Die zweite Mannschaft belohnt sich einfach nicht


Der Systemwechsel nach 20 Minuten kam zu spät – 45 Minuten Anrennen ohne zählbaren Erfolg

TSV Abtswind II – SV Mühlhausen/Schraudenbach 2:3 (2:3)

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Nach 20 Minuten stellt Thorsten Götzelmann um und beordert Fabian Mauderer ins hoffnungslos unterbesetzte Mittelfeld. „Ich musste reagieren. Gegen eine Mannschaft wie Mühlhausen, die sauber übers Mittelfeld kombinieren, kommst du mit einem Flügel lastigen 3-5-2 nicht an“ meint Abtswinds Interimstrainer, der für den im Urlaub weilenden Velibor Teofilovic nicht nur an der Linie operierte.

Mit Akklimatisieren, Abtasten oder sonstigen Spielchen zum Eingewöhnen hält sich kaum einer auf. Nach einem verunglückten Abtswinder Rückpass geht Mühlhausens Stürmer David Schyroki steil, legt von der Grundlinie zurück. Christian Knaups Slapstick Torabschluss landet zielsicher beim frei stehenden Mannschaftskollegen. Aus 8 Metern Tordistanz schwartet Leopold Göbel die Kugel in den Winkel. Abtswind gleicht mit dem direkten Gegenzug aus. Feine Kombination über Kapitän Christoph Kniewasser auf Stürmer Andy Herrmann, der direkt in den Lauf seines Sturmpartners schiebt. Jona Riedel setzt das Ding unhaltbar zum 1:1 in die Maschen. Da waren gerade einmal 4 Minuten von der Uhr.

Moralisch unschlagbar“, bewertet Abtswinds Stürmer Andreas Herrmann die Zeit nach dem Ausgleich. „Besser geht es nicht mehr. Aber das kaschiert nur, wie schlecht wir in die Spitze gespielt haben. Ständig hoch und weit. Da musst du gegen solch ausgebuffte Verteidiger wie Mühlhausens Kapitän Sebastian Neubert und René Fischer bestehen. Die gewinnen jedes Kopfballduell.“ In der Summe landen die Diagonalbälle aus der Abtswinder Viererkette zielsicher in Mühlhausens Defensive. Aufbau übers Abtswinder Mittelfeld ist kaum möglich. Im Zusammenspiel mit Maximilian Heß kann Eric Köhler dieses Mal kaum eine defensive Köhler-Linie ziehen. Die zwei Abtswinder stehen ständig einer zahlenmäßigen Mühlhäuser Übermacht gegenüber. Bildlich gesprochen: Abtswind zieht das Spiel taktisch extrem auf die Flügel und lässt dabei die Mitte brach liegen. Genau in diese Räume kombiniert das Team von Gästetrainer Thomas Niesner: „Abtswind spielt offensiv Hara-Kiri. Da schaltet sich alles ein, bis auf den Torwart. Aus den uns bietenden Räumen hätten wir deshalb mehr machen müssen.“ Auch so führt Mühlhausen nach einem Doppelschlag Mitte der ersten Hälfte mit 3:1. Erst eine Einzelaktion von Fabian Mauderer kaschiert das Ergebnis halbwegs. In der 40. Minute zieht er gegen gleich 3 Gegenspieler in den Mühlhäuser Strafraum ein und wird unmittelbar vorm Torabschluss von den Socken geholt. Den fälligen Strafstoß verwandelt Christoph Hofmann humorlos zum 2:3- Anschlusstreffer aus Abtswinder Sicht.

Abtswind kommt mit Dampf aus dem Kabinentrakt und schnürt die Gäste phasenweise in deren eigener Hälfte ein. Chancen beinahe im Minutentakt. „Wir hatten uns den Gegner so schön zurecht gelegt“, meint ein konsternierter Andreas Herrmann nach Abpfiff. „Da müssen wir einfach 3 Dinger nachlegen und gut ist.“ Und wie sooft, wenn eine Partie eine gewisse Betriebstemperatur erreicht, kommen die strittigen Szenen zwangsläufig. Beispiel gefällig? Ein Abtswinder Eckball zischt unberührt durch den Mühlhäuser Strafraum. Im Hintergrund, am langen Pfosten steht Verteidiger Steffen Rumpel, wird vollkommen überrascht und wischt die Pille mit dem rechten Arm aus der Gefahrenzone. Auf Nachfrage bewertet Schiedsrichter Bernhard Limmer die Situation als Hand angelegt. Kurz darauf dreht sich Abtswinds Stürmer Thorsten Götzelmann um seinen Gegenspieler herum, legt sich den Ball in den Lauf, und wird oben und unten zu Fall gebracht. „Das habe ich genau gesehen“, meint der Unparteiische später im Abtswinder Mannschaftsheim auf Nachfrage. „Beide Akteure haben geklammert. Nach der Drehung hebt der Abtswinder sofort ab. Nur aufgrund des beidseitigen Textilvergehens habe ich ihm keine Verwarnung wegen Schwalbe gezeigt.“ An der Abtswinder Fanbande hingegen legt man sich sofort fest. Klarer Elfmeter. Mühlhausens Trainer Thomas Niesner wurde dabei stark an das letzte Aufeinandertreffen beider Teams erinnert. Da setzte Thorsten Götzelmann denselben Bewegungsablauf in Gang und bekam den schuldigen Elfmeter. Dieses Mal bleibt die Pfeife stumm. Und einige gute Abtswinder Torgelegenheiten im Wechsel mit sich häufenden Mühlhäuser Kontern später beendet Bernhard Limmer eine rassige, spannende Kreisligapartie.

Nach Abpfiff gehen die Meinungen aber so was von diametral auseinander. Einziger Konsens aller Beteiligten, quasi der kleinste gemeinsame Nenner, lautet: Das war mal eine attraktive Veranstaltung – mit dem besseren Ende für die Gäste, die eine spontane, lustige Kabinenpartie starten. Polonaise, Trinksprüche, Hoch die Asbach-Tassen inklusive. Die Abtswinder Landesligareserve übt sich währenddessen in Galgenhumor, oder wie es Daniel Kaminski lapidar raus rotzt: „Alles wie immer!“

Matthias Ley

Das Spiel im Überblick:

TSV Abtswind II: Eduard-Alin Wellmann – Christoph Hofmann, Christoph Kniewasser, Michael Rügamer, Maximilian Heß – Eric Köhler – Fabian Mauderer, Manuel Pauly, Jona Riedel, Julian Beßler – Andreas Herrmann. Einwechselspieler: Daniel Kaminski, Thorsten Götzelmann, Patrick Hock, Markus Golombek, Markus Schamberger.

SV Mühlhausen/Schraudenbach: Simon Falz – Leopold Göbel, Steffen Rumpel, Moritz Rumpel, Sebastian Neubert – Nico Mayer, Michael Pfeuffer, René Fischer, Christian Knaup – David Schyroki, Kevin Rumpel. Einwechselspieler: Steven Rumpel, Bernd Rumpel, Johannes Weippert, Marcel Facius.

Schiedsrichter: Bernhard Limmer (Hirschaid)

Zuschauer: ca. 70

Gelbe Karten: Christoph Kniewasser (TSV Abtswind II) – Nico Mayer, Kevin Rumpel (SV Mühlhausen/Schraudenbach)

Tore: 0:1 Leopold Göbel (3.), 1:1 Jona Riedel (4.), 1:2 Sebastian Neubert (23.), 1:3 Michael Pfeuffer (27.), 2:3 Christoph Hofmann (40., Foulelfmeter).

Die Stimmen zum Spiel:

Thorsten Götzelmann (Interims-Trainer TSV Abtswind II): Mit gewissen Vorgaben zum Spielsystem haben wir schlecht begonnen. Nach 20 Minuten konnte ich nicht anders, als umzustellen. Mit dem Personal heute hat das einfach nicht gepasst. Mühlhausen ist eine fußballerische Mannschaft. Die bläst den Ball nicht longline nach vorn, sondern bauen sauber übers Mittelfeld auf. Da waren Eric Köhler und Maximilian Heß ständig unterbesetzt. Dieses vorgegebene 3-4-3 hat hint und vorn nicht hingehauen. Nachdem Fabian Mauderer zurück gegangen ist, hat das besser geklappt. Trotzdem haben wir drei dumme Gegentreffer kassiert, die so normal nie fallen dürfen. In der Pause habe ich das klar angesprochen und erklärt, wie ich mir das vorstelle. Dann haben wir deutlich mehr Druck auf den Ball bekommen und uns eine Vielzahl an Torchancen heraus gespielt. Schade, dass wir uns für den Aufwand in der zweiten Hälfte nicht belohnt haben. Selbst Kevin Rumpel, Mühlhausens Außenverteidiger lobt dich für eine granatenstarke zweite Halbzeit. Aber davon kannst du dir nichts kaufen.

Thomas Niesner (Trainer SV Mühlhausen/Schraudenbach): Gerade in der ersten Hälfte ist mein Plan voll aufgegangen. Wir standen hinten kompakt. Gerade wenn man weiß, dass Abtswind spielerisch das Beste darstellt, was die Kreisliga zu bieten hat, da musst du defensiv sicher stehen. Sie spielen bedingungslos offensiv, was die eigene Mannschaft unter Druck setzt, aber auch Räume schafft für Konter. Das geht nur über Laufbereitschaft, wenn sie meistens in Überzahl nach vorne spielen. Da schaltet sich so ziemlich alles ein, was Beine hat. Aber wir müssen aus unseren Konterchancen mehr Kapital schlagen. Meiner Meinung nach sollten wir mit einem 4:1 in die Pause gehen. Und dann geht bei Abtswind beim ein oder anderen wahrscheinlich der Kopf runter. Wenn nur zwei gegnerische Spieler nicht Vollgas geben, dann schaukeln wir die Partie locker runter. So wird es in der zweiten Halbzeit noch einmal richtig heiß. Wir standen mit dem Rücken zur Wand. Ob der Auswärtssieg verdient war? Aufgrund der ersten Hälfte ja, aber betrachtet man die zweiten 45 Minuten, dann war der Sieg glücklich. In der Frage möchte ich mich nicht festlegen.

Andreas Herrmann (Stürmer TSV Abtswind II): Gerade in der ersten Halbzeit haben wir defensiv komplett gepennt. Wir kriegen den ersten Gegentreffer aus einem verunglückten Rückpass. Das kann natürlich einmal passieren. Kommen aber prompt zurück. Von der Moral kann uns da nichts besseres passieren. Beim zweiten Gegentreffer steht die Mauer wahrscheinlich nicht richtig. Beim dritten Treffer irritiert Michael Rügamer seinen Torwart. Aber wir holen noch vor der Pause den Elfmeter zum 2:3-Anschlusstreffer raus. Dann waren wir dran. Es ist nicht so, dass wir in der ersten Hälfte keine Chancen hatten. Bei uns fehlte ein offensives Aufbauspiel. Ständig lange Bälle in die Spitze. Wir haben kaum von Station über Station die Bälle nach vorne getragen. Nach dem Seitenwechsel war das ein ganz anderes Spiel. Da haben wir viele Bälle in die Box bekommen, auch keine schlechten. In diesen Situationen waren wir den einen Schritt zu spät, um besser an den Ball zu kommen. Das Handspiel von Mühlhausens Verteidiger Steffen Rumpel wird vermutlich von 90 Prozent der Schiedsrichter gepfiffen. Heute halt nicht. Aber das ist keine Entschuldigung. Wir wollen aufsteigen, sind vermutlich die spielerisch beste Mannschaft in der Kreisliga. Da können wir uns nicht an solchen Kleinigkeiten aufhängen. In der zweiten Halbzeit legen wir uns den Gegner richtig zurecht, dann müssen wir in der Lage sein, zwei, drei Mal zu klatschen und dann geht die Partie 6:3 aus.

Eduard-Alin Wellmann (Torwart TSV Abtswind II): Der 1:3-Gegentreffer sah schon kurios aus. Die Flanke kommt hoch rein. Im Rückwärtslaufen stolpere ich fast über Michael Rügamer in meinem Rücken, bekomme trotzdem noch eine Hand an den Ball und der rollt so saublöd über die Fingerkuppen. Von unten bis oben eine schön doofe Situation. Warum wir wieder erst in der zweiten Halbzeit das Fussballen anfangen, das ist schon ein Mysterium. Trotzdem hätten wir mindestens einen Punkt verdient gehabt.

Voller Einsatz an der Linie und in der zweiten Hälfte auch mittendrin: Thorsten Götzelmann

Thorsten Goetzelmann_1617_3x4_v4.2

Die zweite Mannschaft belohnt sich einfach nicht

Florian Warschecha fliegt mit kaputter Schulter


Der Schlussmann spielt seit Wochen mit einer Verletzung und verschiebt die Operation auf die Winterpause

TSV Abtswind – TuS Röllbach 4:0 (2:0)

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Das nennt man wohl eine makellose Bilanz: Alle seine drei Spiele auf eigenem Terrain hat der TSV Abtswind diese Saison mehr als souverän gewonnen. Macht in Zahlen neun Punkte und zwölf Tore, ohne dass dabei ein Gegentreffer fiel. Ins Muster fügte sich die Partie gegen den TuS Röllbach gleichermaßen. Daheim ist es halt doch am schönsten.

Er sei ja nicht so ein Mann der großen Worte. Sagt Florian Warschecha und meint das fast schon entschuldigend. Die hochgestochenen Sätze braucht’s meist auch gar nicht, um ein Fußballspiel treffend zu beschreiben. Und außerdem: Warum so bescheiden, Herr Warschecha? Abtswinds Schlussmann kam nach dem Schlusspfiff dann doch ganz nett ins Plaudern und hatte manchen Lacher auf seiner Seite. Vorrangig interessierte natürlich sein Gesundheitszustand. Der 27-Jährige ist nämlich verletzt, angeschlagen, wie auch immer. Irgendwas ist kaputt in seiner Schulter. Warschecha stellt sich trotzdem in den Kasten. Seit Wochen. Wann und wie das Ganze passiert ist? Puh! Weiß er selbst nicht so genau. Vermutlich war’s ein ungelenkes Strecken im Pokalspiel gegen den TSV Aubstadt Anfang Juli. „Am nächsten Tag konnte ich meine Schulter kaum bewegen“, erzählte Warschecha.

Mehrere Doctores schauten sich ihn an. Häufiger als auf dem Trainingsplatz war er bei Ärzten anzutreffen, doch erst der letzte Mediziner traf die richtige Diagnose. Um eine Operation wird Warschecha nicht herumkommen. Unters Messer legt er sich aber einstweilen nicht, weil das mehrere Monate Pause nach sich ziehen wird. Also hat Warschecha zusammen mit Trainer Petr Skarabela entschieden, den Eingriff in die Winterpause Anfang Dezember zu verschieben. Bis dahin beißt der pfundige Torwart die Zähne zusammen. „Manch anderer würde wohl nicht spielen“, glaubt Warschecha. „Ich bin nicht aus Zucker.“ Ganz ohne Vorsorge geht’s freilich nicht. Vor jedem Training, vor jedem Spiel versucht Masseur Johann Schäfer die Verletzung in den Griff zu bekommen – mit Salben und anderen Mittelchen, um die Schmerzen einzudämmen, was auch nicht immer angenehm ist. „Ich dachte heute einen Moment, mir verbrennt die Schulter“, sagte der Ballfänger nach dem Röllbach-Spiel. So sehr ging eine Wärmepaste unter die Haut.

Die Scherereien lohnen sich gerade für Florian Warschecha. Auch wenn’s ihn manchmal zwickt, entscheidend beeinträchtigt scheint er nicht. Jedenfalls gab’s große Anerkennung für eine immens wichtige Einlage. Nicht nur der eigene Coach Petr Skarabela lobte: „Mit so einem Torwart geht es mir noch besser.“ Selbst Röllbachs Trainer Albano Carneiro war beeindruckt: „Glückwunsch zur Parade!“ Knapp eine Stunde war vorüber, als Warschecha in den Flugmodus musste. Marius Diwersi hatte freistehend aus kurzer Entfernung abgezogen, doch Abtswinds Schlussmann lenkte den Ball dank starker Reflexmotorik übers Gestänge. 2:0 stand es da für sein Team. Mit dem Anschlusstreffer der Gäste wäre es womöglich noch mal eine heiße Kiste geworden. So aber machte Abtswind wenig später den Deckel drauf. Nicolas Wirsching schaufelte den Ball nach einem abgewehrten Freistoß im Rückwärtsfallen ins obere Eck. 3:0 hieß es damit (67. Minute).

Viel öfter war Florian Warschecha gar nicht gefordert, der trotz der niedrigen Beschäftigung im richtigen Moment aufmerksam war. Zu sicher stand die Abwehr vor ihm, als dass noch mehr Bälle durchrutschten. Es war ein Spiel ganz nach dem Geschmack von Trainer Skarabela. „Ich bin momentan richtig stolz die Mannschaft“, sagte der 48-Jährige. Abtswind befindet sich schließlich in einer Wohlfühlzone. Mit drei Siegen am Stück hat die Mannschaft eine kleine Serie gestartet. Die Ergebnisse sind ausufernd. Besonders daheim stimmen Ergebnis und Erlebnis. In der Tabelle gab es zur Belohnung einen kräftigen Sprung nach vorne. Besonders der Rückstand auf den wohl schärfsten Konkurrenten Jahn Forchheim hält sich bei drei Zählern in Grenzen.

Dass es mal wieder ein souveräner Sieg wurde, machte sich schon früh bemerkbar. Bis zur ersten Chance dauerte es keine zwei Minuten. Pascal Kamolz verpasste und stand kurz darauf schon wieder dort, wo ein Stürmer eben sein muss. Nur mit dem Zielen brauchte er noch ein bisschen. Das lief bei Thilo Wilke besser. Carl Murphys steiles Zuspiel kam da gerade recht. Wilke eilte davon und traf zum 1:0 (13.). Das Adrenalin aus dem Spiel nahm Kamolz noch vor der Pause. Sein dritter Anlauf, ein Tor zu erzielen, glückte. Nach der Flanke von Przemyslaw Szuszkiewicz brachte ein Kopfball das beruhigende 2:0 (41.). „Zwei einfache Fehler waren das von uns“, stellte Röllbachs Trainer Albano Carneiro fest. Einmal war seine Truppe richtig nah dran am Ausgleich, als Fabian Wolf das Tor knapp mit dem Kopf verfehlte (30.). „Wir müssen lernen“, sagte Carneiro, „und wir müssen Ruhe bewahren.“

Fünfmal hintereinander hat der Aufsteiger nun schon verloren, erst einen Sieg geholt. Solche Verhältnisse kannte man die letzten Jahre nicht. Zur Meisterschaft in der Bezirksliga ging’s tatsächlich ohne Niederlage. In Abtswind spielte Röllbach munter mit. „Wir versuchen es nicht nur übers Laufen und Kämpfen“, erklärte Carneiro. „Ich habe viele Spieler, die toll kombinieren können.“ Nur geht’s bei den Gegnern in der Landesliga eben schneller zu. Hoch anzurechnen war den Röllbachern, dass sie sich selbst nach dem dritten Gegentreffer nicht hängen ließen. Den direkt verwandelten Freistoß von Carl Murphy zum 4:0-Endstand verhindern konnten sie dennoch nicht (86.).

Michael Kämmerer

Das Spiel in der Statistik

TSV Abtswind: Florian Warschecha – Carl Murphy, Daniel Hämmerlein, Adrian Graf, Przemyslaw Szuszkiewicz –Nicolas Wirsching, Jürgen Endres (86. Patrick Gnebner), Steffen Barthel, Thilo Wilke –Pascal Kamolz (70. Jona Riedel), Peter Mrugalla (83. Frank Hartlehnert).
TuS Röllbach: Erich Giesbrecht – Nico Heckmann (65. André Pascual), Marius Diwersi, Nicolai Kuhn, Björn Erhart (66. Daniel Koch)– René Hagendorf, Florian Grimm, Fabian Wolf, Till Link – Alexander Grimm (89. Merter Förtig), Mario Ackermann.
Schiedsrichter: Peter Frank (Uttenreuth); Assistenten: Martin Pehle (Großdechsendorf), Florian Leschka (Röttenbach).
Zuschauer: 170.
Gelbe Karten: Thilo Wilke (Abtswind); René Hagendorf, Björn Erhart, Marius Diwersi (Röllbach).
Tore: 1:0 Thilo Wilke (13.), 2:0 Pascal Kamolz (41.), 3:0 Nicolas Wirsching (67.), 4:0 Carl Murphy (86.).

Stimmen zum Spiel

Petr Skarabela (Trainer TSV Abtswind): „Wichtig ist mir, dass wir in den drei Heimspielen neun Punkte geholt, zwölf Tore geschossen und keines kassiert haben. Mittlerweile befinden wir uns auf einer Welle des Erfolgs. Jeder Spieler ist begeistert, wenn er von Beginn an aufläuft. Die Art und Weise, wie wir auftreten, begeistert auch mich. Torhüter Florian Warschecha war im richtigen Moment präsent. Wenn nach einer Stunde das 1:2 fällt, wäre das Spiel vielleicht schwieriger geworden. Wir hatten die Spielanteile, haben nicht viel zugelassen. Es freut mich, dass wir momentan so viele Tore schießen. So kommen auch die Zuschauer auf ihre Kosten. Das wird auch mal wieder anders sein. Hauptsache ist, dass die Mannschaft erfolgshungrig bleibt, dass jeder einzelne auf seinen Einsatz brennt. Wenn die Mannschaft so wie heute umsetzt, was ich vorgebe, ist das der Idealfall.“

Albano Carneiro (Trainer TuS Röllbach): „Das war unsere fünfte Niederlage in Serie. Das sind wir nicht gewohnt nach einer sehr guten Bezirksliga-Saison, in der wir kein einziges Mal verloren hatten. Wir dürfen nicht die Köpfe hängen lassen, denn wir haben die Qualität, um in der Klasse zu bleiben. Gegen jeden Gegner haben wir mitspielt und die Punkte zu einfach liegen lassen. Wir müssen uns so schnell wie möglich an die Landesliga gewöhnen. Mit viel Laufarbeit und Kampf wollten wir heute ins Spiel kommen. Zwei einfache Fehler haben vor der Pause zu den Abtswinder Toren geführt. In der zweiten Halbzeit haben wir gut verteidigt und auch nach vorne einige Akzente gezeigt. Und dann holt der Abtswinder Torhüter den Ball mit einem hervorragenden Reflex heraus. Der Anschlusstreffer hätte noch einmal etwas bewegen können.“

Florian Warschecha (Torhüter TSV Abtswind): „Heute gibt es nicht viel zu meckern. Bis auf Kleinigkeiten haben wir unsere Sache wieder gut gemacht. Ich selbst habe nur einen Ball aufs Tor bekommen, und den habe ich gehalten. Dafür bin ich schließlich da. Auch wenn man als Keeper nicht viel zu tun hat, ist man immer mittendrin, um die Konzentration zu bewahren. Wir sind hinten kompakt, egal welcher Verteidiger vor mir steht. Jeder kann sich auf den anderen verlassen. Das gibt ein Gefühl der Sicherheit. Vor jedem Spiel versuchen wir mit Masseur Johann Schäfer meine Schulterverletzung in den Griff zu bekommen. Im Spiel bin ich dann nicht entscheidend beeinträchtigt, spüre nur hin und wieder einen Schmerz. Ich bin nicht aus Zucker. Bis zur Winterpause ziehe ich es auf diese Weise durch. Im Dezember lasse ich mich operieren.“

Wahl zur Elf der Woche beim Fußballportal Fupa: Hier für Abtswind abstimmen

Florian Warschecha fliegt mit kaputter Schulter

„Der Erfolg wird der Mannschaft einen Schub geben“


Der Trainer hat das Wort

Hier schreibt Petr Skarabela

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Liebe Fans des TSV Abtswind, verehrte Fußballfreunde,

jeden Montag, Dienstag und Donnerstag fahre ich voller Vorfreude die 35 Kilometer von meinem Wohnort Neustadt/Aisch zum Training nach Abtswind. Die Arbeit mit der Mannschaft und jedem einzelnen Spieler begeistert mich immer wieder aufs Neue. In den vergangenen Tagen war die Lust auf die Trainingseinheiten noch einmal größer.

Das lag, wie man sich leicht denken kann, an unserem rauschenden 9:2-Sieg gegen den FC Fuchsstadt, der bei uns für großartige Stimmung gesorgt hat. Das Ergebnis spricht für sich und belegt, welch tollen Fußball wir gespielt haben, vor allem in der letzten halben Stunde. Neun Tore muss man erst einmal schießen – egal gegen welchen Gegner. Endlich hat es mit unserem ersten Auswärtssieg der Saison geklappt. Einfach klasse! Der Erfolg wird der Mannschaft einen Schub nach vorne geben. Besonders freue ich mich für die Stürmer Pascal Kamolz und Peter Mrugalla, die beide in der vergangenen Saison lange verletzt waren. Mit seinen drei Treffern hat Pascal Selbstvertrauen getankt. Peter hat durch zwei Tore und drei Vorlagen gezeigt, dass er ein richtig guter Fußballer ist. Von beiden waren das positive Zeichen für die Zukunft.

Vor einiger Zeit hatte ich noch unsere Chancenverwertung bemängelt. Die Mannschaft hat sich die Kritik zu Herzen genommen und bewiesen, wie lernfähig sie ist. In den Spielen gegen Höchberg, Lichtenfels und Fuchsstadt haben wir insgesamt siebzehn Mal getroffen. Das ist ein Wort! Doch eines kann ich versprechen: Die Mannschaft bleibt am Boden; bei uns ruht sich keiner auf den Erfolgen aus.

Die jüngsten Siege sind der verdiente Lohn für das gute Training der Mannschaft. Doch ich bin Perfektionist, und übertreibe es damit auch schon mal. Trotzdem kann ich sagen, dass unsere Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Mein Ziel ist es, dass die Mannschaft ansehnlichen und erfolgreichen Fußball spielt. Wenn uns das gelingt, werden wir uns vorne in der Tabelle festsetzen und bis zum Saisonende um einen der ersten beiden Plätze mitspielen. In unserer aktuellen Verfassung können wir uns nur selbst schlagen.

Personell habe ich glücklicherweise die Qual der Wahl, auch wenn Michael Herrmann wegen einer Verletzung, Jörg Otto, Jonas Wirth und Sven Gibfried wegen Urlaubs fehlen. Dafür kehrt Thilo Wilke in den Kader zurück. Daniel Hämmerlein, Jona Riedel und Patrick Gnebner, die zuletzt von der Bank ins Spiel kamen, haben gezeigt, dass sie gleichwertige Alternativen sind. Ich werde mir für das Spiel an diesem Samstag die besten elf Akteure herauspicken.

Der Spielplan will es, dass wir am sechsten Spieltag bereits auf den letzten der vier Aufsteiger treffen. Der TuS Röllbach ist ohne Niederlage durch die Bezirksliga marschiert. Ich erwarte die Gäste wie jeden unserer Gegner defensiv eingestellt. Mir ist nicht bange, selbst wenn zehn Verteidiger vor uns stehen. Meine Spieler können auch damit umgehen. Denn eines ist klar: Wir müssen die drei Punkte in Abtswind behalten. Sonst war der Sieg gegen Fuchsstadt nichts wert.

Euer
Petr Skarabela

„Der Erfolg wird der Mannschaft einen Schub geben“

Abtswinder Fußballmagazin ist online!


Vorschau auf die Spiele des Wochenendes

Der TuS Röllbach zu Gast in der Kräuter Mix Arena

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In Abtswind aktuell, dem Fußballmagazin des TSV Abtswind, gibt es ausführlich aufbereitet alle Spiele, Ergebnisse und Tabellen der Fußballer aus dem Kräuterort – von den drei Herrenteams bis zu den Juniorenmannschaften. Außerdem findet der Leser ausführliche Spielanalysen, Statistiken, Stimmen von Trainern und Spielern, Hintergrundstorys, Randgeschichten sowie zahlreiche Bilder.

So sind Zuschauer und Fans immer auf dem Laufenden, was beim TSV Abtswind los ist – Abtswind aktuell eben. Das Web-Paper gibt es als HTML-Version sowie als PDF für alle Smartphones und Tablets zum Anschauen und Herunterladen. Viel Spaß bei der Lektüre!

Der TSV Abtswind freut sich über jeden Zuschauer, der die Mannschaften bei den Spielen unterstützt.

Wer im Fußballmagazin Abtswind aktuell werben möchte, findet weitere Informationen hier.

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Abtswinder Fußballmagazin ist online!

Die zweite Mannschaft belohnt sich einfach nicht


Der Systemwechsel nach 20 Minuten kam zu spät – 45 Minuten Anrennen ohne zählbaren Erfolg

TSV Abtswind II – SV Mühlhausen/Schraudenbach 2:3 (2:3)

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Nach 20 Minuten stellt Thorsten Götzelmann um und beordert Fabian Mauderer ins hoffnungslos unterbesetzte Mittelfeld. „Ich musste reagieren. Gegen eine Mannschaft wie Mühlhausen, die sauber übers Mittelfeld kombinieren, kommst du mit einem Flügel lastigen 3-5-2 nicht an“ meint Abtswinds Interimstrainer, der für den im Urlaub weilenden Velibor Teofilovic nicht nur an der Linie operierte.

Mit Akklimatisieren, Abtasten oder sonstigen Spielchen zum Eingewöhnen hält sich kaum einer auf. Nach einem verunglückten Abtswinder Rückpass geht Mühlhausens Stürmer David Schyroki steil, legt von der Grundlinie zurück. Christian Knaups Slapstick Torabschluss landet zielsicher beim frei stehenden Mannschaftskollegen. Aus 8 Metern Tordistanz schwartet Leopold Göbel die Kugel in den Winkel. Abtswind gleicht mit dem direkten Gegenzug aus. Feine Kombination über Kapitän Christoph Kniewasser auf Stürmer Andy Herrmann, der direkt in den Lauf seines Sturmpartners schiebt. Jona Riedel setzt das Ding unhaltbar zum 1:1 in die Maschen. Da waren gerade einmal 4 Minuten von der Uhr.

Moralisch unschlagbar“, bewertet Abtswinds Stürmer Andreas Herrmann die Zeit nach dem Ausgleich. „Besser geht es nicht mehr. Aber das kaschiert nur, wie schlecht wir in die Spitze gespielt haben. Ständig hoch und weit. Da musst du gegen solch ausgebuffte Verteidiger wie Mühlhausens Kapitän Sebastian Neubert und René Fischer bestehen. Die gewinnen jedes Kopfballduell.“ In der Summe landen die Diagonalbälle aus der Abtswinder Viererkette zielsicher in Mühlhausens Defensive. Aufbau übers Abtswinder Mittelfeld ist kaum möglich. Im Zusammenspiel mit Maximilian Heß kann Eric Köhler dieses Mal kaum eine defensive Köhler-Linie ziehen. Die zwei Abtswinder stehen ständig einer zahlenmäßigen Mühlhäuser Übermacht gegenüber. Bildlich gesprochen: Abtswind zieht das Spiel taktisch extrem auf die Flügel und lässt dabei die Mitte brach liegen. Genau in diese Räume kombiniert das Team von Gästetrainer Thomas Niesner: „Abtswind spielt offensiv Hara-Kiri. Da schaltet sich alles ein, bis auf den Torwart. Aus den uns bietenden Räumen hätten wir deshalb mehr machen müssen.“ Auch so führt Mühlhausen nach einem Doppelschlag Mitte der ersten Hälfte mit 3:1. Erst eine Einzelaktion von Fabian Mauderer kaschiert das Ergebnis halbwegs. In der 40. Minute zieht er gegen gleich 3 Gegenspieler in den Mühlhäuser Strafraum ein und wird unmittelbar vorm Torabschluss von den Socken geholt. Den fälligen Strafstoß verwandelt Christoph Hofmann humorlos zum 2:3- Anschlusstreffer aus Abtswinder Sicht.

Abtswind kommt mit Dampf aus dem Kabinentrakt und schnürt die Gäste phasenweise in deren eigener Hälfte ein. Chancen beinahe im Minutentakt. „Wir hatten uns den Gegner so schön zurecht gelegt“, meint ein konsternierter Andreas Herrmann nach Abpfiff. „Da müssen wir einfach 3 Dinger nachlegen und gut ist.“ Und wie sooft, wenn eine Partie eine gewisse Betriebstemperatur erreicht, kommen die strittigen Szenen zwangsläufig. Beispiel gefällig? Ein Abtswinder Eckball zischt unberührt durch den Mühlhäuser Strafraum. Im Hintergrund, am langen Pfosten steht Verteidiger Steffen Rumpel, wird vollkommen überrascht und wischt die Pille mit dem rechten Arm aus der Gefahrenzone. Auf Nachfrage bewertet Schiedsrichter Bernhard Limmer die Situation als Hand angelegt. Kurz darauf dreht sich Abtswinds Stürmer Thorsten Götzelmann um seinen Gegenspieler herum, legt sich den Ball in den Lauf, und wird oben und unten zu Fall gebracht. „Das habe ich genau gesehen“, meint der Unparteiische später im Abtswinder Mannschaftsheim auf Nachfrage. „Beide Akteure haben geklammert. Nach der Drehung hebt der Abtswinder sofort ab. Nur aufgrund des beidseitigen Textilvergehens habe ich ihm keine Verwarnung wegen Schwalbe gezeigt.“ An der Abtswinder Fanbande hingegen legt man sich sofort fest. Klarer Elfmeter. Mühlhausens Trainer Thomas Niesner wurde dabei stark an das letzte Aufeinandertreffen beider Teams erinnert. Da setzte Thorsten Götzelmann denselben Bewegungsablauf in Gang und bekam den schuldigen Elfmeter. Dieses Mal bleibt die Pfeife stumm. Und einige gute Abtswinder Torgelegenheiten im Wechsel mit sich häufenden Mühlhäuser Kontern später beendet Bernhard Limmer eine rassige, spannende Kreisligapartie.

Nach Abpfiff gehen die Meinungen aber so was von diametral auseinander. Einziger Konsens aller Beteiligten, quasi der kleinste gemeinsame Nenner, lautet: Das war mal eine attraktive Veranstaltung – mit dem besseren Ende für die Gäste, die eine spontane, lustige Kabinenpartie starten. Polonaise, Trinksprüche, Hoch die Asbach-Tassen inklusive. Die Abtswinder Landesligareserve übt sich währenddessen in Galgenhumor, oder wie es Daniel Kaminski lapidar raus rotzt: „Alles wie immer!“

Matthias Ley

Das Spiel im Überblick:

TSV Abtswind II: Eduard-Alin Wellmann – Christoph Hofmann, Christoph Kniewasser, Michael Rügamer, Maximilian Heß – Eric Köhler – Fabian Mauderer, Manuel Pauly, Jona Riedel, Julian Beßler – Andreas Herrmann. Einwechselspieler: Daniel Kaminski, Thorsten Götzelmann, Patrick Hock, Markus Golombek, Markus Schamberger.

SV Mühlhausen/Schraudenbach: Simon Falz – Leopold Göbel, Steffen Rumpel, Moritz Rumpel, Sebastian Neubert – Nico Mayer, Michael Pfeuffer, René Fischer, Christian Knaup – David Schyroki, Kevin Rumpel. Einwechselspieler: Steven Rumpel, Bernd Rumpel, Johannes Weippert, Marcel Facius.

Schiedsrichter: Bernhard Limmer (Hirschaid)

Zuschauer: ca. 70

Gelbe Karten: Christoph Kniewasser (TSV Abtswind II) – Nico Mayer, Kevin Rumpel (SV Mühlhausen/Schraudenbach)

Tore: 0:1 Leopold Göbel (3.), 1:1 Jona Riedel (4.), 1:2 Sebastian Neubert (23.), 1:3 Michael Pfeuffer (27.), 2:3 Christoph Hofmann (40., Foulelfmeter).

Die Stimmen zum Spiel:

Thorsten Götzelmann (Interims-Trainer TSV Abtswind II): Mit gewissen Vorgaben zum Spielsystem haben wir schlecht begonnen. Nach 20 Minuten konnte ich nicht anders, als umzustellen. Mit dem Personal heute hat das einfach nicht gepasst. Mühlhausen ist eine fußballerische Mannschaft. Die bläst den Ball nicht longline nach vorn, sondern bauen sauber übers Mittelfeld auf. Da waren Eric Köhler und Maximilian Heß ständig unterbesetzt. Dieses vorgegebene 3-4-3 hat hint und vorn nicht hingehauen. Nachdem Fabian Mauderer zurück gegangen ist, hat das besser geklappt. Trotzdem haben wir drei dumme Gegentreffer kassiert, die so normal nie fallen dürfen. In der Pause habe ich das klar angesprochen und erklärt, wie ich mir das vorstelle. Dann haben wir deutlich mehr Druck auf den Ball bekommen und uns eine Vielzahl an Torchancen heraus gespielt. Schade, dass wir uns für den Aufwand in der zweiten Hälfte nicht belohnt haben. Selbst Kevin Rumpel, Mühlhausens Außenverteidiger lobt dich für eine granatenstarke zweite Halbzeit. Aber davon kannst du dir nichts kaufen.

Thomas Niesner (Trainer SV Mühlhausen/Schraudenbach): Gerade in der ersten Hälfte ist mein Plan voll aufgegangen. Wir standen hinten kompakt. Gerade wenn man weiß, dass Abtswind spielerisch das Beste darstellt, was die Kreisliga zu bieten hat, da musst du defensiv sicher stehen. Sie spielen bedingungslos offensiv, was die eigene Mannschaft unter Druck setzt, aber auch Räume schafft für Konter. Das geht nur über Laufbereitschaft, wenn sie meistens in Überzahl nach vorne spielen. Da schaltet sich so ziemlich alles ein, was Beine hat. Aber wir müssen aus unseren Konterchancen mehr Kapital schlagen. Meiner Meinung nach sollten wir mit einem 4:1 in die Pause gehen. Und dann geht bei Abtswind beim ein oder anderen wahrscheinlich der Kopf runter. Wenn nur zwei gegnerische Spieler nicht Vollgas geben, dann schaukeln wir die Partie locker runter. So wird es in der zweiten Halbzeit noch einmal richtig heiß. Wir standen mit dem Rücken zur Wand. Ob der Auswärtssieg verdient war? Aufgrund der ersten Hälfte ja, aber betrachtet man die zweiten 45 Minuten, dann war der Sieg glücklich. In der Frage möchte ich mich nicht festlegen.

Andreas Herrmann (Stürmer TSV Abtswind II): Gerade in der ersten Halbzeit haben wir defensiv komplett gepennt. Wir kriegen den ersten Gegentreffer aus einem verunglückten Rückpass. Das kann natürlich einmal passieren. Kommen aber prompt zurück. Von der Moral kann uns da nichts besseres passieren. Beim zweiten Gegentreffer steht die Mauer wahrscheinlich nicht richtig. Beim dritten Treffer irritiert Michael Rügamer seinen Torwart. Aber wir holen noch vor der Pause den Elfmeter zum 2:3-Anschlusstreffer raus. Dann waren wir dran. Es ist nicht so, dass wir in der ersten Hälfte keine Chancen hatten. Bei uns fehlte ein offensives Aufbauspiel. Ständig lange Bälle in die Spitze. Wir haben kaum von Station über Station die Bälle nach vorne getragen. Nach dem Seitenwechsel war das ein ganz anderes Spiel. Da haben wir viele Bälle in die Box bekommen, auch keine schlechten. In diesen Situationen waren wir den einen Schritt zu spät, um besser an den Ball zu kommen. Das Handspiel von Mühlhausens Verteidiger Steffen Rumpel wird vermutlich von 90 Prozent der Schiedsrichter gepfiffen. Heute halt nicht. Aber das ist keine Entschuldigung. Wir wollen aufsteigen, sind vermutlich die spielerisch beste Mannschaft in der Kreisliga. Da können wir uns nicht an solchen Kleinigkeiten aufhängen. In der zweiten Halbzeit legen wir uns den Gegner richtig zurecht, dann müssen wir in der Lage sein, zwei, drei Mal zu klatschen und dann geht die Partie 6:3 aus.

Eduard-Alin Wellmann (Torwart TSV Abtswind II): Der 1:3-Gegentreffer sah schon kurios aus. Die Flanke kommt hoch rein. Im Rückwärtslaufen stolpere ich fast über Michael Rügamer in meinem Rücken, bekomme trotzdem noch eine Hand an den Ball und der rollt so saublöd über die Fingerkuppen. Von unten bis oben eine schön doofe Situation. Warum wir wieder erst in der zweiten Halbzeit das Fussballen anfangen, das ist schon ein Mysterium. Trotzdem hätten wir mindestens einen Punkt verdient gehabt.

Voller Einsatz an der Linie und in der zweiten Hälfte auch mittendrin: Thorsten Götzelmann

Thorsten Goetzelmann_1617_3x4_v4.2

Die zweite Mannschaft belohnt sich einfach nicht

Florian Warschecha fliegt mit kaputter Schulter


Der Schlussmann spielt seit Wochen mit einer Verletzung und verschiebt die Operation auf die Winterpause

TSV Abtswind – TuS Röllbach 4:0 (2:0)

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Das nennt man wohl eine makellose Bilanz: Alle seine drei Spiele auf eigenem Terrain hat der TSV Abtswind diese Saison mehr als souverän gewonnen. Macht in Zahlen neun Punkte und zwölf Tore, ohne dass dabei ein Gegentreffer fiel. Ins Muster fügte sich die Partie gegen den TuS Röllbach gleichermaßen. Daheim ist es halt doch am schönsten.

Er sei ja nicht so ein Mann der großen Worte. Sagt Florian Warschecha und meint das fast schon entschuldigend. Die hochgestochenen Sätze braucht’s meist auch gar nicht, um ein Fußballspiel treffend zu beschreiben. Und außerdem: Warum so bescheiden, Herr Warschecha? Abtswinds Schlussmann kam nach dem Schlusspfiff dann doch ganz nett ins Plaudern und hatte manchen Lacher auf seiner Seite. Vorrangig interessierte natürlich sein Gesundheitszustand. Der 27-Jährige ist nämlich verletzt, angeschlagen, wie auch immer. Irgendwas ist kaputt in seiner Schulter. Warschecha stellt sich trotzdem in den Kasten. Seit Wochen. Wann und wie das Ganze passiert ist? Puh! Weiß er selbst nicht so genau. Vermutlich war’s ein ungelenkes Strecken im Pokalspiel gegen den TSV Aubstadt Anfang Juli. „Am nächsten Tag konnte ich meine Schulter kaum bewegen“, erzählte Warschecha.

Mehrere Doctores schauten sich ihn an. Häufiger als auf dem Trainingsplatz war er bei Ärzten anzutreffen, doch erst der letzte Mediziner traf die richtige Diagnose. Um eine Operation wird Warschecha nicht herumkommen. Unters Messer legt er sich aber einstweilen nicht, weil das mehrere Monate Pause nach sich ziehen wird. Also hat Warschecha zusammen mit Trainer Petr Skarabela entschieden, den Eingriff in die Winterpause Anfang Dezember zu verschieben. Bis dahin beißt der pfundige Torwart die Zähne zusammen. „Manch anderer würde wohl nicht spielen“, glaubt Warschecha. „Ich bin nicht aus Zucker.“ Ganz ohne Vorsorge geht’s freilich nicht. Vor jedem Training, vor jedem Spiel versucht Masseur Johann Schäfer die Verletzung in den Griff zu bekommen – mit Salben und anderen Mittelchen, um die Schmerzen einzudämmen, was auch nicht immer angenehm ist. „Ich dachte heute einen Moment, mir verbrennt die Schulter“, sagte der Ballfänger nach dem Röllbach-Spiel. So sehr ging eine Wärmepaste unter die Haut.

Die Scherereien lohnen sich gerade für Florian Warschecha. Auch wenn’s ihn manchmal zwickt, entscheidend beeinträchtigt scheint er nicht. Jedenfalls gab’s große Anerkennung für eine immens wichtige Einlage. Nicht nur der eigene Coach Petr Skarabela lobte: „Mit so einem Torwart geht es mir noch besser.“ Selbst Röllbachs Trainer Albano Carneiro war beeindruckt: „Glückwunsch zur Parade!“ Knapp eine Stunde war vorüber, als Warschecha in den Flugmodus musste. Marius Diwersi hatte freistehend aus kurzer Entfernung abgezogen, doch Abtswinds Schlussmann lenkte den Ball dank starker Reflexmotorik übers Gestänge. 2:0 stand es da für sein Team. Mit dem Anschlusstreffer der Gäste wäre es womöglich noch mal eine heiße Kiste geworden. So aber machte Abtswind wenig später den Deckel drauf. Nicolas Wirsching schaufelte den Ball nach einem abgewehrten Freistoß im Rückwärtsfallen ins obere Eck. 3:0 hieß es damit (67. Minute).

Viel öfter war Florian Warschecha gar nicht gefordert, der trotz der niedrigen Beschäftigung im richtigen Moment aufmerksam war. Zu sicher stand die Abwehr vor ihm, als dass noch mehr Bälle durchrutschten. Es war ein Spiel ganz nach dem Geschmack von Trainer Skarabela. „Ich bin momentan richtig stolz die Mannschaft“, sagte der 48-Jährige. Abtswind befindet sich schließlich in einer Wohlfühlzone. Mit drei Siegen am Stück hat die Mannschaft eine kleine Serie gestartet. Die Ergebnisse sind ausufernd. Besonders daheim stimmen Ergebnis und Erlebnis. In der Tabelle gab es zur Belohnung einen kräftigen Sprung nach vorne. Besonders der Rückstand auf den wohl schärfsten Konkurrenten Jahn Forchheim hält sich bei drei Zählern in Grenzen.

Dass es mal wieder ein souveräner Sieg wurde, machte sich schon früh bemerkbar. Bis zur ersten Chance dauerte es keine zwei Minuten. Pascal Kamolz verpasste und stand kurz darauf schon wieder dort, wo ein Stürmer eben sein muss. Nur mit dem Zielen brauchte er noch ein bisschen. Das lief bei Thilo Wilke besser. Carl Murphys steiles Zuspiel kam da gerade recht. Wilke eilte davon und traf zum 1:0 (13.). Das Adrenalin aus dem Spiel nahm Kamolz noch vor der Pause. Sein dritter Anlauf, ein Tor zu erzielen, glückte. Nach der Flanke von Przemyslaw Szuszkiewicz brachte ein Kopfball das beruhigende 2:0 (41.). „Zwei einfache Fehler waren das von uns“, stellte Röllbachs Trainer Albano Carneiro fest. Einmal war seine Truppe richtig nah dran am Ausgleich, als Fabian Wolf das Tor knapp mit dem Kopf verfehlte (30.). „Wir müssen lernen“, sagte Carneiro, „und wir müssen Ruhe bewahren.“

Fünfmal hintereinander hat der Aufsteiger nun schon verloren, erst einen Sieg geholt. Solche Verhältnisse kannte man die letzten Jahre nicht. Zur Meisterschaft in der Bezirksliga ging’s tatsächlich ohne Niederlage. In Abtswind spielte Röllbach munter mit. „Wir versuchen es nicht nur übers Laufen und Kämpfen“, erklärte Carneiro. „Ich habe viele Spieler, die toll kombinieren können.“ Nur geht’s bei den Gegnern in der Landesliga eben schneller zu. Hoch anzurechnen war den Röllbachern, dass sie sich selbst nach dem dritten Gegentreffer nicht hängen ließen. Den direkt verwandelten Freistoß von Carl Murphy zum 4:0-Endstand verhindern konnten sie dennoch nicht (86.).

Michael Kämmerer

Das Spiel in der Statistik

TSV Abtswind: Florian Warschecha – Carl Murphy, Daniel Hämmerlein, Adrian Graf, Przemyslaw Szuszkiewicz –Nicolas Wirsching, Jürgen Endres (86. Patrick Gnebner), Steffen Barthel, Thilo Wilke –Pascal Kamolz (70. Jona Riedel), Peter Mrugalla (83. Frank Hartlehnert).
TuS Röllbach: Erich Giesbrecht – Nico Heckmann (65. André Pascual), Marius Diwersi, Nicolai Kuhn, Björn Erhart (66. Daniel Koch)– René Hagendorf, Florian Grimm, Fabian Wolf, Till Link – Alexander Grimm (89. Merter Förtig), Mario Ackermann.
Schiedsrichter: Peter Frank (Uttenreuth); Assistenten: Martin Pehle (Großdechsendorf), Florian Leschka (Röttenbach).
Zuschauer: 170.
Gelbe Karten: Thilo Wilke (Abtswind); René Hagendorf, Björn Erhart, Marius Diwersi (Röllbach).
Tore: 1:0 Thilo Wilke (13.), 2:0 Pascal Kamolz (41.), 3:0 Nicolas Wirsching (67.), 4:0 Carl Murphy (86.).

Stimmen zum Spiel

Petr Skarabela (Trainer TSV Abtswind): „Wichtig ist mir, dass wir in den drei Heimspielen neun Punkte geholt, zwölf Tore geschossen und keines kassiert haben. Mittlerweile befinden wir uns auf einer Welle des Erfolgs. Jeder Spieler ist begeistert, wenn er von Beginn an aufläuft. Die Art und Weise, wie wir auftreten, begeistert auch mich. Torhüter Florian Warschecha war im richtigen Moment präsent. Wenn nach einer Stunde das 1:2 fällt, wäre das Spiel vielleicht schwieriger geworden. Wir hatten die Spielanteile, haben nicht viel zugelassen. Es freut mich, dass wir momentan so viele Tore schießen. So kommen auch die Zuschauer auf ihre Kosten. Das wird auch mal wieder anders sein. Hauptsache ist, dass die Mannschaft erfolgshungrig bleibt, dass jeder einzelne auf seinen Einsatz brennt. Wenn die Mannschaft so wie heute umsetzt, was ich vorgebe, ist das der Idealfall.“

Albano Carneiro (Trainer TuS Röllbach): „Das war unsere fünfte Niederlage in Serie. Das sind wir nicht gewohnt nach einer sehr guten Bezirksliga-Saison, in der wir kein einziges Mal verloren hatten. Wir dürfen nicht die Köpfe hängen lassen, denn wir haben die Qualität, um in der Klasse zu bleiben. Gegen jeden Gegner haben wir mitspielt und die Punkte zu einfach liegen lassen. Wir müssen uns so schnell wie möglich an die Landesliga gewöhnen. Mit viel Laufarbeit und Kampf wollten wir heute ins Spiel kommen. Zwei einfache Fehler haben vor der Pause zu den Abtswinder Toren geführt. In der zweiten Halbzeit haben wir gut verteidigt und auch nach vorne einige Akzente gezeigt. Und dann holt der Abtswinder Torhüter den Ball mit einem hervorragenden Reflex heraus. Der Anschlusstreffer hätte noch einmal etwas bewegen können.“

Florian Warschecha (Torhüter TSV Abtswind): „Heute gibt es nicht viel zu meckern. Bis auf Kleinigkeiten haben wir unsere Sache wieder gut gemacht. Ich selbst habe nur einen Ball aufs Tor bekommen, und den habe ich gehalten. Dafür bin ich schließlich da. Auch wenn man als Keeper nicht viel zu tun hat, ist man immer mittendrin, um die Konzentration zu bewahren. Wir sind hinten kompakt, egal welcher Verteidiger vor mir steht. Jeder kann sich auf den anderen verlassen. Das gibt ein Gefühl der Sicherheit. Vor jedem Spiel versuchen wir mit Masseur Johann Schäfer meine Schulterverletzung in den Griff zu bekommen. Im Spiel bin ich dann nicht entscheidend beeinträchtigt, spüre nur hin und wieder einen Schmerz. Ich bin nicht aus Zucker. Bis zur Winterpause ziehe ich es auf diese Weise durch. Im Dezember lasse ich mich operieren.“

Wahl zur Elf der Woche beim Fußballportal Fupa: Hier für Abtswind abstimmen

Florian Warschecha fliegt mit kaputter Schulter

„Der Erfolg wird der Mannschaft einen Schub geben“


Der Trainer hat das Wort

Hier schreibt Petr Skarabela

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Liebe Fans des TSV Abtswind, verehrte Fußballfreunde,

jeden Montag, Dienstag und Donnerstag fahre ich voller Vorfreude die 35 Kilometer von meinem Wohnort Neustadt/Aisch zum Training nach Abtswind. Die Arbeit mit der Mannschaft und jedem einzelnen Spieler begeistert mich immer wieder aufs Neue. In den vergangenen Tagen war die Lust auf die Trainingseinheiten noch einmal größer.

Das lag, wie man sich leicht denken kann, an unserem rauschenden 9:2-Sieg gegen den FC Fuchsstadt, der bei uns für großartige Stimmung gesorgt hat. Das Ergebnis spricht für sich und belegt, welch tollen Fußball wir gespielt haben, vor allem in der letzten halben Stunde. Neun Tore muss man erst einmal schießen – egal gegen welchen Gegner. Endlich hat es mit unserem ersten Auswärtssieg der Saison geklappt. Einfach klasse! Der Erfolg wird der Mannschaft einen Schub nach vorne geben. Besonders freue ich mich für die Stürmer Pascal Kamolz und Peter Mrugalla, die beide in der vergangenen Saison lange verletzt waren. Mit seinen drei Treffern hat Pascal Selbstvertrauen getankt. Peter hat durch zwei Tore und drei Vorlagen gezeigt, dass er ein richtig guter Fußballer ist. Von beiden waren das positive Zeichen für die Zukunft.

Vor einiger Zeit hatte ich noch unsere Chancenverwertung bemängelt. Die Mannschaft hat sich die Kritik zu Herzen genommen und bewiesen, wie lernfähig sie ist. In den Spielen gegen Höchberg, Lichtenfels und Fuchsstadt haben wir insgesamt siebzehn Mal getroffen. Das ist ein Wort! Doch eines kann ich versprechen: Die Mannschaft bleibt am Boden; bei uns ruht sich keiner auf den Erfolgen aus.

Die jüngsten Siege sind der verdiente Lohn für das gute Training der Mannschaft. Doch ich bin Perfektionist, und übertreibe es damit auch schon mal. Trotzdem kann ich sagen, dass unsere Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Mein Ziel ist es, dass die Mannschaft ansehnlichen und erfolgreichen Fußball spielt. Wenn uns das gelingt, werden wir uns vorne in der Tabelle festsetzen und bis zum Saisonende um einen der ersten beiden Plätze mitspielen. In unserer aktuellen Verfassung können wir uns nur selbst schlagen.

Personell habe ich glücklicherweise die Qual der Wahl, auch wenn Michael Herrmann wegen einer Verletzung, Jörg Otto, Jonas Wirth und Sven Gibfried wegen Urlaubs fehlen. Dafür kehrt Thilo Wilke in den Kader zurück. Daniel Hämmerlein, Jona Riedel und Patrick Gnebner, die zuletzt von der Bank ins Spiel kamen, haben gezeigt, dass sie gleichwertige Alternativen sind. Ich werde mir für das Spiel an diesem Samstag die besten elf Akteure herauspicken.

Der Spielplan will es, dass wir am sechsten Spieltag bereits auf den letzten der vier Aufsteiger treffen. Der TuS Röllbach ist ohne Niederlage durch die Bezirksliga marschiert. Ich erwarte die Gäste wie jeden unserer Gegner defensiv eingestellt. Mir ist nicht bange, selbst wenn zehn Verteidiger vor uns stehen. Meine Spieler können auch damit umgehen. Denn eines ist klar: Wir müssen die drei Punkte in Abtswind behalten. Sonst war der Sieg gegen Fuchsstadt nichts wert.

Euer
Petr Skarabela

„Der Erfolg wird der Mannschaft einen Schub geben“

Abtswinder Fußballmagazin ist online!


Vorschau auf die Spiele des Wochenendes

Der TuS Röllbach zu Gast in der Kräuter Mix Arena

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In Abtswind aktuell, dem Fußballmagazin des TSV Abtswind, gibt es ausführlich aufbereitet alle Spiele, Ergebnisse und Tabellen der Fußballer aus dem Kräuterort – von den drei Herrenteams bis zu den Juniorenmannschaften. Außerdem findet der Leser ausführliche Spielanalysen, Statistiken, Stimmen von Trainern und Spielern, Hintergrundstorys, Randgeschichten sowie zahlreiche Bilder.

So sind Zuschauer und Fans immer auf dem Laufenden, was beim TSV Abtswind los ist – Abtswind aktuell eben. Das Web-Paper gibt es als HTML-Version sowie als PDF für alle Smartphones und Tablets zum Anschauen und Herunterladen. Viel Spaß bei der Lektüre!

Der TSV Abtswind freut sich über jeden Zuschauer, der die Mannschaften bei den Spielen unterstützt.

Wer im Fußballmagazin Abtswind aktuell werben möchte, findet weitere Informationen hier.

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Abtswinder Fußballmagazin ist online!

Die zweite Mannschaft belohnt sich einfach nicht


Der Systemwechsel nach 20 Minuten kam zu spät – 45 Minuten Anrennen ohne zählbaren Erfolg

TSV Abtswind II – SV Mühlhausen/Schraudenbach 2:3 (2:3)

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Nach 20 Minuten stellt Thorsten Götzelmann um und beordert Fabian Mauderer ins hoffnungslos unterbesetzte Mittelfeld. „Ich musste reagieren. Gegen eine Mannschaft wie Mühlhausen, die sauber übers Mittelfeld kombinieren, kommst du mit einem Flügel lastigen 3-5-2 nicht an“ meint Abtswinds Interimstrainer, der für den im Urlaub weilenden Velibor Teofilovic nicht nur an der Linie operierte.

Mit Akklimatisieren, Abtasten oder sonstigen Spielchen zum Eingewöhnen hält sich kaum einer auf. Nach einem verunglückten Abtswinder Rückpass geht Mühlhausens Stürmer David Schyroki steil, legt von der Grundlinie zurück. Christian Knaups Slapstick Torabschluss landet zielsicher beim frei stehenden Mannschaftskollegen. Aus 8 Metern Tordistanz schwartet Leopold Göbel die Kugel in den Winkel. Abtswind gleicht mit dem direkten Gegenzug aus. Feine Kombination über Kapitän Christoph Kniewasser auf Stürmer Andy Herrmann, der direkt in den Lauf seines Sturmpartners schiebt. Jona Riedel setzt das Ding unhaltbar zum 1:1 in die Maschen. Da waren gerade einmal 4 Minuten von der Uhr.

Moralisch unschlagbar“, bewertet Abtswinds Stürmer Andreas Herrmann die Zeit nach dem Ausgleich. „Besser geht es nicht mehr. Aber das kaschiert nur, wie schlecht wir in die Spitze gespielt haben. Ständig hoch und weit. Da musst du gegen solch ausgebuffte Verteidiger wie Mühlhausens Kapitän Sebastian Neubert und René Fischer bestehen. Die gewinnen jedes Kopfballduell.“ In der Summe landen die Diagonalbälle aus der Abtswinder Viererkette zielsicher in Mühlhausens Defensive. Aufbau übers Abtswinder Mittelfeld ist kaum möglich. Im Zusammenspiel mit Maximilian Heß kann Eric Köhler dieses Mal kaum eine defensive Köhler-Linie ziehen. Die zwei Abtswinder stehen ständig einer zahlenmäßigen Mühlhäuser Übermacht gegenüber. Bildlich gesprochen: Abtswind zieht das Spiel taktisch extrem auf die Flügel und lässt dabei die Mitte brach liegen. Genau in diese Räume kombiniert das Team von Gästetrainer Thomas Niesner: „Abtswind spielt offensiv Hara-Kiri. Da schaltet sich alles ein, bis auf den Torwart. Aus den uns bietenden Räumen hätten wir deshalb mehr machen müssen.“ Auch so führt Mühlhausen nach einem Doppelschlag Mitte der ersten Hälfte mit 3:1. Erst eine Einzelaktion von Fabian Mauderer kaschiert das Ergebnis halbwegs. In der 40. Minute zieht er gegen gleich 3 Gegenspieler in den Mühlhäuser Strafraum ein und wird unmittelbar vorm Torabschluss von den Socken geholt. Den fälligen Strafstoß verwandelt Christoph Hofmann humorlos zum 2:3- Anschlusstreffer aus Abtswinder Sicht.

Abtswind kommt mit Dampf aus dem Kabinentrakt und schnürt die Gäste phasenweise in deren eigener Hälfte ein. Chancen beinahe im Minutentakt. „Wir hatten uns den Gegner so schön zurecht gelegt“, meint ein konsternierter Andreas Herrmann nach Abpfiff. „Da müssen wir einfach 3 Dinger nachlegen und gut ist.“ Und wie sooft, wenn eine Partie eine gewisse Betriebstemperatur erreicht, kommen die strittigen Szenen zwangsläufig. Beispiel gefällig? Ein Abtswinder Eckball zischt unberührt durch den Mühlhäuser Strafraum. Im Hintergrund, am langen Pfosten steht Verteidiger Steffen Rumpel, wird vollkommen überrascht und wischt die Pille mit dem rechten Arm aus der Gefahrenzone. Auf Nachfrage bewertet Schiedsrichter Bernhard Limmer die Situation als Hand angelegt. Kurz darauf dreht sich Abtswinds Stürmer Thorsten Götzelmann um seinen Gegenspieler herum, legt sich den Ball in den Lauf, und wird oben und unten zu Fall gebracht. „Das habe ich genau gesehen“, meint der Unparteiische später im Abtswinder Mannschaftsheim auf Nachfrage. „Beide Akteure haben geklammert. Nach der Drehung hebt der Abtswinder sofort ab. Nur aufgrund des beidseitigen Textilvergehens habe ich ihm keine Verwarnung wegen Schwalbe gezeigt.“ An der Abtswinder Fanbande hingegen legt man sich sofort fest. Klarer Elfmeter. Mühlhausens Trainer Thomas Niesner wurde dabei stark an das letzte Aufeinandertreffen beider Teams erinnert. Da setzte Thorsten Götzelmann denselben Bewegungsablauf in Gang und bekam den schuldigen Elfmeter. Dieses Mal bleibt die Pfeife stumm. Und einige gute Abtswinder Torgelegenheiten im Wechsel mit sich häufenden Mühlhäuser Kontern später beendet Bernhard Limmer eine rassige, spannende Kreisligapartie.

Nach Abpfiff gehen die Meinungen aber so was von diametral auseinander. Einziger Konsens aller Beteiligten, quasi der kleinste gemeinsame Nenner, lautet: Das war mal eine attraktive Veranstaltung – mit dem besseren Ende für die Gäste, die eine spontane, lustige Kabinenpartie starten. Polonaise, Trinksprüche, Hoch die Asbach-Tassen inklusive. Die Abtswinder Landesligareserve übt sich währenddessen in Galgenhumor, oder wie es Daniel Kaminski lapidar raus rotzt: „Alles wie immer!“

Matthias Ley

Das Spiel im Überblick:

TSV Abtswind II: Eduard-Alin Wellmann – Christoph Hofmann, Christoph Kniewasser, Michael Rügamer, Maximilian Heß – Eric Köhler – Fabian Mauderer, Manuel Pauly, Jona Riedel, Julian Beßler – Andreas Herrmann. Einwechselspieler: Daniel Kaminski, Thorsten Götzelmann, Patrick Hock, Markus Golombek, Markus Schamberger.

SV Mühlhausen/Schraudenbach: Simon Falz – Leopold Göbel, Steffen Rumpel, Moritz Rumpel, Sebastian Neubert – Nico Mayer, Michael Pfeuffer, René Fischer, Christian Knaup – David Schyroki, Kevin Rumpel. Einwechselspieler: Steven Rumpel, Bernd Rumpel, Johannes Weippert, Marcel Facius.

Schiedsrichter: Bernhard Limmer (Hirschaid)

Zuschauer: ca. 70

Gelbe Karten: Christoph Kniewasser (TSV Abtswind II) – Nico Mayer, Kevin Rumpel (SV Mühlhausen/Schraudenbach)

Tore: 0:1 Leopold Göbel (3.), 1:1 Jona Riedel (4.), 1:2 Sebastian Neubert (23.), 1:3 Michael Pfeuffer (27.), 2:3 Christoph Hofmann (40., Foulelfmeter).

Die Stimmen zum Spiel:

Thorsten Götzelmann (Interims-Trainer TSV Abtswind II): Mit gewissen Vorgaben zum Spielsystem haben wir schlecht begonnen. Nach 20 Minuten konnte ich nicht anders, als umzustellen. Mit dem Personal heute hat das einfach nicht gepasst. Mühlhausen ist eine fußballerische Mannschaft. Die bläst den Ball nicht longline nach vorn, sondern bauen sauber übers Mittelfeld auf. Da waren Eric Köhler und Maximilian Heß ständig unterbesetzt. Dieses vorgegebene 3-4-3 hat hint und vorn nicht hingehauen. Nachdem Fabian Mauderer zurück gegangen ist, hat das besser geklappt. Trotzdem haben wir drei dumme Gegentreffer kassiert, die so normal nie fallen dürfen. In der Pause habe ich das klar angesprochen und erklärt, wie ich mir das vorstelle. Dann haben wir deutlich mehr Druck auf den Ball bekommen und uns eine Vielzahl an Torchancen heraus gespielt. Schade, dass wir uns für den Aufwand in der zweiten Hälfte nicht belohnt haben. Selbst Kevin Rumpel, Mühlhausens Außenverteidiger lobt dich für eine granatenstarke zweite Halbzeit. Aber davon kannst du dir nichts kaufen.

Thomas Niesner (Trainer SV Mühlhausen/Schraudenbach): Gerade in der ersten Hälfte ist mein Plan voll aufgegangen. Wir standen hinten kompakt. Gerade wenn man weiß, dass Abtswind spielerisch das Beste darstellt, was die Kreisliga zu bieten hat, da musst du defensiv sicher stehen. Sie spielen bedingungslos offensiv, was die eigene Mannschaft unter Druck setzt, aber auch Räume schafft für Konter. Das geht nur über Laufbereitschaft, wenn sie meistens in Überzahl nach vorne spielen. Da schaltet sich so ziemlich alles ein, was Beine hat. Aber wir müssen aus unseren Konterchancen mehr Kapital schlagen. Meiner Meinung nach sollten wir mit einem 4:1 in die Pause gehen. Und dann geht bei Abtswind beim ein oder anderen wahrscheinlich der Kopf runter. Wenn nur zwei gegnerische Spieler nicht Vollgas geben, dann schaukeln wir die Partie locker runter. So wird es in der zweiten Halbzeit noch einmal richtig heiß. Wir standen mit dem Rücken zur Wand. Ob der Auswärtssieg verdient war? Aufgrund der ersten Hälfte ja, aber betrachtet man die zweiten 45 Minuten, dann war der Sieg glücklich. In der Frage möchte ich mich nicht festlegen.

Andreas Herrmann (Stürmer TSV Abtswind II): Gerade in der ersten Halbzeit haben wir defensiv komplett gepennt. Wir kriegen den ersten Gegentreffer aus einem verunglückten Rückpass. Das kann natürlich einmal passieren. Kommen aber prompt zurück. Von der Moral kann uns da nichts besseres passieren. Beim zweiten Gegentreffer steht die Mauer wahrscheinlich nicht richtig. Beim dritten Treffer irritiert Michael Rügamer seinen Torwart. Aber wir holen noch vor der Pause den Elfmeter zum 2:3-Anschlusstreffer raus. Dann waren wir dran. Es ist nicht so, dass wir in der ersten Hälfte keine Chancen hatten. Bei uns fehlte ein offensives Aufbauspiel. Ständig lange Bälle in die Spitze. Wir haben kaum von Station über Station die Bälle nach vorne getragen. Nach dem Seitenwechsel war das ein ganz anderes Spiel. Da haben wir viele Bälle in die Box bekommen, auch keine schlechten. In diesen Situationen waren wir den einen Schritt zu spät, um besser an den Ball zu kommen. Das Handspiel von Mühlhausens Verteidiger Steffen Rumpel wird vermutlich von 90 Prozent der Schiedsrichter gepfiffen. Heute halt nicht. Aber das ist keine Entschuldigung. Wir wollen aufsteigen, sind vermutlich die spielerisch beste Mannschaft in der Kreisliga. Da können wir uns nicht an solchen Kleinigkeiten aufhängen. In der zweiten Halbzeit legen wir uns den Gegner richtig zurecht, dann müssen wir in der Lage sein, zwei, drei Mal zu klatschen und dann geht die Partie 6:3 aus.

Eduard-Alin Wellmann (Torwart TSV Abtswind II): Der 1:3-Gegentreffer sah schon kurios aus. Die Flanke kommt hoch rein. Im Rückwärtslaufen stolpere ich fast über Michael Rügamer in meinem Rücken, bekomme trotzdem noch eine Hand an den Ball und der rollt so saublöd über die Fingerkuppen. Von unten bis oben eine schön doofe Situation. Warum wir wieder erst in der zweiten Halbzeit das Fussballen anfangen, das ist schon ein Mysterium. Trotzdem hätten wir mindestens einen Punkt verdient gehabt.

Voller Einsatz an der Linie und in der zweiten Hälfte auch mittendrin: Thorsten Götzelmann

Thorsten Goetzelmann_1617_3x4_v4.2

Die zweite Mannschaft belohnt sich einfach nicht

Florian Warschecha fliegt mit kaputter Schulter


Der Schlussmann spielt seit Wochen mit einer Verletzung und verschiebt die Operation auf die Winterpause

TSV Abtswind – TuS Röllbach 4:0 (2:0)

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Das nennt man wohl eine makellose Bilanz: Alle seine drei Spiele auf eigenem Terrain hat der TSV Abtswind diese Saison mehr als souverän gewonnen. Macht in Zahlen neun Punkte und zwölf Tore, ohne dass dabei ein Gegentreffer fiel. Ins Muster fügte sich die Partie gegen den TuS Röllbach gleichermaßen. Daheim ist es halt doch am schönsten.

Er sei ja nicht so ein Mann der großen Worte. Sagt Florian Warschecha und meint das fast schon entschuldigend. Die hochgestochenen Sätze braucht’s meist auch gar nicht, um ein Fußballspiel treffend zu beschreiben. Und außerdem: Warum so bescheiden, Herr Warschecha? Abtswinds Schlussmann kam nach dem Schlusspfiff dann doch ganz nett ins Plaudern und hatte manchen Lacher auf seiner Seite. Vorrangig interessierte natürlich sein Gesundheitszustand. Der 27-Jährige ist nämlich verletzt, angeschlagen, wie auch immer. Irgendwas ist kaputt in seiner Schulter. Warschecha stellt sich trotzdem in den Kasten. Seit Wochen. Wann und wie das Ganze passiert ist? Puh! Weiß er selbst nicht so genau. Vermutlich war’s ein ungelenkes Strecken im Pokalspiel gegen den TSV Aubstadt Anfang Juli. „Am nächsten Tag konnte ich meine Schulter kaum bewegen“, erzählte Warschecha.

Mehrere Doctores schauten sich ihn an. Häufiger als auf dem Trainingsplatz war er bei Ärzten anzutreffen, doch erst der letzte Mediziner traf die richtige Diagnose. Um eine Operation wird Warschecha nicht herumkommen. Unters Messer legt er sich aber einstweilen nicht, weil das mehrere Monate Pause nach sich ziehen wird. Also hat Warschecha zusammen mit Trainer Petr Skarabela entschieden, den Eingriff in die Winterpause Anfang Dezember zu verschieben. Bis dahin beißt der pfundige Torwart die Zähne zusammen. „Manch anderer würde wohl nicht spielen“, glaubt Warschecha. „Ich bin nicht aus Zucker.“ Ganz ohne Vorsorge geht’s freilich nicht. Vor jedem Training, vor jedem Spiel versucht Masseur Johann Schäfer die Verletzung in den Griff zu bekommen – mit Salben und anderen Mittelchen, um die Schmerzen einzudämmen, was auch nicht immer angenehm ist. „Ich dachte heute einen Moment, mir verbrennt die Schulter“, sagte der Ballfänger nach dem Röllbach-Spiel. So sehr ging eine Wärmepaste unter die Haut.

Die Scherereien lohnen sich gerade für Florian Warschecha. Auch wenn’s ihn manchmal zwickt, entscheidend beeinträchtigt scheint er nicht. Jedenfalls gab’s große Anerkennung für eine immens wichtige Einlage. Nicht nur der eigene Coach Petr Skarabela lobte: „Mit so einem Torwart geht es mir noch besser.“ Selbst Röllbachs Trainer Albano Carneiro war beeindruckt: „Glückwunsch zur Parade!“ Knapp eine Stunde war vorüber, als Warschecha in den Flugmodus musste. Marius Diwersi hatte freistehend aus kurzer Entfernung abgezogen, doch Abtswinds Schlussmann lenkte den Ball dank starker Reflexmotorik übers Gestänge. 2:0 stand es da für sein Team. Mit dem Anschlusstreffer der Gäste wäre es womöglich noch mal eine heiße Kiste geworden. So aber machte Abtswind wenig später den Deckel drauf. Nicolas Wirsching schaufelte den Ball nach einem abgewehrten Freistoß im Rückwärtsfallen ins obere Eck. 3:0 hieß es damit (67. Minute).

Viel öfter war Florian Warschecha gar nicht gefordert, der trotz der niedrigen Beschäftigung im richtigen Moment aufmerksam war. Zu sicher stand die Abwehr vor ihm, als dass noch mehr Bälle durchrutschten. Es war ein Spiel ganz nach dem Geschmack von Trainer Skarabela. „Ich bin momentan richtig stolz die Mannschaft“, sagte der 48-Jährige. Abtswind befindet sich schließlich in einer Wohlfühlzone. Mit drei Siegen am Stück hat die Mannschaft eine kleine Serie gestartet. Die Ergebnisse sind ausufernd. Besonders daheim stimmen Ergebnis und Erlebnis. In der Tabelle gab es zur Belohnung einen kräftigen Sprung nach vorne. Besonders der Rückstand auf den wohl schärfsten Konkurrenten Jahn Forchheim hält sich bei drei Zählern in Grenzen.

Dass es mal wieder ein souveräner Sieg wurde, machte sich schon früh bemerkbar. Bis zur ersten Chance dauerte es keine zwei Minuten. Pascal Kamolz verpasste und stand kurz darauf schon wieder dort, wo ein Stürmer eben sein muss. Nur mit dem Zielen brauchte er noch ein bisschen. Das lief bei Thilo Wilke besser. Carl Murphys steiles Zuspiel kam da gerade recht. Wilke eilte davon und traf zum 1:0 (13.). Das Adrenalin aus dem Spiel nahm Kamolz noch vor der Pause. Sein dritter Anlauf, ein Tor zu erzielen, glückte. Nach der Flanke von Przemyslaw Szuszkiewicz brachte ein Kopfball das beruhigende 2:0 (41.). „Zwei einfache Fehler waren das von uns“, stellte Röllbachs Trainer Albano Carneiro fest. Einmal war seine Truppe richtig nah dran am Ausgleich, als Fabian Wolf das Tor knapp mit dem Kopf verfehlte (30.). „Wir müssen lernen“, sagte Carneiro, „und wir müssen Ruhe bewahren.“

Fünfmal hintereinander hat der Aufsteiger nun schon verloren, erst einen Sieg geholt. Solche Verhältnisse kannte man die letzten Jahre nicht. Zur Meisterschaft in der Bezirksliga ging’s tatsächlich ohne Niederlage. In Abtswind spielte Röllbach munter mit. „Wir versuchen es nicht nur übers Laufen und Kämpfen“, erklärte Carneiro. „Ich habe viele Spieler, die toll kombinieren können.“ Nur geht’s bei den Gegnern in der Landesliga eben schneller zu. Hoch anzurechnen war den Röllbachern, dass sie sich selbst nach dem dritten Gegentreffer nicht hängen ließen. Den direkt verwandelten Freistoß von Carl Murphy zum 4:0-Endstand verhindern konnten sie dennoch nicht (86.).

Michael Kämmerer

Das Spiel in der Statistik

TSV Abtswind: Florian Warschecha – Carl Murphy, Daniel Hämmerlein, Adrian Graf, Przemyslaw Szuszkiewicz –Nicolas Wirsching, Jürgen Endres (86. Patrick Gnebner), Steffen Barthel, Thilo Wilke –Pascal Kamolz (70. Jona Riedel), Peter Mrugalla (83. Frank Hartlehnert).
TuS Röllbach: Erich Giesbrecht – Nico Heckmann (65. André Pascual), Marius Diwersi, Nicolai Kuhn, Björn Erhart (66. Daniel Koch)– René Hagendorf, Florian Grimm, Fabian Wolf, Till Link – Alexander Grimm (89. Merter Förtig), Mario Ackermann.
Schiedsrichter: Peter Frank (Uttenreuth); Assistenten: Martin Pehle (Großdechsendorf), Florian Leschka (Röttenbach).
Zuschauer: 170.
Gelbe Karten: Thilo Wilke (Abtswind); René Hagendorf, Björn Erhart, Marius Diwersi (Röllbach).
Tore: 1:0 Thilo Wilke (13.), 2:0 Pascal Kamolz (41.), 3:0 Nicolas Wirsching (67.), 4:0 Carl Murphy (86.).

Stimmen zum Spiel

Petr Skarabela (Trainer TSV Abtswind): „Wichtig ist mir, dass wir in den drei Heimspielen neun Punkte geholt, zwölf Tore geschossen und keines kassiert haben. Mittlerweile befinden wir uns auf einer Welle des Erfolgs. Jeder Spieler ist begeistert, wenn er von Beginn an aufläuft. Die Art und Weise, wie wir auftreten, begeistert auch mich. Torhüter Florian Warschecha war im richtigen Moment präsent. Wenn nach einer Stunde das 1:2 fällt, wäre das Spiel vielleicht schwieriger geworden. Wir hatten die Spielanteile, haben nicht viel zugelassen. Es freut mich, dass wir momentan so viele Tore schießen. So kommen auch die Zuschauer auf ihre Kosten. Das wird auch mal wieder anders sein. Hauptsache ist, dass die Mannschaft erfolgshungrig bleibt, dass jeder einzelne auf seinen Einsatz brennt. Wenn die Mannschaft so wie heute umsetzt, was ich vorgebe, ist das der Idealfall.“

Albano Carneiro (Trainer TuS Röllbach): „Das war unsere fünfte Niederlage in Serie. Das sind wir nicht gewohnt nach einer sehr guten Bezirksliga-Saison, in der wir kein einziges Mal verloren hatten. Wir dürfen nicht die Köpfe hängen lassen, denn wir haben die Qualität, um in der Klasse zu bleiben. Gegen jeden Gegner haben wir mitspielt und die Punkte zu einfach liegen lassen. Wir müssen uns so schnell wie möglich an die Landesliga gewöhnen. Mit viel Laufarbeit und Kampf wollten wir heute ins Spiel kommen. Zwei einfache Fehler haben vor der Pause zu den Abtswinder Toren geführt. In der zweiten Halbzeit haben wir gut verteidigt und auch nach vorne einige Akzente gezeigt. Und dann holt der Abtswinder Torhüter den Ball mit einem hervorragenden Reflex heraus. Der Anschlusstreffer hätte noch einmal etwas bewegen können.“

Florian Warschecha (Torhüter TSV Abtswind): „Heute gibt es nicht viel zu meckern. Bis auf Kleinigkeiten haben wir unsere Sache wieder gut gemacht. Ich selbst habe nur einen Ball aufs Tor bekommen, und den habe ich gehalten. Dafür bin ich schließlich da. Auch wenn man als Keeper nicht viel zu tun hat, ist man immer mittendrin, um die Konzentration zu bewahren. Wir sind hinten kompakt, egal welcher Verteidiger vor mir steht. Jeder kann sich auf den anderen verlassen. Das gibt ein Gefühl der Sicherheit. Vor jedem Spiel versuchen wir mit Masseur Johann Schäfer meine Schulterverletzung in den Griff zu bekommen. Im Spiel bin ich dann nicht entscheidend beeinträchtigt, spüre nur hin und wieder einen Schmerz. Ich bin nicht aus Zucker. Bis zur Winterpause ziehe ich es auf diese Weise durch. Im Dezember lasse ich mich operieren.“

Wahl zur Elf der Woche beim Fußballportal Fupa: Hier für Abtswind abstimmen

Florian Warschecha fliegt mit kaputter Schulter

„Der Erfolg wird der Mannschaft einen Schub geben“


Der Trainer hat das Wort

Hier schreibt Petr Skarabela

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Liebe Fans des TSV Abtswind, verehrte Fußballfreunde,

jeden Montag, Dienstag und Donnerstag fahre ich voller Vorfreude die 35 Kilometer von meinem Wohnort Neustadt/Aisch zum Training nach Abtswind. Die Arbeit mit der Mannschaft und jedem einzelnen Spieler begeistert mich immer wieder aufs Neue. In den vergangenen Tagen war die Lust auf die Trainingseinheiten noch einmal größer.

Das lag, wie man sich leicht denken kann, an unserem rauschenden 9:2-Sieg gegen den FC Fuchsstadt, der bei uns für großartige Stimmung gesorgt hat. Das Ergebnis spricht für sich und belegt, welch tollen Fußball wir gespielt haben, vor allem in der letzten halben Stunde. Neun Tore muss man erst einmal schießen – egal gegen welchen Gegner. Endlich hat es mit unserem ersten Auswärtssieg der Saison geklappt. Einfach klasse! Der Erfolg wird der Mannschaft einen Schub nach vorne geben. Besonders freue ich mich für die Stürmer Pascal Kamolz und Peter Mrugalla, die beide in der vergangenen Saison lange verletzt waren. Mit seinen drei Treffern hat Pascal Selbstvertrauen getankt. Peter hat durch zwei Tore und drei Vorlagen gezeigt, dass er ein richtig guter Fußballer ist. Von beiden waren das positive Zeichen für die Zukunft.

Vor einiger Zeit hatte ich noch unsere Chancenverwertung bemängelt. Die Mannschaft hat sich die Kritik zu Herzen genommen und bewiesen, wie lernfähig sie ist. In den Spielen gegen Höchberg, Lichtenfels und Fuchsstadt haben wir insgesamt siebzehn Mal getroffen. Das ist ein Wort! Doch eines kann ich versprechen: Die Mannschaft bleibt am Boden; bei uns ruht sich keiner auf den Erfolgen aus.

Die jüngsten Siege sind der verdiente Lohn für das gute Training der Mannschaft. Doch ich bin Perfektionist, und übertreibe es damit auch schon mal. Trotzdem kann ich sagen, dass unsere Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Mein Ziel ist es, dass die Mannschaft ansehnlichen und erfolgreichen Fußball spielt. Wenn uns das gelingt, werden wir uns vorne in der Tabelle festsetzen und bis zum Saisonende um einen der ersten beiden Plätze mitspielen. In unserer aktuellen Verfassung können wir uns nur selbst schlagen.

Personell habe ich glücklicherweise die Qual der Wahl, auch wenn Michael Herrmann wegen einer Verletzung, Jörg Otto, Jonas Wirth und Sven Gibfried wegen Urlaubs fehlen. Dafür kehrt Thilo Wilke in den Kader zurück. Daniel Hämmerlein, Jona Riedel und Patrick Gnebner, die zuletzt von der Bank ins Spiel kamen, haben gezeigt, dass sie gleichwertige Alternativen sind. Ich werde mir für das Spiel an diesem Samstag die besten elf Akteure herauspicken.

Der Spielplan will es, dass wir am sechsten Spieltag bereits auf den letzten der vier Aufsteiger treffen. Der TuS Röllbach ist ohne Niederlage durch die Bezirksliga marschiert. Ich erwarte die Gäste wie jeden unserer Gegner defensiv eingestellt. Mir ist nicht bange, selbst wenn zehn Verteidiger vor uns stehen. Meine Spieler können auch damit umgehen. Denn eines ist klar: Wir müssen die drei Punkte in Abtswind behalten. Sonst war der Sieg gegen Fuchsstadt nichts wert.

Euer
Petr Skarabela

„Der Erfolg wird der Mannschaft einen Schub geben“

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Der TuS Röllbach zu Gast in der Kräuter Mix Arena

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