waren in der ersten Hälfte sehr effektiv. Wenn wir die hundertprozentige Chance zum 3:0 machen, ist der Deckel drauf. So gibt es den Elfmeter für Abtswind. So ist neues Leben aufgekommen. Wir sind nervöser und ängstlicher geworden. So ist das Spiel durch eine klasse Mannschaft gedreht worden. Wir haben Lehrgeld gezahlt. Wir haben nach dem Abstieg aus der Bayernliga einen Schnitt gemacht und haben einen Neuaufbau hinter uns. Wir wollen uns diese Saison formieren und eine Basis schaffen, damit wir nächstes Jahr oben mitspielen können. Man hat heute gesehen, dass Ansätze vorhanden sind und wir mithalten können, aber es reicht eben noch nicht für ganz oben.“

Adrian Graf (Verteidiger TSV Abtswind): „Meine Stimme ist ein bisschen lädiert. Es war ein hartes Spiel. Wir mussten viel verschieben, viele Kommandos geben. Nach den zwei Gegentoren war es nicht einfach. Wir brauchten die Halbzeitpause, um runterzukommen. In der zweiten Halbzeit haben wir alles gezeigt, was wir können, auch dass wir einen geilen Teamspirit haben. Wir sind eine gute und eingeschworene Truppe. Das ist wichtig. Dann schafft man es, einen solches Spiel zu drehen. Man hat es gerade in der Kabine an der Stimmung gemerkt. Wir sind super erleichtert und aufgelöst. Es hat heute einfach Spaß gemacht. Letztlich haben wir verdient gewonnen.“

Die Abtswinder Bank mit Trainer Petr Skarabela (von links), Teambetreuer Franz Beßler und Angreifer Pascal Kamolz im kollektiven Freudentaumel.

Viele Bilder vom Auswärtssieg in Haibach gibt es in einer Fotoserie.

Die Tore und Höhepunkte des Spiels als Video.

Die Partie in voller Länge bei Sporttotal.tv.

Abtswinds Adrian Graf im Video-Interview.

Wahl zur Elf der Woche beim Fußballportal Fupa: Für Abtswind abstimmen.

Abtswind tanzt im Regen

Jetzt online lesen: Abtswind aktuell


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Der TSV Kleinrinderfeld gastiert am Samstag um 16 Uhr in der Kräuter Mix Arena

Vorschau auf die nächsten Spiele

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In Abtswind aktuell, dem Fußballmagazin des TSV Abtswind, gibt es alle Spiele, Ergebnisse und Tabellen der Fußballer aus dem Kräuterort – von den drei Herrenteams bis zu den Junioren. Außerdem findet der Leser ausführliche Spielanalysen, Statistiken, Stimmen von Trainern und Spielern, Hintergrundstorys, Randgeschichten sowie zahlreiche Bilder.

So sind Zuschauer und Fans immer auf dem Laufenden, was beim TSV Abtswind los ist – Abtswind aktuell eben. Das Web-Paper gibt es als HTML-Version sowie als PDF für alle Smartphones und Tablets zum Anschauen und Herunterladen. Viel Spaß bei der Lektüre!

Der TSV Abtswind freut sich über jeden Zuschauer, der die Mannschaften bei den Spielen unterstützt.

Wer im Fußballmagazin Abtswind aktuell werben möchte, findet weitere Informationen hier.

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„Die Jungs wollen unbedingt jedes Spiel gewinnen“


„Die Jungs wollen unbedingt jedes Spiel gewinnen“

Der Trainer hat das Wort

Hier schreibt Petr Skarabela

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Liebe Fans des TSV Abtswind, verehrte Fußballfreunde,

es gibt nichts Schöneres im Fußball, als bei einem Blick auf die Tabelle, die eigene Mannschaft ganz oben stehen zu sehen. Mit zwei Siegen aus den letzten beiden Spielen konnten wir die Tabellenführung erfolgreich verteidigen. Vor allem der Sieg in Haibach vergangenes Wochenende macht mich als Trainer besonders stolz.

Wir haben gezeigt, welches Potenzial in unserer Mannschaft steckt, denn nach einem 0:2-Rückstand zur Pause, dieses Spiel noch zu gewinnen, war alles andere als leicht. Jetzt wollen wir am Wochenende unseren guten Lauf fortsetzen und gegen den TSV Kleinrinderfeld weitere drei Punkte einfahren.

Wir dürfen den bevorstehenden Gegner jedoch keinesfalls unterschätzen. Diese Mannschaft hat in den letzten Jahren immer im oberen Tabellendrittel der Liga mitgespielt und hat sich mit erst fünf Punkten bisher unter Wert verkauft. Sie verfügen über zahlreiche gute Einzelspieler und sind ein sehr gefährlicher Gegner. Trotzdem bin ich der festen Überzeugung, dass wir als Sieger vom Platz gehen können, wenn meine Mannschaft ihre Leistung wieder genauso abruft, wie in den vergangenen Spielen. In allererster Linie ist es wichtig auf uns zu schauen. Wenn wir das zeigen, was wir können, sind wir nur sehr schwer zu schlagen.

Für das Spiel am Samstag wird uns Jürgen Endres, der in Haibach nach kurzer Zeit ausgewechselt werden musste, verletzungsbedingt fehlen. Dank unseres ausgeglichenen Kaders werden wir diesen Ausfall jedoch kompensieren können. Auch die drei Spieler Lukas Wirth, Jona Riedel und Damian Rzedkowski werden am Wochenende wieder mit im Kader stehen. Sie haben ihre Aufgabe sowohl im Pokal als auch beim Spiel der Zweiten Mannschaft sehr gut gemacht und geben im Training immer Gas. Das fördert den Konkurrenzkampf im Team und ist für den Trainer natürlich immer wünschenswert.

Insgesamt bin ich zurzeit sehr zufrieden mit meiner Mannschaft. Letztes Jahr hätten wir das Spiel in Haibach wohl nicht mehr gewonnen. Wir haben jetzt aber auch bewiesen, dass wir mit sehr schweren Situationen gut umgehen können. Es ist einfach eine andere Qualität in der Mannschaft. Ein Grund sind sicherlich die Neuzugänge wie Julian Schneider, Adrian Dußler und Daniel Endres, die sich mit ihren guten Leistungen sofort als Führungsspieler etabliert haben. Aber auch der Rest der Mannschaft ist deutlich weiter als letztes Jahr. Die Jungs wollen unbedingt jedes Spiel gewinnen und setzen dies fußballerisch exzellent um. Und auch konditionell sind wir auf der Höhe, wenn man sieht was für ein Tempo wir bis zur letzten Minute durchziehen. Natürlich gibt es auch noch Kleinigkeiten, die wir verbessern wollen, aber das bespreche ich intern mit der Mannschaft. Schließlich ist es unser Ziel jedes Spiel ein bisschen besser zu werden, um am Ende der Saison in die Bayernliga aufzusteigen.

Euer
Petr Skarabela

Ja ist denn schon Champions League?


Ja ist denn schon Champions League?

„Gut, wenn mich keiner will, laufe ich einfach mal los!“

DJK Altbessingen – TSV Abtswind II 2:3 (1:1)

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Trotz 70 Prozent Ballbesitz, spielerisch bevorteilt und zwischenzeitlichem 2-Tore-Vorsprung, schlottern den einen zum Ende hin die Knie. Michael Fery´s Altbessinger hingegen verlieren den Platz an der Sonne, denn in den letzten 10 Minuten reicht es gegen Abtswind II lediglich zu deutlich erhöhtem Blutdruck auf der Zuschauertribüne.

Die Partie hat noch nicht richtig begonnen, da klingelts bereits an der Anzeigetafel. „Hoch stehen, konsequent drauf gehen“, wie Fachmann Mehmet Scholl analysieren würde, bringt Abtswind die frühe Führung durch Außenstürmer Julian Beßler. Gerade noch im Edelzwirn, schon vorne mit dabei. Und wie! Die Gäste setzen Altbessingen vom Anstoß weg unter Zugzwang. Michael Fery sieht es kommen, die Zuschauer ebenfalls, und Altbessingens Schlussmann leistet sich im Eins gegen Eins ein haarsträubend schlechtes Abspiel. Anstatt in der eigenen Viererkette landet der Ball bei Julian Beßler, der nicht lange fackelt und mit rechts ins leere Tor vollendet.

Abtswind dominiert die Anfangsphase. Viel Ballbesitz, mutige Vorstöße, vor allem über die Außenpositionen, münzt das Team des Trainerduos Patrick Gnebner und Robert Brenner in einigen ansehnlichen Torabschlüssen um. Ein vermeidbares Foul an der Mittellinie bringt die Hausherren jedoch wieder heran. „So dämlich darf ich in der Szene nicht ran gehen“, meint Julian Beßler später selbstkritisch. Der fällige Freistoß segelt hoch und weit und Schnee behaftet Richtung Abtswinder Strafraum. „Wir bekommen das Ding einfach nicht aus der Gefahrenzone. Und dann steht Kai Herold am langen Pfosten goldrichtig!“, berichtet Innenverteidiger Christoph Kniewasser. Bis zum Seitenwechsel lässt die Gästedefensive keine weitere, nennenswerte Altbessinger Offensivaktion mehr zu, wenn man von Kai Herolds Abschluss aus spitzem Winkel absieht. Abtswinder Torchancen allerdings sind ebenfalls Mangelware.

Wie schon am ersten Spieltag, wird es in der Kabine magisch. Was auch immer gesagt wurde, anscheinend beweisen Patrick Gnebner und Robert Brenner das intuitive Gespür für die perfekte Tonlage, die richtigen Schlagworte. Mit deutlich mehr Schlagkraft gehen die Gäste das Abenteuer zweite Halbzeit an. Mit einem Doppelschlag durch Christoph Kniewasser (58., Kopfball am kurzen Pfosten) und Markus Schamberger (65., sensationell vorbereiteter Konter von Julian Beßler) zieht die Elf vom Friedrichsberg schnell mit zwei Toren davon.

Die Partie jedoch gehorcht ihren individuellen Gesetzen. Trotz 70 Prozent Ballbesitz und spielerischer Dominanz müssen die Gäste am Schluss etwas zittern. Nach dem Treffer von Mario Full, der plötzlich vollkommen frei vor Abtswinds Keeper Eduard-Alin Wellmann auftaucht, bekommt die Heimelf motivationstechnisch die zweite Luft. Mit viel Einsatz und Moral übersteht die Landesligareserve auch die Altbessinger Brechstange. Nach Abpfiff steht ein verdienter Auswärtsdreier auf dem Konto.

Und dann heißt es, schnell in Schale werfen. Von der Bühne Kreisliga geht es umgehend retour zur parallel weiterlaufenden Hochzeitsfeier von Sebastian Krauß. In schickem Zwirn, modisch mit schmalem Schlips oder mit klassisch gebundener Fliege, lässt sich der Auswärtserfolg superb begießen. Von der Kleiderordnung her klar Champions League. Am kommenden Sonntag gastiert die SG Poppenhausen/Kronungen am Friedrichsberg. Hält die weiße Weste auch über den dritten Spieltag hinweg?

Matthias Ley

Das Spiel im Überblick:

DJK Altbessingen: Daniel Lilienweiss – Stefan Wecklein, Christian Reuter, Dominik Göbel, Peter Reitz, Pascal Warmuth, Marcel Warmuth, Julian Weindner, Sebastian Full, Sven Moehres, Kai Herold. Einwechselspieler: Niklas Full, Mario Full, Fabian Balling, Alexander Kuhn, Steffen Full.
TSV Abtswind II: Eduard-Alin Wellmann – Jona Riedel, Damian Rzedkowski, Christoph Kniewasser, Daniel Kaminski, Patrick Gnebner, Markus Golombek, Markus Schamberger, Julian Beßler, Christoph Hofmann, Lukas Wirth. Einwechselspieler: Daniel Eberhardt, Patrick Hock, Johannes Knorr, Tobias Holzberger, Johannes Primus.
Schiedsrichter: Markus Marschall
Zuschauer: ca. 80
Gelbe Karten:
Marcel Warmuth, Sebastian Full (Altbessingen) – Daniel Kaminski, Julian Beßler (Abtswind II)
Tore: 0:1 Julian Beßler (2.), 1:1 Kai Herold (18.), 1:2 Christoph Kniewasser (58.), 1:3 Markus Schamberger (65.), 2:3 Mario Full (70.).

Die Stimmen zum Spiel:

Julian Beßler (Außenstürmer TSV Abtswind II): „Coach meint, hoch stehen und wenn sie kurz raus spielen, gleich pressen, drauf gehen. Markus Schamberger und ich sind vor, haben dem Keeper den Ball abgenommen und rein gewichst. Leider mach ich ein unabsichtliches, taktisches Foul, Freistoß, Kopfball, eins, zwo, drei, drin. Was will man machen. Aber erste Halbzeit waren wir gut, in der zweiten noch besser. Insgesamt war der Sieg absolut verdient. Auch wenn wir zum Schluss etwas zittern mussten.“

Christoph Kniewasser (Verteidiger TSV Abtswind II): „Bevor wir richtig anfangen, haben wir schon 1:0 geführt. Einmal kurz den Keeper angelaufen, der anscheinend noch in der Kabine war. Julian Beßler blockt das verpatzte Zuspiel gedankenschnell ab und schiebt den Ball sogar mit rechts ins leere Tor. Er hat gesagt, dass war vermutlich sein erster Treffer mit rechts. Wir sind immer gut über außen gekommen, vor allem über die linke Seite. Dann ein blödes Foul im Halbfeld. Freistoß, wir verlieren das Kopfballduell. In einer Bogenlampe nach hinten fliegt der Ball an den langen Pfosten. Eduard-Alin und ich waren uns uneins, wer hingehen soll und das nutzt Kai Herold eiskalt aus. Ansonsten hatte Altbessingen nicht mehr viele Chancen. Ein Mal lenkt Eduard-Alin einen Schuss aus spitzem Winkel gegen den Pfosten. Das war es dann auch. Und wir hatten schon einige gute Torabschlüsse, aber kein Durchkommen. In der Halbzeit haben wir uns den ersten Durchgang noch einmal vor Augen geführt. Paar gute Chancen später haben wir Ecke. Ich bin vor, und während die Altbessinger noch diskutiert haben, wer mich nimmt. Da habe ich mir gedacht, gut, wenn mich keiner will, laufe ich einfach mal los und köpfe das Ding am kurzen Pfosten einfach rein. Das 3:1 hat Julian Beßler sauber vorbereitet. Ballgewinn im Mittelfeld, dann spielt Lukas Wirth schnell steil auf „Jules“. Kurz vor dem Keeper quer auf den mitgelaufenen Markus Schamberger. Fertig ist die Laube. Nach dem Gegentreffer waren wir etwas unsortiert. Aber mit Einsatz und Willen überstehen wir auch diese Phase. Am Schluss war der Sieg hochverdient. Wir waren spielerisch besser, haben mehr investiert und hatten auch 70 Prozent Ballbesitz.“

Drei Feierbiester auf der After-Game-Party im Champions League Edelzwirn:
von links Daniel Kaminski und die beiden Torschützen Julian Beßler und Christoph Kniewasser

Abtswind tanzt im Regen


Abtswind tanzt im Regen

Der Tabellenführer startet eine furiose Aufholjagd und wird belohnt

SV Alemannia Haibach – TSV Abtswind 2:4 (2:0)

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Abtswind am Rande einer Niederlage – zumindest eine Stunde lang sah es in Haibach danach aus. Solange liefen die Mannen von Petr Skarabela einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher. Doch dann holte das Team Tor um Tor auf und schnappte sich dank seiner unvergleichlichen Qualität den Sieg. Damit rangiert der TSV weiterhin ungeschlagen an der Spitze der Landesliga. Wer will das Team ernsthaft stoppen?

Lautstarke Musik drang aus dem Keller, durchzogen von Jubelschreien und wildem Gepolter. Das Ganze hatte Ausmaße, dass den Hausherren angst und bange wurde um ihre in die Jahre gekommene Einrichtung. Die Mannschaft des TSV Abtswind, völlig losgelöst und in aufgedrehter Stimmung, machte dann doch keine Anstalten, die Umkleidekabine einzureißen, auch wenn es sich von außen so anhörte. Die Erleichterung der Spieler entlud sich nach dem Schlusspfiff wie der Korken einer durchgeschüttelten Sektflasche. Der Verlauf der Partie bei Alemannia Haibach entsprach so gar nicht dem Muster, wie es die Abtswinder in dieser bislang so erfolgreichen Saison gewohnt sind. Nicht nur dass das Team von Trainer Petr Skarabela nach 338 Minuten in der Landesliga mal wieder ein Gegentor und kurz darauf sogar ein zweites zuließ. Mit dem 0:2-Rückstand des ungeschlagenen Tabellenführers zur Pause deutete sich eine faustdicke Überraschung an. „Hätten wir noch ein Unentschieden geschafft“, sagte Petr Skarabela, „wäre das in Ordnung gewesen.“ Seine Mannschaft wollte jedoch mehr als nur einen Punkt.

Vor allem aber spielte sie ihre unglaubliche Qualität bis zum letzten Angriff aus. In nicht mal einer halben Stunde gelangen Abtswind auf diese beeindruckende Art vier Treffer. Angetrieben vom überragenden Adrian Dußler, der per Foulelfmeter und Distanzschuss den 2:2-Ausgleich erzwang, kam es besonders über die linke Seite immer wieder zu Vorstößen. Frank Hartlehnert und Przemyslaw Szuszkiewicz bildeten ein Duo, das viel bewegte und zwei Treffer vorlegte. „Przemek hat mich positiv überrascht“, sagte Petr Skarabela. „Das war seine beste Leistung überhaupt.“ Hartlehnert rutschte von jetzt auf gleich in die Aufstellung, weil Jürgen Endres schon nach wenigen Minuten Muskelprobleme am Oberschenkel bekam. Nichts deutete darauf hin, dass die Gäste – abgesehen von diesem frühen Wechsel – in Unannehmlichkeiten geraten sollten. „Wir haben auch in der ersten Halbzeit gut gespielt“, stellte Skarabela fest. Allerdings fand keine der vier guten Möglichkeiten in dreißig Minuten den Weg ins Tor. Mal brachte Haibachs Schlussmann noch ein Körperteil an den Ball, mal blockte ein Abwehrspieler im letzten Moment, oder aber Abtswind stand sich beim Abschluss selbst im Weg.

In der Mauer, auf der Lauer: Haibacher in Erwartung eines gegnerischen Freistoßes.

Wie es funktionieren kann, um in Führung zu gehen, zeigten die Gastgeber eindrucksvoll: Ohne Vorwarnung schossen sie sich durch Mato Papic in Führung (30.). Derselbe stand kurz darauf auf Zuspiel von Pasqual Verkamp schon wieder alleine vor dem Abtswinder Gehäuse und schraubte das Ergebnis mit dem zweiten Schuss bereits auf 2:0 für den vormaligen Bayernligisten (36.). „Das haben die beiden in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht“, lobte Haibachs Trainer Slobodan Komljenovic, der einstige Verteidiger der Frankfurter Eintracht, sein wuselndes Stürmerpaar. Die überragende Torausbeute der Platzherren hätte sich um ein Haar vergrößert. Beim nächsten Angriff eroberte Mato Papic den Ball, leitete direkt weiter zu Pasqual Verkamp, der die riesige Gelegenheit zur Vorentscheidung vergab und den Abschluss frei vor dem Tor neben den Pfosten setzte (58.). „In dem Moment hätten wir den Deckel auf das Spiel machen können“, sagte Komljenovic. Nicht unerheblich war auch, dass Marcello Fiorentini, Haibachs Strippenzieher im Mittelfeld, zum Heißsporn wurde. Selbst nach einer Gelben Karte wegen Meckerns blieb der 37-Jährige nicht ruhig, so dass ihn der Trainer aus dem Spiel nahm, ehe es der Schiedsrichter tat.

„Das war aus meiner Sicht entscheidend für die Schwächung des Haibacher Spiels“, sagte Petr Skarabela. Der Impuls für die Abtswinder Aufholjagd entstand aus einem Foul des Haibachers Pasquale Lauria an Pascal Kamolz im Strafraum. Torhüter Julian Schneider hatte den Angriff mit einem schnellen, weiten Abschlag eingeleitet. Nach Dußlers Strafstoß-Anschlusstreffer zum 1:2 in der 61. Minute liefen die Gäste mitsamt Trainer Skarabela heiß. Der 49-Jährige stand an der Seitenlinie im einsetzenden Regen unter Strom und peitschte sein Team unüberhörbar nach vorne. Die letzten 25 Minuten besaßen eine hohe Intensität. Es spielte nur noch Abtswind mit dem festen Entschluss, den Rückstand aufzuholen. Adrian Dußlers Schuss zum 2:2 von jenseits der Strafraumkante brachte die Erlösung (74.). Doch es kam noch besser: Mit den Treffern von Nicolas Wirsching und Mathias Brunsch zum 4:2-Endstand stand Abtswind in der Achterbahnfahrt der Gefühle mit einem Mal ganz weit oben – genauso wie mit dreizehn Punkten und 19:3-Toren in der Tabelle. Als Verfolger scheint derzeit nur der ASV Vach in Sicht.

Michael Kämmerer

Erfolgsgarant: Adrian Dußler (rechts) schoss Abtswind zum Ausgleich.

Das Spiel in der Statistik

SV Alemannia Haibach: Kristijan Ivkic – Denis Löhr, Tobias Schrod, Pasquale Lauria, Lukas Fröhlich (61. Ricardo Santos) – Matthias Sänger, Max Ertler, Enis Arikan (84. Peter Weisenberger), Marcello Fiorentini (54. Faruk Arslan) – Pasqual Verkamp, Mato Papic.
TSV Abtswind: Julian Schneider – Michael Herrmann, Sven Gibfried, Adrian Graf, Przemyslaw Szuszkiewicz – Adrian Dußler, Nicolas Wirsching, Jürgen Endres (8. Frank Hartlehnert, 84. Mathias Brunsch), Philipp Hummel – Daniel Endres, Pascal Kamolz (65. Steffen Barthel).
Schiedsrichter: Michael Emmert (Flachslanden); Assistenten: Simon Dimmerling (Wilhermsdorf), Klaus Kalbskopf (Oberdachstetten).
Zuschauer: 160.
Gelbe Karten: Marcello Fiorentini, Mato Papic (Haibach); Adrian Dußler, Nicolas Wirsching, Philipp Hummel (Abtswind).
Tore: 1:0 Mato Papic (30.), 2:0 Mato Papic (36.), 2:1 Adrian Dußler (61., Foulelfmeter), 2:2 Adrian Dußler (74.), 2:3 Nicolas Wirsching (79.), 2:4 Mathias Brunsch (88.).

Stimmen zum Spiel

Petr Skarabela (Trainer TSV Abtswind): „Wir haben schon in der ersten Hälfte gut gespielt, nur haben wir die Tore nicht gemacht. Nach den vergebenen Chancen hatte ich eine große Wut in mir. Dafür haben uns die Gegentore aus der Bahn geworfen. Wir haben uns dann in der Kabine eingeschworen, um noch etwas zu bewegen. So ist es gekommen. Das war eine richtig geile zweite Halbzeit von uns. Nach dem Rückstand gegen diese Mannschaft mit dem starken Pasqual Verkamp in der Offensive wäre für uns ein Zähler in Ordnung gewesen. Doch wer vier Tore in einer Halbzeit erzielt, der hat sich den Sieg verdient. Das spricht für unsere Qualität. Die Jungs haben den Karren aus dem Druck gezogen. Es ist nicht selbstverständlich, eine solche Partie umzubiegen. Am Ende ist es gutgegangen, dass ich mit meinem Geschrei an der Linie die Mannschaft positiv verrückt gemacht habe. Nach einem 0:2 ist ein Sieg doppelt so viel wert. Das freut einen umso mehr. Heute bin ich richtig stolz auf die Mannschaft.“

Slobodan Komljenovic (Trainer SV Alemannia Haibach): „Wir haben ein sehr gutes Spiel von beiden Mannschaften gesehen – mit Vorteilen für Abtswind aufgrund der besseren Spielanlage. Wir haben sehr viel Einsatz, sehr viel Leben und Kampf reingelegt und haben unsere Konter gut gefahren. Wir haben Qualität nach vorne und waren in der ersten Hälfte sehr effektiv. Wenn wir die hundertprozentige Chance zum 3:0 machen, ist der Deckel drauf. So gibt es den Elfmeter für Abtswind. So ist neues Leben aufgekommen. Wir sind nervöser und ängstlicher geworden. So ist das Spiel durch eine klasse Mannschaft gedreht worden. Wir haben Lehrgeld gezahlt. Wir haben nach dem Abstieg aus der Bayernliga einen Schnitt gemacht und haben einen Neuaufbau hinter uns. Wir wollen uns diese Saison formieren und eine Basis schaffen, damit wir nächstes Jahr oben mitspielen können. Man hat heute gesehen, dass Ansätze vorhanden sind und wir mithalten können, aber es reicht eben noch nicht für ganz oben.“

Adrian Graf (Verteidiger TSV Abtswind): „Meine Stimme ist ein bisschen lädiert. Es war ein hartes Spiel. Wir mussten viel verschieben, viele Kommandos geben. Nach den zwei Gegentoren war es nicht einfach. Wir brauchten die Halbzeitpause, um runterzukommen. In der zweiten Halbzeit haben wir alles gezeigt, was wir können, auch dass wir einen geilen Teamspirit haben. Wir sind eine gute und eingeschworene Truppe. Das ist wichtig. Dann schafft man es, einen solches Spiel zu drehen. Man hat es gerade in der Kabine an der Stimmung gemerkt. Wir sind super erleichtert und aufgelöst. Es hat heute einfach Spaß gemacht. Letztlich haben wir verdient gewonnen.“

Die Abtswinder Bank mit Trainer Petr Skarabela (von links), Teambetreuer Franz Beßler und Angreifer Pascal Kamolz im kollektiven Freudentaumel.

Viele Bilder vom Auswärtssieg in Haibach gibt es in einer Fotoserie.

Die Tore und Höhepunkte des Spiels als Video.

Die Partie in voller Länge bei Sporttotal.tv.

Abtswinds Adrian Graf im Video-Interview.

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