Spitzenspiel beim Jahn


Zweite Mannschaft vor Endspiel um den Klassenerhalt

Vorschau aufs kommende Wochenende

Samstag, Reiseziel Forchheim. Der Bus brennt! Hotspot Forchheim, Sechs-Punkte-Spiel um den Relegationsplatz. Wenn das keine große Kulisse bringt, dann braucht es schon einen Stephen Hawking, um die Welt zu verstehen. Der Sonntag gehört ganz unseren Reserve Teams. Die Dritte beschließt eine weitere englische Woche mit einem Heimspiel gegen den Tabellen-Vize. Währenddessen gastiert die zweite Mannschaft in Niederwerrn, einen kleinen Schritt vom Klassenerhalt, aber ein großer Schritt für Teo´s Jungs.

Seit Wochen fokussiert sich alles auf diese eine Partie. Okay, Schmalz auf die Meeresbewohner, etwas relativieren tut Not. Erst seit Abtswind die eigene Inkonstanz durch konstante Erfolge postfaktisch ersetzte, jene Siegesserie erst verleiht dieser Partie das Prädikat „es geht um etwas mehr als die vergoldete Südfrucht“. Zudem verlor der Jahn aus seinem österlichen Körbla drei entscheidende Eier, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Hat nicht ein jeder so sein Alesia-Erlebnis? Für die Kräuter-Kicker heißt dies Kahl am Main. Jahn Forchheims Trainer Christian Springer würde hier wohl Röllbach, Lichtenfels sowie Memmelsdorf auflisten. Auch Karlburg zählt nicht gerade zu den absoluten Lieblingsgegnern.

Letztes Wochenende nahm Forchheim den Kampf gegen Karlburg an und gewann trotz halbstündiger Unterzahl am Ende doch verdient mit 3:1. Aggressive leader Adem Selmani hatte es dabei etwas zu weit getrieben mit notwendig robustem Körpereinsatz. Seine Kollegen David Mai und Andi Mönius nutzten jedoch kleinste Karlburger Konzentrationsmängel gnadenlos zu ihrem Vorteil und brachten den Jahn zurück auf die Siegerstraße. Gerade diese Fähigkeit, noch einen Punch in Petto zu haben, nachlegen zu können, wenn es notwendig ist, das zeichnet eine echte Spitzenmannschaft aus. Im Buch zu Matthäus, dem Libero, steht geschrieben: Gesegnet sei der Coach, dem ein solch offensivfreudiges Mittelfeld wie beim Jahn zur Verfügung steht. Maximilian Gebhardt, Andi Mönius und Thomas Roas zusammen bringen es auf 34 Buden. Respekt!

Tabellarisch ist das sicherlich ein Derby, wenn man beide Teams vom Punktestand her betrachtet. Ansonsten liegen Welten zwischen diesen Vereinen. Okay, beide Trainer traten einst in der Belletage des deutschen Fußballs an. Petr Skarabela für Greuther Fürth und Christian Springer für den FC Köln. Es prallen die beiden Offensiv stärksten Kollektive aufeinander mit zusammen 163 Treffern. Das war es dann wohl mit den offensichtlichen Gemeinsamkeiten. Während Abtswind in den vergangenen Jahren mehr oder minder klar an den Aufstiegsrängen vorbei schrammte, spielte Forchheim in ebendieser Bayernliga mit. Im oberen Drittel. Vage zu erkennen mit dem Zeiss´schen Feldstecher. Einzig letzte Saison bohrte ein scheinbar hartnäckiger Wurm dermaßen am Punktekonto, dass man sich als 16. in die Landesliga abseilte. Michael Hutzler blieb trotzdem Übungsleiter. Der Re-Start in 2017 misslang. Nur 1 Punkt aus den ersten beiden Partien zwang die Verantwortlichen „aufgrund der aktuellen sportlichen Entwicklung“ und so weiter und ab sofort sich vom Trainer zu trennen. Verblüffung in der Jahn Fankurve. Ebenso bei Herrn Arndt Zeigler, der als Kicker-Nerd in seiner eigenen wunderbaren Welt des Fußballs lebt, und dem die frappierende Ähnlichkeit zwischen der Pressemitteilung von Bayer Leverkusen und Forchheim auffiel. Hey, heißt es nicht so schön, bei den Besten lernen? Lieber gut abkupfern als verbales Blech, meint jedenfalls der Kupferschmied.

Der Aufstieg ist fest eingeplant, jedoch steht das sportliche Abschneiden beim Jahn generell nicht an erster Stelle. Der scheidende Präsident Gunter Bierfelder im FuPa-Interviw zu den vorrangisten Baustellen: „Zunächst muss die Priorität darauf gerichtet sein, ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept zu etablieren. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Nachdem die Kulturhalle als Kostenfresser und Klotz wegfällt, gilt es für alle Abteilungen, namentlich die Fußballer, kostendeckend zu arbeiten. Dazu gehört meiner Meinung nach auch eine Anpassung der Mitgliedsbeiträge.“ Für die Unwissenden unter uns Dörflern: Umzug in ein neues Sportgelände, Halle an Dritte veräußern, Etat ins Lot bringen. Dagegen kann ein simpler Landesliga Spieltag – auch im Rang eines Spitzenspieles – kaum gegen an stinken.

In Abtswind backt man kleinere Brötchen. Statt ganzer Sportgelände, inklusive Liegenschaften, Halle, Sportfeldern und sonstigem Pipapo abzuwickeln und an anderer Stelle neu aus dem Boden zu stampfen, werkelt man gerade an einer simplen Machbarkeitsstudie. Alles etwas konservativer, kleiner, kurz und gut dörflicher. Unlängst zur Generalversammlung signalisierte Bürgermeister Jürgen Schulz die Unterstützung der Marktgemeinde zu. Was jetzt fehlt, ist ein stichhaltiges Gesamtkonzept. Vermutlich arbeitet das neue Vorstandsgremium bereits fleißig an den Details. Auch hier heißt es, Fortsetzung läuft, an dieser Stelle natürlich.

In jedem Falle laufen bei beiden Clubs die Kaderplanungen auf Hochtouren. Schwierige Geschichte, so ohne klare Aussage, in welcher Klasse man im Sommer antreten wird. Forchheims sportlicher Leiter René Hoffmann vermeldet bereits einige Wechsel. Allrounder Thomas Roas und Stürmer Dominik Zameter verlassen den Verein ebenso wie Mittelfeld Stratege Maximilian Göbhardt (Eltersdorf). Dafür kehrt ein brandgefährlicher, variabel einsetzbarer Mittelfeldspieler zurück zum Jahn. “Und ich wollte nach vier Jahren einfach mal einen neuen Reiz. Ich hatte eine schöne Zeit beim SC Eltersdorf, habe mich aber dafür entschieden, etwas Neues zu probieren: ein neues Umfeld neue Mannschaft neuer Trainer, …”, sagt Patrick Hagen, der aktuell noch am Knöchel laboriert und vermutlich kein weiteres Spiel mehr für seinen aktuellen Verein bestreiten wird. Für die Offensive kommt Jens Wartenfelser, der mit seinen 12 Toren aktuell in der Landsliga Nordost auf sich aufmerksam macht. Eine Problemstelle gibt es allerdings, die noch nicht adäquat besetzt scheint. Nach den Abgängen von Felix Burkel nach Buckenhofen und Senad Bajric nach Oesdorf verfügt der Jahn nicht mehr über einen echten Stoßstürmer. Ein Puzzleteil im Gesamtkonzept, an dem Sportleiter René Hoffmann bereits seit langem dran ist. Die Zeit drängt. Alles steuert auf den Saisonhöhepunkt zu, ohne zu wissen, wohin die Reise letztendlich geht. Forchheims Sportleiter René Hoffmannn bleibt demonstrativ gelassen: „Es ist immer eine blöde Situation, wenn du nicht weißt, wo du spielst, aber das ist ja nichts Neues. Dieses Problem hatten wir ja schon in der vergangenen Saison.“

Währenddessen hält sich Abtswind traditionell eher bedeckt. Neben den Abgängen von Jörg Otto (Volkach) und Andy Herrmann (Castell) stehen erst drei Neuzugänge sicher fest. Daniel Endres, Mittelstürmer der FG Martinsheim/Marktbreit, wechselt mitsamt seinem ausgeprägten Torinstinkt im Sommer an den Friedrichsberg. Johannes Primus kommt aus Neustadt zusammen mit Robert Brenner, dem neuen Trainerkollegen von Patrick Gnebner, die gemeinsam die Reserve übernehmen werden. Alles weitere erfahren wir geduldigen Fans zum Saisonende, wie gewohnt.

Am Sonntag reist die zweite Mannschaft ins östliche Schweinfurter Randgebiet. Abstiegskampf steht auf der Speisekarte. „Nach 4 verdienten Niederlagen in Folge war der eine Punkt gegen [den Tabellenzweiten] Egenhausen sehr wichtig für die Moral“, gibt Niederwerrns Trainer Achim Schaupp zu. Dabei konnte man einer Spitzenmannschaft sowohl läuferisch als auch mit spielerischen Mitteln Paroli bieten. Der ehemalige Fuchsstädter Landesligaspieler legt im Sommer eine Pause ein und möchte seinem Nachfolger die Kreisliga sichern. Kein ganz leichtes Unterfangen für den Tabellenvorletzten, der in den kommenden Spielen neben unserem TSV noch gegen Essleben, Stammheim und Mühlhausen ran muss. „Wenn man auf dem vorletzten Tabellenplatz steht, kann man schon von einer hammerharten Restprogramm sprechen. In den letzten beiden Spielen müssen wir gegen Stammheim und Mühlhausen/Schraudenbach ran, die dann vielleicht sogar noch Meister werden können“, gibt Achim Schaup zu. Seine Hoffnungen auf den Klassenerhalt setzt der erfahrene Coach auf seine Sturmfraktion um die beiden Goalgetter Sandro Miano (12 Treffer) und Sebastian Serzisko (9 Buden).

Zum guten Schluss einige Rechenspielchen. Was ist, wenn …? Ach, ist doch eigentlich egal. Die Aktiven stehen eh schon unter Dauerdruck, zum Saisonende, wenn Entscheidungen fallen, für die man eine ganze Spielzeit hinweg geschwitzt hat.

Das Hinspiel verlor der TSV Abtswind II knapp mit 4:5. Gerne erinnert sich Niederwerrns Trainer an jene Partie Mitte Oktober zur Abtswinder Weinfestzeit: „Es gab brutal viele Abwehrfehler, die sofort zum Tor geführt haben. Auf beiden Seiten. Und wir hatten das Glück, dass wir einen Bock mehr ausnutzen konnten.“ Abtswind II rannte damals auch nach eigener 4:2-Führung konzeptlos offensiv ins Nirwana und verlor dabei gegen den damaligen Tabellenletzten defensiv den Überblick. Ob es am Sonntag ähnlich vogelwild ausgeht? Mit einem Dreier streift die zweite Mannschaft das latent schwebende Abstiegsgespenst fürs erste ab. Aber in dieser Kreisliga sollte man sich mit langfristigen Prognosen zurückhalten.

Johannes Baumann fehlte im Derby gegen Geesdorf II. Alternativ spielte der angeschlagenen Marc Köhler auf der Abräumer Position im defensiven Mittelfeld und machte seine Sache recht ordentlich. „Natürlich fehlt Johannes mit seiner Erfahrung, seinem Auftreten. Aber man hat gesehen, wir können uns ersetzen. Jeder ist ersetzbar.“ Stolz schwellt mit, wenn Michael Ludwig von seiner Truppe berichtet. Zufriedenheit über die Serie von 7 Spielen, die sein Team bereits ungeschlagen ist. In dieser Situation kommt der Tabellenzweite vermutlich gerade recht. Am Sonntag, bereits um 14:00 Uhr gastiert die SG aus Klein- und Großlangheim im Feuerbacher Sportpark. Ein Spiel, dass die Gäste unbedingt mit einem Dreier beenden müssen, sollte der Meisterschaftszug nicht endgültig ohne sie abfahren. Für Spannung ist also gesorgt.

Matthias Ley

Alle Spiele im Überblick:

Landesliga: SpVgg Jahn Forchheim – TSV Abtswind
Samstag, 29. April 2017, Anstoß 15:00 Uhr, Sportanlage Forchheim. Fr.-Lud.-Jahn-Str.10, 91301 Forchheim
Abfahrt des Fanbusses am Wormser-Platz um 13:45 Uhr (Fahrpreis 7 Euro)
Schiedsrichter: Jonas Beinhofer
Assistenten: Jan Dirrigl und Matthias Ferstl

Kreisliga: FV Niederwerrn/Oberwerrn – TSV Abtswind II
Sonntag, 30. April 2017, Anstoß 15:00 Uhr, Sportgelände Niederwerrn, Jahnstraße 12, 97464 Niederwerrn
Schiedsrichter: Manfred Schäfer

A-Klasse: SG Abtswind III / Feuerbach – SG Klein-/Großlangheim
Sonntag, 30. April 2017, Anstoß 14:00 Uhr, Sportgelände des 1. FC Feuerbach, Am Sportheim, 97353 Feuerbach
Schiedsrichter: Anton Schneider

Spitzenspiel beim Jahn

Peter Schmitt macht seinen Frauen Beine


Der Trainer der Abtswinder Korbballerinnen erklärt, wie er die Mannschaft weiter verbessern will

Vorschau auf die Feldrunde 2017

Slider Ende

Was Erfolg bewirken kann, erleben die Korbballerinnen des TSV Abtswind derzeit am eigenen Leib. Nach der unerwarteten Vizemeisterschaft im Winter herrscht in der Mannschaft, die einst mutlos am Tabellenende stand, Euphorie und Aufbruchstimmung. Die neu entfachte Lust am Korbball hat dazu geführt, dass Abtswind nach Jahren wieder an der Feldrunde teilnimmt. In der Kreisklasse bestreitet das Team an sechs Spieltagen von April bis Juli zwölf Partien.

Zum Saisonauftakt an diesem Donnerstag, 27. April, in Stadelschwarzach stehen ab 19:15 Uhr die Begegnungen gegen den FC Fahr und die SG Prichsenstadt/Altenschönbach an. Im Interview spricht Trainer Peter Schmitt (51), der die Mannschaft vor einem Jahr übernommen hat, über den Eifer seiner zwölf Spielerinnen bei Weinbergsläufen, die Bedeutung der Sommerrunde und die Unterschiede zwischen Korbball auf dem Feld und in der Halle.

Frage: Nach der Vizemeisterschaft in der Hallenrunde war die Mannschaft nur noch einen Sieg vom Aufstieg in die Bezirksliga entfernt. Trauern die Spielerinnen der verpassten Chance hinterher?
Peter Schmitt: Die Niederlage im Entscheidungsspiel gegen den TSV Nordheim ist abgehakt und vergessen. Alle schauen nach vorne und freuen sich auf die Sommersaison. Bei uns herrscht durch die Erfolge in der Halle eine nie dagewesene Euphorie. Die Mädels haben gemerkt, wozu sie fähig sind. Erfolg macht eben Lust.

Frage: War das auch der Grund, warum es nach der Hallenrunde keine Trainingspause gab?
Peter Schmitt: Alle waren nach dem Saisonende Mitte März so motiviert, dass sie direkt mit der Vorbereitung auf den Sommer beginnen wollten. Unabhängig davon hätte uns jede Pause Körner gekostet. Mir war wichtig, dass die Mädels ihre Kondition nicht verlieren. Deshalb trainieren wir neuerdings zwei Mal pro Woche: Montags ist unser Konditionstag, mittwochs machen wir Strategietraining.

Frage: Wie sehen die Übungseinheiten aus?
Peter Schmitt: Wenn wir im spielerischen und taktischen Bereich trainieren, üben wir Spielzüge, Würfe und das Positionsspiel. Für die Ausdauer machen wir Steigerungsläufe. Da geht es auch schon mal eine Stunde in die Weinberge. Das hat es in sich. Für die meisten ist diese Art von Training eine neue Erfahrung. Alle ziehen mit, was sich auch an der guten Trainingsbeteiligung zeigt.

Frage: Ist nach der Vizemeisterschaft in der Halle ein vorderer Tabellenplatz in der Feldrunde das Ziel?
Peter Schmitt: Wir wollen unser Bestmögliches geben, doch ich nehme bewusst den Druck von der Mannschaft. Ich messe uns im Sommer nicht an Ergebnissen und an der Tabelle, sondern wie wir uns spielerisch, taktisch und konditionell weiterentwickeln. Ich werde die Spiele im Freien nutzen, um einiges auszuprobieren. Schwächere Spielerinnen sollen mehr Spielzeit bekommen. Mein Ziel ist es, das Leistungsniveau einer jeden einzelnen zu steigern. Wir wollen uns nicht von zwei Schlüsselspielerinnen abhängig machen, sondern breit aufgestellt sein, so dass alle in der Mannschaft ein Spiel entscheiden können. Das alles soll uns dann im nächsten Winter zugutekommen, um von Beginn an vorne zu stehen. Der Fokus liegt also eindeutig auf der Hallenrunde.

Frage: Wo liegen die Unterschiede zwischen dem Spiel in der Halle und auf dem Feld?
Peter Schmitt: Durch die äußeren Bedingungen ist das Spiel im Freien grundlegend anders. Auf dem Rasen springt der Ball ungleichmäßig, so dass wir möglichst wenig prellen dürfen und das Spiel anders aufbauen müssen. Die Spielerinnen müssen sich draußen auf ein neues Wurfgefühl einstellen, weil es keine Wände gibt, die das Spielfeld begrenzen. Hitze und Kälte spielen eine Rolle. Die Sonne kann blenden, es kann regnen. Die Umstellung ist schon deutlich zu spüren. Abtswind nimmt erstmals wieder an der Feldrunde teil. Vielen Spielerinnen fehlt also die Erfahrung.

Das Gespräch führte Michael Kämmerer

Engagierte Ansprache: Trainer Peter Schmitt stimmt seine Mannschaft auf das Spiel ein.

Spielplan der Feldrunde 2017

Peter Schmitt macht seinen Frauen Beine

Derbysiege schmecken beidseitig hopfig


Ludwig´s Doppelpack dreht die Partie

TSV Abtswind III / FC Feuerbach – 1.FC Geesdorf II 3:1 (1:1)

Slider Ende

„Das 1:0 hat sein mein Team redlich verdient.“ Geesdorfs Trainer Andreas Hahn relativiert jedoch schnell, dass der Ausgleich zur Pause ebenfalls leistungsgerecht war. Am Ende steht ein 3:1-Heimsieg, der mit dem Qualitätsprädikat „Top Mannschaftsleistung“ von Spielertrainer Michael Ludwig geadelt wird. Ein bisschen Slapstick war auch im Spiel. Ein Derby quasi mit humoresker Note.

Bereits nach wenigen Minuten ertönt der chinesische Gong. Aus gut 10 Metern Tordistanz setzt Abtswinds Mittelfeldspieler Sebastian Krauß einen Dropkick ab. Der Ball hätte vermutlich gepasst, wäre da nicht Geesdorfs Keeper Christian Bothe, der das Ding mit einem sensationellen Reflex an die Latte lenkt. Aluminium Gong im tiefen Cis-Moll. Nicht die einzige Szene, die Abtswinds Trainer Michael Ludwig heute positiv angesehen haben mag. „Christian Funk hat mir heute besonders gut gefallen“, bewertet der Übungsleiter. „Auch Karsten Krauß war bärenstark. Man hat gemerkt, heute will er Fußball spielen. Er kann es ja, keine Frage. Er hat sich viel angeboten, hat die Bälle im Mittelfeld gehalten, schöne Pässe in die Spitze gespielt. Aber die ganze Mannschaft hat heute eine Top Leistung gebracht.“

Bevor hier jemand im Lorbeerfass versinkt, mal zu den Tatsachen, den Fakten, und diese sehen Geesdorf im Angriffsmodus. „Heute hatten wir uns einiges vorgenommen“, wie Andreas Hahn analysiert. „Drauf gehen, vorne Überzahl schaffen, was uns jedoch kaum einmal richtig gelungen ist, weil wir den letzten Pass nicht an den Mitspieler gebracht haben.“ Bezeichnenderweise resultiert die Geesdorfer Führung nach einer halben Stunde auch aus einer Einzelaktion. Kurz nach der Mittellinie schnappt sich Julian Zehnder die Pille, rennt zehn, zwanzig Meter diagonal Richtung Tor und holt mal eben so den Hammer raus. Voll getroffen, alles andere wäre gelogen. Exakt im linken Eck schlägt das Geschoss ein.

„Von Minute zu Minute entwickeln wir uns spielerisch, finden immer besser ins Spiel“, berichtet Michael Ludwig, Spielertrainer der SG aus Abtswind und Feuerbach. „Wir haben gemerkt, holla, heute müssen wir was tun. Das läuft nicht so locker ab wie zuletzt in Donnersdorf, ein Team, dass uns kaum gefordert, nichts dagegen gesetzt hat.“ Die Kombi-Elf aus Abtswind und Feuerbach kämpft sich zurück. Erneut trifft Sebastian Krauß per Heber nur das Quergebälk, ehe Michael Ludwig für seinen Farben ausgleichen kann. Weiter Pass von Tobias Holzberger die rechte Außenlinie entlang. Christian Funk bringt die Flanke weit hinein und sein Trainer trifft per Kopf zum 1:1. Pausentee, Zeit zur Regenartion nach einem intensiv geführten ersten Durchgang.

In der Heimkabine herrscht konzentrierte Stille. „Eigentlich ziemlich unnormal für uns“, gibt Eduard Schneider schmunzelnd zu. „Der Trainer hat nicht viel gesprochen. Jeder konnte mal in sich gehen, sich hinterfragen.“ Nach dem Wechsel egalisieren sich beide Teams bereits im Mittelfeld. Torchancen sind Mangelware bis zum 53. Minute. „Dieses Ding kam irgendwie aus dem Nichts“, wundert sich Andy Hahn. „Das ist etwas unglücklich gelaufen für uns.“ Schneller Tempogegenstoß, ausgehend von Karsten Krauss, weiter geleitet auf die linke Seite. Christian Funk passt scharf, flach vors Tor. Den ersten Versuch pariert Geesdorfs Keeper Christian Bothe noch. Tatsächlich wieder eine Glanztat bei einem Torabschluss aus wenigen Metern. Kaum Reaktionszeit. Der Ball prallt zurück zu Michael Ludwig, der den Nachschuss zum 2:1 verwertet. Ergebnis technisch ist das Spiel gedreht. Der Ausgleich bleibt offen. Die Gäste feiern ein offensives Comeback, treten aggressiver, bissiger auf, investieren viel ins Spiel und scheitern meist am finalen Pass.

Mit zunehmender Spielzeit häufen sich die Konter der Heimelf, wohingegen die Gäste konditionell abbauen. Man sieht es jedoch beiden Seiten an. Dieses Derby hat viel Kraft gekostet. Was jetzt noch fehlt zu einem echten Nachbarschaftsduell ist ein klassischer Slapstick- Einlage. Christian Bothe, teilweise glänzend reaktionsschnell, phasenweise jedoch auch unsicher, sorgt für diese gewisse humoreske Note. Als mitspielender Torwart ersetzt er den nach vorn geeilten Libero. Gegen Ende hin eilt er einem etwas zu weit angesetzten Zuspiel auf Abtswinds eingewechselten Stürmer Dominik vom Berg entgegen. Klar als erster Mann am Ball semmelt er in vollem Lauf über ebendiesen und das junge Abtswinder Talent mit dem eiskalten Näschen für die Situation schiebt die Pille lässig zum 3:1-Endstand über die Linie.

Die Bilderserie zum Derbysieg liefert Adlerauge Michael Kämmerer. Impressionen eines attraktiven, teils rassigen A-Klasse Spiels, stets spannend, unterhaltsam, einfach ein sportlicher Gaumenschmaus für die Zuschauer. Noch weit nach Abpfiff lässt man am Stammtisch den Hopfenblütentee zirkulieren, Abtswinder, Feuerbacher oder Geesdorfer ist egal. Nachbarn sind wir allemal.

Matthias Ley

Das Spiel in der Statistik:

TSV Abtswind III / FC Feuerbach: Eduard Schneider – Tobias Holzberger, Arthur Eberhardt, Matthias Winkler – Markus Kräutner, Marc Köhler, Michael Ludwig, Karsten Krauss – Sebastian Krauß, Cedric Mix, Christian Funk. Einwechselspieler: Thomas Klein, Dominik vom Berg, Justin Laudenbach, Lukas Dingeldein, Dennis Zehnder.
1.FC Geesdorf II: Christian Bothe – Bernd Oppmann, Thomas Lordo, Simon Seufert, Lukas Rößner – Jonas MMöser Philipp Seufert, Billal Hassan, Mario Michel – Stefan Omert, Julian Zehnder. Einwechselspieler: Martin Hahn, Johannes Bauer.
Schiedsrichter: Lothar Hanke
Zuschauer: ca. 50
Tore: 0:1 Julian Zehnder (30.), 1:1 Michael Ludwig (44.), 2:1 Michael Ludwig (55.), 3:1 Dominik vom Berg (87.).

Die Stimmen zum Spiel:

Michael Ludwig (Trainer Abtswind III / Feuerbach): „Verdienter Sieg für meine Jungs. Durch einen Sonntagsschuss führt Geesdorf, kommt ansonsten in der ersten Halbzeit gerade zwei Male vor unser Tor und wir hätten zur Pause schon klar führen müssen. Zwei Mal nur Latte und mein Ausgleichstreffer kurz vor dem Seitenwechsel. Wenn man gesehen hat, wie meine Mannschaft gekämpft hat, Leidenschaft gezeigt hat gegen eine gute Geesdorfer Mannschaft. Mit dem 3:1-Endstand bin ich vollauf zufrieden. Eine Top Mannschaftsleistung. “

Andreas Hahn (Trainer 1.FC Geesdorf II): „Mit der Leistung in der ersten Halbzeit bin ich eigentlich ganz zufrieden. Aufgrund der Aufstellung hatte ich mir im Vorfeld mehr vom Derby erhofft. Natürlich ist es schwer, wenn man ständig neue Leute hat, eine spielerisch ausgerichtete Mannschaft auf den Platz zu bringen, auch wenn die Spieler es technisch drauf haben. Ständig muss der ein oder andere auf ungewohnten Positionen aushelfen. Es hat nicht so0 geklappt, wie ich mir das so vorgestellt habe, vorne drauf gehen, Druck machen. Das Eins gegen Eins vorne gibt leider meist in die Hose. Zudem kam der letzte Pass nicht an oder wir haben uns den Ball einen Tick zu weit vor gelegt. Heute hat nicht viel gefehlt, um erfolgreich zu sein. Aber dieses Quäntchen war entscheidend.“

Eduard Schneider (Keeper Abtswind III / Feuerbach): „Anfangs hat Geesdorf aus meiner Sicht kräftiger gedrückt als zum Spielende hin. Da mussten wir doch einige Male in der Verteidigung ran. Wir sind ruhig geblieben, haben uns nicht mitziehen lassen von der lautstarken Tribüne, haben unser Ding durchgezogen. Beim Gegentreffer kommen wir nicht richtig an die Gegenspieler ran. Der Ball schlägt genau im Winkel ein. Der war einfach super geschossen, da konnte ich nichts machen. Der Ausgleich zur Pause war hochverdient. Wir hatten ja einige gute Chancen vorher, sogar zwei Lattentreffer.
Nach der Pause haben wir mehr gemacht. Solche Fehler, wie vom Geesdorfer Torwart gezeigt, sowas pusht auch irgendwie. Man merkt, dass sie hinten etwas klappern und dann trauen wir uns auch mehr zu. Nach dem 2:1 wurde Geesdorf deutlich stärker. Da kamen sehr viele Flanken vor mein Tor. Tobias Holzberger und Arthur Eberhardt waren meiner Meinung nach heute die besten Spieler auf dem Platz. Sie haben defensiv kaum etwas zugelassen, viel weggemacht. Verdienter Sieg, das Ergebnis hat schon gepasst.“

Sonderlob vom Trainer an Christian Funk, offensiv stets gefährlich und über die Flügel eine Rakete

Derbysiege schmecken beidseitig hopfig

Andreas Herrmann geht, Johannes Primus kommt


Bei der zweiten Mannschaft gibt es Veränderungen im Kader

Planungen für die Saison 2017/18

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Noch hat sich die zweite Mannschaft des TSV Abtswind ihrer Abstiegssorgen nicht entledigt. Noch benötigt das Team in der Kreisliga aus den letzten drei Partien den ein oder anderen Punkt, um mit Sicherheit in der Klasse zu bleiben. Unabhängig davon plant der Verein bereits die nächste Saison für den Landesliga-Unterbau. Nachdem bereits im März zwei neue Spielertrainer engagiert wurden, stehen nun auch erste Veränderungen im Kader fest.

Patrick Gnebner und Robert Brenner, die als Trainerneulinge ab Juli für das Abtswinder Perspektivteam verantwortlich sind und die Nachfolge von Velibor Teofilovic antreten, müssen dann auf Andreas Herrmann (im Bild) verzichten. Der 22-Jährige wechselt im Sommer zur SG Castell/Wiesenbronn. Der Tabellenführer in der A-Klasse befindet sich auf dem besten Weg, nach dem Abstieg im Vorjahr umgehend in die Kreisklasse zurückzukehren. Herrmann, der im Nachbarort Greuth lebt, spielt seit der Saison 2015/16 in Abtswind. In der zweiten Mannschaft ist der offensive Mittelfeldspieler seither eine feste Größe. Von den 25 Kreisliga-Begegnungen der aktuellen Spielzeit absolvierte er 22, alle von Beginn an. Außerdem stand er in dieser Saison bislang 13 Mal im Aufgebot des Landesliga-Teams, für das er sechs Kurzeinsätze absolvierte.

Erster Neuzugang für die Saison 2017/18 ist Johannes Primus aus Neustadt/Aisch. Der 21-Jährige spielte bis Oktober 2016 für den SV Losaurach in der Kreisliga Nürnberg/Frankenhöhe und ist derzeit vereinslos. Zuvor war er lange Zeit für den TSV Neustadt/Aisch aktiv: Nach der Jugend kam er bei den Mittelfranken überwiegend in der Reserve in der Kreisklasse zum Zuge. Daneben stehen vier Kurzeinsätze in der Landesliga zu Buche. Johannes Primus ist im defensiven und zentralen Mittelfeld einsetzbar, außerdem auf der rechten Seite als Verteidiger und Flügelspieler.

Andreas Herrmann geht, Johannes Primus kommt

Spitzenspiel beim Jahn


Zweite Mannschaft vor Endspiel um den Klassenerhalt

Vorschau aufs kommende Wochenende

Samstag, Reiseziel Forchheim. Der Bus brennt! Hotspot Forchheim, Sechs-Punkte-Spiel um den Relegationsplatz. Wenn das keine große Kulisse bringt, dann braucht es schon einen Stephen Hawking, um die Welt zu verstehen. Der Sonntag gehört ganz unseren Reserve Teams. Die Dritte beschließt eine weitere englische Woche mit einem Heimspiel gegen den Tabellen-Vize. Währenddessen gastiert die zweite Mannschaft in Niederwerrn, einen kleinen Schritt vom Klassenerhalt, aber ein großer Schritt für Teo´s Jungs.

Seit Wochen fokussiert sich alles auf diese eine Partie. Okay, Schmalz auf die Meeresbewohner, etwas relativieren tut Not. Erst seit Abtswind die eigene Inkonstanz durch konstante Erfolge postfaktisch ersetzte, jene Siegesserie erst verleiht dieser Partie das Prädikat „es geht um etwas mehr als die vergoldete Südfrucht“. Zudem verlor der Jahn aus seinem österlichen Körbla drei entscheidende Eier, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Hat nicht ein jeder so sein Alesia-Erlebnis? Für die Kräuter-Kicker heißt dies Kahl am Main. Jahn Forchheims Trainer Christian Springer würde hier wohl Röllbach, Lichtenfels sowie Memmelsdorf auflisten. Auch Karlburg zählt nicht gerade zu den absoluten Lieblingsgegnern.

Letztes Wochenende nahm Forchheim den Kampf gegen Karlburg an und gewann trotz halbstündiger Unterzahl am Ende doch verdient mit 3:1. Aggressive leader Adem Selmani hatte es dabei etwas zu weit getrieben mit notwendig robustem Körpereinsatz. Seine Kollegen David Mai und Andi Mönius nutzten jedoch kleinste Karlburger Konzentrationsmängel gnadenlos zu ihrem Vorteil und brachten den Jahn zurück auf die Siegerstraße. Gerade diese Fähigkeit, noch einen Punch in Petto zu haben, nachlegen zu können, wenn es notwendig ist, das zeichnet eine echte Spitzenmannschaft aus. Im Buch zu Matthäus, dem Libero, steht geschrieben: Gesegnet sei der Coach, dem ein solch offensivfreudiges Mittelfeld wie beim Jahn zur Verfügung steht. Maximilian Gebhardt, Andi Mönius und Thomas Roas zusammen bringen es auf 34 Buden. Respekt!

Tabellarisch ist das sicherlich ein Derby, wenn man beide Teams vom Punktestand her betrachtet. Ansonsten liegen Welten zwischen diesen Vereinen. Okay, beide Trainer traten einst in der Belletage des deutschen Fußballs an. Petr Skarabela für Greuther Fürth und Christian Springer für den FC Köln. Es prallen die beiden Offensiv stärksten Kollektive aufeinander mit zusammen 163 Treffern. Das war es dann wohl mit den offensichtlichen Gemeinsamkeiten. Während Abtswind in den vergangenen Jahren mehr oder minder klar an den Aufstiegsrängen vorbei schrammte, spielte Forchheim in ebendieser Bayernliga mit. Im oberen Drittel. Vage zu erkennen mit dem Zeiss´schen Feldstecher. Einzig letzte Saison bohrte ein scheinbar hartnäckiger Wurm dermaßen am Punktekonto, dass man sich als 16. in die Landesliga abseilte. Michael Hutzler blieb trotzdem Übungsleiter. Der Re-Start in 2017 misslang. Nur 1 Punkt aus den ersten beiden Partien zwang die Verantwortlichen „aufgrund der aktuellen sportlichen Entwicklung“ und so weiter und ab sofort sich vom Trainer zu trennen. Verblüffung in der Jahn Fankurve. Ebenso bei Herrn Arndt Zeigler, der als Kicker-Nerd in seiner eigenen wunderbaren Welt des Fußballs lebt, und dem die frappierende Ähnlichkeit zwischen der Pressemitteilung von Bayer Leverkusen und Forchheim auffiel. Hey, heißt es nicht so schön, bei den Besten lernen? Lieber gut abkupfern als verbales Blech, meint jedenfalls der Kupferschmied.

Der Aufstieg ist fest eingeplant, jedoch steht das sportliche Abschneiden beim Jahn generell nicht an erster Stelle. Der scheidende Präsident Gunter Bierfelder im FuPa-Interviw zu den vorrangisten Baustellen: „Zunächst muss die Priorität darauf gerichtet sein, ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept zu etablieren. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Nachdem die Kulturhalle als Kostenfresser und Klotz wegfällt, gilt es für alle Abteilungen, namentlich die Fußballer, kostendeckend zu arbeiten. Dazu gehört meiner Meinung nach auch eine Anpassung der Mitgliedsbeiträge.“ Für die Unwissenden unter uns Dörflern: Umzug in ein neues Sportgelände, Halle an Dritte veräußern, Etat ins Lot bringen. Dagegen kann ein simpler Landesliga Spieltag – auch im Rang eines Spitzenspieles – kaum gegen an stinken.

In Abtswind backt man kleinere Brötchen. Statt ganzer Sportgelände, inklusive Liegenschaften, Halle, Sportfeldern und sonstigem Pipapo abzuwickeln und an anderer Stelle neu aus dem Boden zu stampfen, werkelt man gerade an einer simplen Machbarkeitsstudie. Alles etwas konservativer, kleiner, kurz und gut dörflicher. Unlängst zur Generalversammlung signalisierte Bürgermeister Jürgen Schulz die Unterstützung der Marktgemeinde zu. Was jetzt fehlt, ist ein stichhaltiges Gesamtkonzept. Vermutlich arbeitet das neue Vorstandsgremium bereits fleißig an den Details. Auch hier heißt es, Fortsetzung läuft, an dieser Stelle natürlich.

In jedem Falle laufen bei beiden Clubs die Kaderplanungen auf Hochtouren. Schwierige Geschichte, so ohne klare Aussage, in welcher Klasse man im Sommer antreten wird. Forchheims sportlicher Leiter René Hoffmann vermeldet bereits einige Wechsel. Allrounder Thomas Roas und Stürmer Dominik Zameter verlassen den Verein ebenso wie Mittelfeld Stratege Maximilian Göbhardt (Eltersdorf). Dafür kehrt ein brandgefährlicher, variabel einsetzbarer Mittelfeldspieler zurück zum Jahn. “Und ich wollte nach vier Jahren einfach mal einen neuen Reiz. Ich hatte eine schöne Zeit beim SC Eltersdorf, habe mich aber dafür entschieden, etwas Neues zu probieren: ein neues Umfeld neue Mannschaft neuer Trainer, …”, sagt Patrick Hagen, der aktuell noch am Knöchel laboriert und vermutlich kein weiteres Spiel mehr für seinen aktuellen Verein bestreiten wird. Für die Offensive kommt Jens Wartenfelser, der mit seinen 12 Toren aktuell in der Landsliga Nordost auf sich aufmerksam macht. Eine Problemstelle gibt es allerdings, die noch nicht adäquat besetzt scheint. Nach den Abgängen von Felix Burkel nach Buckenhofen und Senad Bajric nach Oesdorf verfügt der Jahn nicht mehr über einen echten Stoßstürmer. Ein Puzzleteil im Gesamtkonzept, an dem Sportleiter René Hoffmann bereits seit langem dran ist. Die Zeit drängt. Alles steuert auf den Saisonhöhepunkt zu, ohne zu wissen, wohin die Reise letztendlich geht. Forchheims Sportleiter René Hoffmannn bleibt demonstrativ gelassen: „Es ist immer eine blöde Situation, wenn du nicht weißt, wo du spielst, aber das ist ja nichts Neues. Dieses Problem hatten wir ja schon in der vergangenen Saison.“

Währenddessen hält sich Abtswind traditionell eher bedeckt. Neben den Abgängen von Jörg Otto (Volkach) und Andy Herrmann (Castell) stehen erst drei Neuzugänge sicher fest. Daniel Endres, Mittelstürmer der FG Martinsheim/Marktbreit, wechselt mitsamt seinem ausgeprägten Torinstinkt im Sommer an den Friedrichsberg. Johannes Primus kommt aus Neustadt zusammen mit Robert Brenner, dem neuen Trainerkollegen von Patrick Gnebner, die gemeinsam die Reserve übernehmen werden. Alles weitere erfahren wir geduldigen Fans zum Saisonende, wie gewohnt.

Am Sonntag reist die zweite Mannschaft ins östliche Schweinfurter Randgebiet. Abstiegskampf steht auf der Speisekarte. „Nach 4 verdienten Niederlagen in Folge war der eine Punkt gegen [den Tabellenzweiten] Egenhausen sehr wichtig für die Moral“, gibt Niederwerrns Trainer Achim Schaupp zu. Dabei konnte man einer Spitzenmannschaft sowohl läuferisch als auch mit spielerischen Mitteln Paroli bieten. Der ehemalige Fuchsstädter Landesligaspieler legt im Sommer eine Pause ein und möchte seinem Nachfolger die Kreisliga sichern. Kein ganz leichtes Unterfangen für den Tabellenvorletzten, der in den kommenden Spielen neben unserem TSV noch gegen Essleben, Stammheim und Mühlhausen ran muss. „Wenn man auf dem vorletzten Tabellenplatz steht, kann man schon von einer hammerharten Restprogramm sprechen. In den letzten beiden Spielen müssen wir gegen Stammheim und Mühlhausen/Schraudenbach ran, die dann vielleicht sogar noch Meister werden können“, gibt Achim Schaup zu. Seine Hoffnungen auf den Klassenerhalt setzt der erfahrene Coach auf seine Sturmfraktion um die beiden Goalgetter Sandro Miano (12 Treffer) und Sebastian Serzisko (9 Buden).

Zum guten Schluss einige Rechenspielchen. Was ist, wenn …? Ach, ist doch eigentlich egal. Die Aktiven stehen eh schon unter Dauerdruck, zum Saisonende, wenn Entscheidungen fallen, für die man eine ganze Spielzeit hinweg geschwitzt hat.

Das Hinspiel verlor der TSV Abtswind II knapp mit 4:5. Gerne erinnert sich Niederwerrns Trainer an jene Partie Mitte Oktober zur Abtswinder Weinfestzeit: „Es gab brutal viele Abwehrfehler, die sofort zum Tor geführt haben. Auf beiden Seiten. Und wir hatten das Glück, dass wir einen Bock mehr ausnutzen konnten.“ Abtswind II rannte damals auch nach eigener 4:2-Führung konzeptlos offensiv ins Nirwana und verlor dabei gegen den damaligen Tabellenletzten defensiv den Überblick. Ob es am Sonntag ähnlich vogelwild ausgeht? Mit einem Dreier streift die zweite Mannschaft das latent schwebende Abstiegsgespenst fürs erste ab. Aber in dieser Kreisliga sollte man sich mit langfristigen Prognosen zurückhalten.

Johannes Baumann fehlte im Derby gegen Geesdorf II. Alternativ spielte der angeschlagenen Marc Köhler auf der Abräumer Position im defensiven Mittelfeld und machte seine Sache recht ordentlich. „Natürlich fehlt Johannes mit seiner Erfahrung, seinem Auftreten. Aber man hat gesehen, wir können uns ersetzen. Jeder ist ersetzbar.“ Stolz schwellt mit, wenn Michael Ludwig von seiner Truppe berichtet. Zufriedenheit über die Serie von 7 Spielen, die sein Team bereits ungeschlagen ist. In dieser Situation kommt der Tabellenzweite vermutlich gerade recht. Am Sonntag, bereits um 14:00 Uhr gastiert die SG aus Klein- und Großlangheim im Feuerbacher Sportpark. Ein Spiel, dass die Gäste unbedingt mit einem Dreier beenden müssen, sollte der Meisterschaftszug nicht endgültig ohne sie abfahren. Für Spannung ist also gesorgt.

Matthias Ley

Alle Spiele im Überblick:

Landesliga: SpVgg Jahn Forchheim – TSV Abtswind
Samstag, 29. April 2017, Anstoß 15:00 Uhr, Sportanlage Forchheim. Fr.-Lud.-Jahn-Str.10, 91301 Forchheim
Abfahrt des Fanbusses am Wormser-Platz um 13:45 Uhr (Fahrpreis 7 Euro)
Schiedsrichter: Jonas Beinhofer
Assistenten: Jan Dirrigl und Matthias Ferstl

Kreisliga: FV Niederwerrn/Oberwerrn – TSV Abtswind II
Sonntag, 30. April 2017, Anstoß 15:00 Uhr, Sportgelände Niederwerrn, Jahnstraße 12, 97464 Niederwerrn
Schiedsrichter: Manfred Schäfer

A-Klasse: SG Abtswind III / Feuerbach – SG Klein-/Großlangheim
Sonntag, 30. April 2017, Anstoß 14:00 Uhr, Sportgelände des 1. FC Feuerbach, Am Sportheim, 97353 Feuerbach
Schiedsrichter: Anton Schneider

Spitzenspiel beim Jahn

Peter Schmitt macht seinen Frauen Beine


Der Trainer der Abtswinder Korbballerinnen erklärt, wie er die Mannschaft weiter verbessern will

Vorschau auf die Feldrunde 2017

Slider Ende

Was Erfolg bewirken kann, erleben die Korbballerinnen des TSV Abtswind derzeit am eigenen Leib. Nach der unerwarteten Vizemeisterschaft im Winter herrscht in der Mannschaft, die einst mutlos am Tabellenende stand, Euphorie und Aufbruchstimmung. Die neu entfachte Lust am Korbball hat dazu geführt, dass Abtswind nach Jahren wieder an der Feldrunde teilnimmt. In der Kreisklasse bestreitet das Team an sechs Spieltagen von April bis Juli zwölf Partien.

Zum Saisonauftakt an diesem Donnerstag, 27. April, in Stadelschwarzach stehen ab 19:15 Uhr die Begegnungen gegen den FC Fahr und die SG Prichsenstadt/Altenschönbach an. Im Interview spricht Trainer Peter Schmitt (51), der die Mannschaft vor einem Jahr übernommen hat, über den Eifer seiner zwölf Spielerinnen bei Weinbergsläufen, die Bedeutung der Sommerrunde und die Unterschiede zwischen Korbball auf dem Feld und in der Halle.

Frage: Nach der Vizemeisterschaft in der Hallenrunde war die Mannschaft nur noch einen Sieg vom Aufstieg in die Bezirksliga entfernt. Trauern die Spielerinnen der verpassten Chance hinterher?
Peter Schmitt: Die Niederlage im Entscheidungsspiel gegen den TSV Nordheim ist abgehakt und vergessen. Alle schauen nach vorne und freuen sich auf die Sommersaison. Bei uns herrscht durch die Erfolge in der Halle eine nie dagewesene Euphorie. Die Mädels haben gemerkt, wozu sie fähig sind. Erfolg macht eben Lust.

Frage: War das auch der Grund, warum es nach der Hallenrunde keine Trainingspause gab?
Peter Schmitt: Alle waren nach dem Saisonende Mitte März so motiviert, dass sie direkt mit der Vorbereitung auf den Sommer beginnen wollten. Unabhängig davon hätte uns jede Pause Körner gekostet. Mir war wichtig, dass die Mädels ihre Kondition nicht verlieren. Deshalb trainieren wir neuerdings zwei Mal pro Woche: Montags ist unser Konditionstag, mittwochs machen wir Strategietraining.

Frage: Wie sehen die Übungseinheiten aus?
Peter Schmitt: Wenn wir im spielerischen und taktischen Bereich trainieren, üben wir Spielzüge, Würfe und das Positionsspiel. Für die Ausdauer machen wir Steigerungsläufe. Da geht es auch schon mal eine Stunde in die Weinberge. Das hat es in sich. Für die meisten ist diese Art von Training eine neue Erfahrung. Alle ziehen mit, was sich auch an der guten Trainingsbeteiligung zeigt.

Frage: Ist nach der Vizemeisterschaft in der Halle ein vorderer Tabellenplatz in der Feldrunde das Ziel?
Peter Schmitt: Wir wollen unser Bestmögliches geben, doch ich nehme bewusst den Druck von der Mannschaft. Ich messe uns im Sommer nicht an Ergebnissen und an der Tabelle, sondern wie wir uns spielerisch, taktisch und konditionell weiterentwickeln. Ich werde die Spiele im Freien nutzen, um einiges auszuprobieren. Schwächere Spielerinnen sollen mehr Spielzeit bekommen. Mein Ziel ist es, das Leistungsniveau einer jeden einzelnen zu steigern. Wir wollen uns nicht von zwei Schlüsselspielerinnen abhängig machen, sondern breit aufgestellt sein, so dass alle in der Mannschaft ein Spiel entscheiden können. Das alles soll uns dann im nächsten Winter zugutekommen, um von Beginn an vorne zu stehen. Der Fokus liegt also eindeutig auf der Hallenrunde.

Frage: Wo liegen die Unterschiede zwischen dem Spiel in der Halle und auf dem Feld?
Peter Schmitt: Durch die äußeren Bedingungen ist das Spiel im Freien grundlegend anders. Auf dem Rasen springt der Ball ungleichmäßig, so dass wir möglichst wenig prellen dürfen und das Spiel anders aufbauen müssen. Die Spielerinnen müssen sich draußen auf ein neues Wurfgefühl einstellen, weil es keine Wände gibt, die das Spielfeld begrenzen. Hitze und Kälte spielen eine Rolle. Die Sonne kann blenden, es kann regnen. Die Umstellung ist schon deutlich zu spüren. Abtswind nimmt erstmals wieder an der Feldrunde teil. Vielen Spielerinnen fehlt also die Erfahrung.

Das Gespräch führte Michael Kämmerer

Engagierte Ansprache: Trainer Peter Schmitt stimmt seine Mannschaft auf das Spiel ein.

Spielplan der Feldrunde 2017

Peter Schmitt macht seinen Frauen Beine

Derbysiege schmecken beidseitig hopfig


Ludwig´s Doppelpack dreht die Partie

TSV Abtswind III / FC Feuerbach – 1.FC Geesdorf II 3:1 (1:1)

Slider Ende

„Das 1:0 hat sein mein Team redlich verdient.“ Geesdorfs Trainer Andreas Hahn relativiert jedoch schnell, dass der Ausgleich zur Pause ebenfalls leistungsgerecht war. Am Ende steht ein 3:1-Heimsieg, der mit dem Qualitätsprädikat „Top Mannschaftsleistung“ von Spielertrainer Michael Ludwig geadelt wird. Ein bisschen Slapstick war auch im Spiel. Ein Derby quasi mit humoresker Note.

Bereits nach wenigen Minuten ertönt der chinesische Gong. Aus gut 10 Metern Tordistanz setzt Abtswinds Mittelfeldspieler Sebastian Krauß einen Dropkick ab. Der Ball hätte vermutlich gepasst, wäre da nicht Geesdorfs Keeper Christian Bothe, der das Ding mit einem sensationellen Reflex an die Latte lenkt. Aluminium Gong im tiefen Cis-Moll. Nicht die einzige Szene, die Abtswinds Trainer Michael Ludwig heute positiv angesehen haben mag. „Christian Funk hat mir heute besonders gut gefallen“, bewertet der Übungsleiter. „Auch Karsten Krauß war bärenstark. Man hat gemerkt, heute will er Fußball spielen. Er kann es ja, keine Frage. Er hat sich viel angeboten, hat die Bälle im Mittelfeld gehalten, schöne Pässe in die Spitze gespielt. Aber die ganze Mannschaft hat heute eine Top Leistung gebracht.“

Bevor hier jemand im Lorbeerfass versinkt, mal zu den Tatsachen, den Fakten, und diese sehen Geesdorf im Angriffsmodus. „Heute hatten wir uns einiges vorgenommen“, wie Andreas Hahn analysiert. „Drauf gehen, vorne Überzahl schaffen, was uns jedoch kaum einmal richtig gelungen ist, weil wir den letzten Pass nicht an den Mitspieler gebracht haben.“ Bezeichnenderweise resultiert die Geesdorfer Führung nach einer halben Stunde auch aus einer Einzelaktion. Kurz nach der Mittellinie schnappt sich Julian Zehnder die Pille, rennt zehn, zwanzig Meter diagonal Richtung Tor und holt mal eben so den Hammer raus. Voll getroffen, alles andere wäre gelogen. Exakt im linken Eck schlägt das Geschoss ein.

„Von Minute zu Minute entwickeln wir uns spielerisch, finden immer besser ins Spiel“, berichtet Michael Ludwig, Spielertrainer der SG aus Abtswind und Feuerbach. „Wir haben gemerkt, holla, heute müssen wir was tun. Das läuft nicht so locker ab wie zuletzt in Donnersdorf, ein Team, dass uns kaum gefordert, nichts dagegen gesetzt hat.“ Die Kombi-Elf aus Abtswind und Feuerbach kämpft sich zurück. Erneut trifft Sebastian Krauß per Heber nur das Quergebälk, ehe Michael Ludwig für seinen Farben ausgleichen kann. Weiter Pass von Tobias Holzberger die rechte Außenlinie entlang. Christian Funk bringt die Flanke weit hinein und sein Trainer trifft per Kopf zum 1:1. Pausentee, Zeit zur Regenartion nach einem intensiv geführten ersten Durchgang.

In der Heimkabine herrscht konzentrierte Stille. „Eigentlich ziemlich unnormal für uns“, gibt Eduard Schneider schmunzelnd zu. „Der Trainer hat nicht viel gesprochen. Jeder konnte mal in sich gehen, sich hinterfragen.“ Nach dem Wechsel egalisieren sich beide Teams bereits im Mittelfeld. Torchancen sind Mangelware bis zum 53. Minute. „Dieses Ding kam irgendwie aus dem Nichts“, wundert sich Andy Hahn. „Das ist etwas unglücklich gelaufen für uns.“ Schneller Tempogegenstoß, ausgehend von Karsten Krauss, weiter geleitet auf die linke Seite. Christian Funk passt scharf, flach vors Tor. Den ersten Versuch pariert Geesdorfs Keeper Christian Bothe noch. Tatsächlich wieder eine Glanztat bei einem Torabschluss aus wenigen Metern. Kaum Reaktionszeit. Der Ball prallt zurück zu Michael Ludwig, der den Nachschuss zum 2:1 verwertet. Ergebnis technisch ist das Spiel gedreht. Der Ausgleich bleibt offen. Die Gäste feiern ein offensives Comeback, treten aggressiver, bissiger auf, investieren viel ins Spiel und scheitern meist am finalen Pass.

Mit zunehmender Spielzeit häufen sich die Konter der Heimelf, wohingegen die Gäste konditionell abbauen. Man sieht es jedoch beiden Seiten an. Dieses Derby hat viel Kraft gekostet. Was jetzt noch fehlt zu einem echten Nachbarschaftsduell ist ein klassischer Slapstick- Einlage. Christian Bothe, teilweise glänzend reaktionsschnell, phasenweise jedoch auch unsicher, sorgt für diese gewisse humoreske Note. Als mitspielender Torwart ersetzt er den nach vorn geeilten Libero. Gegen Ende hin eilt er einem etwas zu weit angesetzten Zuspiel auf Abtswinds eingewechselten Stürmer Dominik vom Berg entgegen. Klar als erster Mann am Ball semmelt er in vollem Lauf über ebendiesen und das junge Abtswinder Talent mit dem eiskalten Näschen für die Situation schiebt die Pille lässig zum 3:1-Endstand über die Linie.

Die Bilderserie zum Derbysieg liefert Adlerauge Michael Kämmerer. Impressionen eines attraktiven, teils rassigen A-Klasse Spiels, stets spannend, unterhaltsam, einfach ein sportlicher Gaumenschmaus für die Zuschauer. Noch weit nach Abpfiff lässt man am Stammtisch den Hopfenblütentee zirkulieren, Abtswinder, Feuerbacher oder Geesdorfer ist egal. Nachbarn sind wir allemal.

Matthias Ley

Das Spiel in der Statistik:

TSV Abtswind III / FC Feuerbach: Eduard Schneider – Tobias Holzberger, Arthur Eberhardt, Matthias Winkler – Markus Kräutner, Marc Köhler, Michael Ludwig, Karsten Krauss – Sebastian Krauß, Cedric Mix, Christian Funk. Einwechselspieler: Thomas Klein, Dominik vom Berg, Justin Laudenbach, Lukas Dingeldein, Dennis Zehnder.
1.FC Geesdorf II: Christian Bothe – Bernd Oppmann, Thomas Lordo, Simon Seufert, Lukas Rößner – Jonas MMöser Philipp Seufert, Billal Hassan, Mario Michel – Stefan Omert, Julian Zehnder. Einwechselspieler: Martin Hahn, Johannes Bauer.
Schiedsrichter: Lothar Hanke
Zuschauer: ca. 50
Tore: 0:1 Julian Zehnder (30.), 1:1 Michael Ludwig (44.), 2:1 Michael Ludwig (55.), 3:1 Dominik vom Berg (87.).

Die Stimmen zum Spiel:

Michael Ludwig (Trainer Abtswind III / Feuerbach): „Verdienter Sieg für meine Jungs. Durch einen Sonntagsschuss führt Geesdorf, kommt ansonsten in der ersten Halbzeit gerade zwei Male vor unser Tor und wir hätten zur Pause schon klar führen müssen. Zwei Mal nur Latte und mein Ausgleichstreffer kurz vor dem Seitenwechsel. Wenn man gesehen hat, wie meine Mannschaft gekämpft hat, Leidenschaft gezeigt hat gegen eine gute Geesdorfer Mannschaft. Mit dem 3:1-Endstand bin ich vollauf zufrieden. Eine Top Mannschaftsleistung. “

Andreas Hahn (Trainer 1.FC Geesdorf II): „Mit der Leistung in der ersten Halbzeit bin ich eigentlich ganz zufrieden. Aufgrund der Aufstellung hatte ich mir im Vorfeld mehr vom Derby erhofft. Natürlich ist es schwer, wenn man ständig neue Leute hat, eine spielerisch ausgerichtete Mannschaft auf den Platz zu bringen, auch wenn die Spieler es technisch drauf haben. Ständig muss der ein oder andere auf ungewohnten Positionen aushelfen. Es hat nicht so0 geklappt, wie ich mir das so vorgestellt habe, vorne drauf gehen, Druck machen. Das Eins gegen Eins vorne gibt leider meist in die Hose. Zudem kam der letzte Pass nicht an oder wir haben uns den Ball einen Tick zu weit vor gelegt. Heute hat nicht viel gefehlt, um erfolgreich zu sein. Aber dieses Quäntchen war entscheidend.“

Eduard Schneider (Keeper Abtswind III / Feuerbach): „Anfangs hat Geesdorf aus meiner Sicht kräftiger gedrückt als zum Spielende hin. Da mussten wir doch einige Male in der Verteidigung ran. Wir sind ruhig geblieben, haben uns nicht mitziehen lassen von der lautstarken Tribüne, haben unser Ding durchgezogen. Beim Gegentreffer kommen wir nicht richtig an die Gegenspieler ran. Der Ball schlägt genau im Winkel ein. Der war einfach super geschossen, da konnte ich nichts machen. Der Ausgleich zur Pause war hochverdient. Wir hatten ja einige gute Chancen vorher, sogar zwei Lattentreffer.
Nach der Pause haben wir mehr gemacht. Solche Fehler, wie vom Geesdorfer Torwart gezeigt, sowas pusht auch irgendwie. Man merkt, dass sie hinten etwas klappern und dann trauen wir uns auch mehr zu. Nach dem 2:1 wurde Geesdorf deutlich stärker. Da kamen sehr viele Flanken vor mein Tor. Tobias Holzberger und Arthur Eberhardt waren meiner Meinung nach heute die besten Spieler auf dem Platz. Sie haben defensiv kaum etwas zugelassen, viel weggemacht. Verdienter Sieg, das Ergebnis hat schon gepasst.“

Sonderlob vom Trainer an Christian Funk, offensiv stets gefährlich und über die Flügel eine Rakete

Derbysiege schmecken beidseitig hopfig

Andreas Herrmann geht, Johannes Primus kommt


Bei der zweiten Mannschaft gibt es Veränderungen im Kader

Planungen für die Saison 2017/18

Slider Ende

Noch hat sich die zweite Mannschaft des TSV Abtswind ihrer Abstiegssorgen nicht entledigt. Noch benötigt das Team in der Kreisliga aus den letzten drei Partien den ein oder anderen Punkt, um mit Sicherheit in der Klasse zu bleiben. Unabhängig davon plant der Verein bereits die nächste Saison für den Landesliga-Unterbau. Nachdem bereits im März zwei neue Spielertrainer engagiert wurden, stehen nun auch erste Veränderungen im Kader fest.

Patrick Gnebner und Robert Brenner, die als Trainerneulinge ab Juli für das Abtswinder Perspektivteam verantwortlich sind und die Nachfolge von Velibor Teofilovic antreten, müssen dann auf Andreas Herrmann (im Bild) verzichten. Der 22-Jährige wechselt im Sommer zur SG Castell/Wiesenbronn. Der Tabellenführer in der A-Klasse befindet sich auf dem besten Weg, nach dem Abstieg im Vorjahr umgehend in die Kreisklasse zurückzukehren. Herrmann, der im Nachbarort Greuth lebt, spielt seit der Saison 2015/16 in Abtswind. In der zweiten Mannschaft ist der offensive Mittelfeldspieler seither eine feste Größe. Von den 25 Kreisliga-Begegnungen der aktuellen Spielzeit absolvierte er 22, alle von Beginn an. Außerdem stand er in dieser Saison bislang 13 Mal im Aufgebot des Landesliga-Teams, für das er sechs Kurzeinsätze absolvierte.

Erster Neuzugang für die Saison 2017/18 ist Johannes Primus aus Neustadt/Aisch. Der 21-Jährige spielte bis Oktober 2016 für den SV Losaurach in der Kreisliga Nürnberg/Frankenhöhe und ist derzeit vereinslos. Zuvor war er lange Zeit für den TSV Neustadt/Aisch aktiv: Nach der Jugend kam er bei den Mittelfranken überwiegend in der Reserve in der Kreisklasse zum Zuge. Daneben stehen vier Kurzeinsätze in der Landesliga zu Buche. Johannes Primus ist im defensiven und zentralen Mittelfeld einsetzbar, außerdem auf der rechten Seite als Verteidiger und Flügelspieler.

Andreas Herrmann geht, Johannes Primus kommt

Spitzenspiel beim Jahn


Spitzenspiel beim Jahn

Zweite Mannschaft vor Endspiel um den Klassenerhalt

Vorschau aufs kommende Wochenende

Samstag, Reiseziel Forchheim. Der Bus brennt! Hotspot Forchheim, Sechs-Punkte-Spiel um den Relegationsplatz. Wenn das keine große Kulisse bringt, dann braucht es schon einen Stephen Hawking, um die Welt zu verstehen. Der Sonntag gehört ganz unseren Reserve Teams. Die Dritte beschließt eine weitere englische Woche mit einem Heimspiel gegen den Tabellen-Vize. Währenddessen gastiert die zweite Mannschaft in Niederwerrn, einen kleinen Schritt vom Klassenerhalt, aber ein großer Schritt für Teo´s Jungs.

Seit Wochen fokussiert sich alles auf diese eine Partie. Okay, Schmalz auf die Meeresbewohner, etwas relativieren tut Not. Erst seit Abtswind die eigene Inkonstanz durch konstante Erfolge postfaktisch ersetzte, jene Siegesserie erst verleiht dieser Partie das Prädikat „es geht um etwas mehr als die vergoldete Südfrucht“. Zudem verlor der Jahn aus seinem österlichen Körbla drei entscheidende Eier, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Hat nicht ein jeder so sein Alesia-Erlebnis? Für die Kräuter-Kicker heißt dies Kahl am Main. Jahn Forchheims Trainer Christian Springer würde hier wohl Röllbach, Lichtenfels sowie Memmelsdorf auflisten. Auch Karlburg zählt nicht gerade zu den absoluten Lieblingsgegnern.

Letztes Wochenende nahm Forchheim den Kampf gegen Karlburg an und gewann trotz halbstündiger Unterzahl am Ende doch verdient mit 3:1. Aggressive leader Adem Selmani hatte es dabei etwas zu weit getrieben mit notwendig robustem Körpereinsatz. Seine Kollegen David Mai und Andi Mönius nutzten jedoch kleinste Karlburger Konzentrationsmängel gnadenlos zu ihrem Vorteil und brachten den Jahn zurück auf die Siegerstraße. Gerade diese Fähigkeit, noch einen Punch in Petto zu haben, nachlegen zu können, wenn es notwendig ist, das zeichnet eine echte Spitzenmannschaft aus. Im Buch zu Matthäus, dem Libero, steht geschrieben: Gesegnet sei der Coach, dem ein solch offensivfreudiges Mittelfeld wie beim Jahn zur Verfügung steht. Maximilian Gebhardt, Andi Mönius und Thomas Roas zusammen bringen es auf 34 Buden. Respekt!

Tabellarisch ist das sicherlich ein Derby, wenn man beide Teams vom Punktestand her betrachtet. Ansonsten liegen Welten zwischen diesen Vereinen. Okay, beide Trainer traten einst in der Belletage des deutschen Fußballs an. Petr Skarabela für Greuther Fürth und Christian Springer für den FC Köln. Es prallen die beiden Offensiv stärksten Kollektive aufeinander mit zusammen 163 Treffern. Das war es dann wohl mit den offensichtlichen Gemeinsamkeiten. Während Abtswind in den vergangenen Jahren mehr oder minder klar an den Aufstiegsrängen vorbei schrammte, spielte Forchheim in ebendieser Bayernliga mit. Im oberen Drittel. Vage zu erkennen mit dem Zeiss´schen Feldstecher. Einzig letzte Saison bohrte ein scheinbar hartnäckiger Wurm dermaßen am Punktekonto, dass man sich als 16. in die Landesliga abseilte. Michael Hutzler blieb trotzdem Übungsleiter. Der Re-Start in 2017 misslang. Nur 1 Punkt aus den ersten beiden Partien zwang die Verantwortlichen „aufgrund der aktuellen sportlichen Entwicklung“ und so weiter und ab sofort sich vom Trainer zu trennen. Verblüffung in der Jahn Fankurve. Ebenso bei Herrn Arndt Zeigler, der als Kicker-Nerd in seiner eigenen wunderbaren Welt des Fußballs lebt, und dem die frappierende Ähnlichkeit zwischen der Pressemitteilung von Bayer Leverkusen und Forchheim auffiel. Hey, heißt es nicht so schön, bei den Besten lernen? Lieber gut abkupfern als verbales Blech, meint jedenfalls der Kupferschmied.

Der Aufstieg ist fest eingeplant, jedoch steht das sportliche Abschneiden beim Jahn generell nicht an erster Stelle. Der scheidende Präsident Gunter Bierfelder im FuPa-Interviw zu den vorrangisten Baustellen: „Zunächst muss die Priorität darauf gerichtet sein, ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept zu etablieren. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Nachdem die Kulturhalle als Kostenfresser und Klotz wegfällt, gilt es für alle Abteilungen, namentlich die Fußballer, kostendeckend zu arbeiten. Dazu gehört meiner Meinung nach auch eine Anpassung der Mitgliedsbeiträge.“ Für die Unwissenden unter uns Dörflern: Umzug in ein neues Sportgelände, Halle an Dritte veräußern, Etat ins Lot bringen. Dagegen kann ein simpler Landesliga Spieltag – auch im Rang eines Spitzenspieles – kaum gegen an stinken.

In Abtswind backt man kleinere Brötchen. Statt ganzer Sportgelände, inklusive Liegenschaften, Halle, Sportfeldern und sonstigem Pipapo abzuwickeln und an anderer Stelle neu aus dem Boden zu stampfen, werkelt man gerade an einer simplen Machbarkeitsstudie. Alles etwas konservativer, kleiner, kurz und gut dörflicher. Unlängst zur Generalversammlung signalisierte Bürgermeister Jürgen Schulz die Unterstützung der Marktgemeinde zu. Was jetzt fehlt, ist ein stichhaltiges Gesamtkonzept. Vermutlich arbeitet das neue Vorstandsgremium bereits fleißig an den Details. Auch hier heißt es, Fortsetzung läuft, an dieser Stelle natürlich.

In jedem Falle laufen bei beiden Clubs die Kaderplanungen auf Hochtouren. Schwierige Geschichte, so ohne klare Aussage, in welcher Klasse man im Sommer antreten wird. Forchheims sportlicher Leiter René Hoffmann vermeldet bereits einige Wechsel. Allrounder Thomas Roas und Stürmer Dominik Zameter verlassen den Verein ebenso wie Mittelfeld Stratege Maximilian Göbhardt (Eltersdorf). Dafür kehrt ein brandgefährlicher, variabel einsetzbarer Mittelfeldspieler zurück zum Jahn. “Und ich wollte nach vier Jahren einfach mal einen neuen Reiz. Ich hatte eine schöne Zeit beim SC Eltersdorf, habe mich aber dafür entschieden, etwas Neues zu probieren: ein neues Umfeld neue Mannschaft neuer Trainer, …”, sagt Patrick Hagen, der aktuell noch am Knöchel laboriert und vermutlich kein weiteres Spiel mehr für seinen aktuellen Verein bestreiten wird. Für die Offensive kommt Jens Wartenfelser, der mit seinen 12 Toren aktuell in der Landsliga Nordost auf sich aufmerksam macht. Eine Problemstelle gibt es allerdings, die noch nicht adäquat besetzt scheint. Nach den Abgängen von Felix Burkel nach Buckenhofen und Senad Bajric nach Oesdorf verfügt der Jahn nicht mehr über einen echten Stoßstürmer. Ein Puzzleteil im Gesamtkonzept, an dem Sportleiter René Hoffmann bereits seit langem dran ist. Die Zeit drängt. Alles steuert auf den Saisonhöhepunkt zu, ohne zu wissen, wohin die Reise letztendlich geht. Forchheims Sportleiter René Hoffmannn bleibt demonstrativ gelassen: „Es ist immer eine blöde Situation, wenn du nicht weißt, wo du spielst, aber das ist ja nichts Neues. Dieses Problem hatten wir ja schon in der vergangenen Saison.“

Währenddessen hält sich Abtswind traditionell eher bedeckt. Neben den Abgängen von Jörg Otto (Volkach) und Andy Herrmann (Castell) stehen erst drei Neuzugänge sicher fest. Daniel Endres, Mittelstürmer der FG Martinsheim/Marktbreit, wechselt mitsamt seinem ausgeprägten Torinstinkt im Sommer an den Friedrichsberg. Johannes Primus kommt aus Neustadt zusammen mit Robert Brenner, dem neuen Trainerkollegen von Patrick Gnebner, die gemeinsam die Reserve übernehmen werden. Alles weitere erfahren wir geduldigen Fans zum Saisonende, wie gewohnt.

Am Sonntag reist die zweite Mannschaft ins östliche Schweinfurter Randgebiet. Abstiegskampf steht auf der Speisekarte. „Nach 4 verdienten Niederlagen in Folge war der eine Punkt gegen [den Tabellenzweiten] Egenhausen sehr wichtig für die Moral“, gibt Niederwerrns Trainer Achim Schaupp zu. Dabei konnte man einer Spitzenmannschaft sowohl läuferisch als auch mit spielerischen Mitteln Paroli bieten. Der ehemalige Fuchsstädter Landesligaspieler legt im Sommer eine Pause ein und möchte seinem Nachfolger die Kreisliga sichern. Kein ganz leichtes Unterfangen für den Tabellenvorletzten, der in den kommenden Spielen neben unserem TSV noch gegen Essleben, Stammheim und Mühlhausen ran muss. „Wenn man auf dem vorletzten Tabellenplatz steht, kann man schon von einer hammerharten Restprogramm sprechen. In den letzten beiden Spielen müssen wir gegen Stammheim und Mühlhausen/Schraudenbach ran, die dann vielleicht sogar noch Meister werden können“, gibt Achim Schaup zu. Seine Hoffnungen auf den Klassenerhalt setzt der erfahrene Coach auf seine Sturmfraktion um die beiden Goalgetter Sandro Miano (12 Treffer) und Sebastian Serzisko (9 Buden).

Zum guten Schluss einige Rechenspielchen. Was ist, wenn …? Ach, ist doch eigentlich egal. Die Aktiven stehen eh schon unter Dauerdruck, zum Saisonende, wenn Entscheidungen fallen, für die man eine ganze Spielzeit hinweg geschwitzt hat.

Das Hinspiel verlor der TSV Abtswind II knapp mit 4:5. Gerne erinnert sich Niederwerrns Trainer an jene Partie Mitte Oktober zur Abtswinder Weinfestzeit: „Es gab brutal viele Abwehrfehler, die sofort zum Tor geführt haben. Auf beiden Seiten. Und wir hatten das Glück, dass wir einen Bock mehr ausnutzen konnten.“ Abtswind II rannte damals auch nach eigener 4:2-Führung konzeptlos offensiv ins Nirwana und verlor dabei gegen den damaligen Tabellenletzten defensiv den Überblick. Ob es am Sonntag ähnlich vogelwild ausgeht? Mit einem Dreier streift die zweite Mannschaft das latent schwebende Abstiegsgespenst fürs erste ab. Aber in dieser Kreisliga sollte man sich mit langfristigen Prognosen zurückhalten.

Johannes Baumann fehlte im Derby gegen Geesdorf II. Alternativ spielte der angeschlagenen Marc Köhler auf der Abräumer Position im defensiven Mittelfeld und machte seine Sache recht ordentlich. „Natürlich fehlt Johannes mit seiner Erfahrung, seinem Auftreten. Aber man hat gesehen, wir können uns ersetzen. Jeder ist ersetzbar.“ Stolz schwellt mit, wenn Michael Ludwig von seiner Truppe berichtet. Zufriedenheit über die Serie von 7 Spielen, die sein Team bereits ungeschlagen ist. In dieser Situation kommt der Tabellenzweite vermutlich gerade recht. Am Sonntag, bereits um 14:00 Uhr gastiert die SG aus Klein- und Großlangheim im Feuerbacher Sportpark. Ein Spiel, dass die Gäste unbedingt mit einem Dreier beenden müssen, sollte der Meisterschaftszug nicht endgültig ohne sie abfahren. Für Spannung ist also gesorgt.

Matthias Ley

Alle Spiele im Überblick:

Landesliga: SpVgg Jahn Forchheim – TSV Abtswind
Samstag, 29. April 2017, Anstoß 15:00 Uhr, Sportanlage Forchheim. Fr.-Lud.-Jahn-Str.10, 91301 Forchheim
Abfahrt des Fanbusses am Wormser-Platz um 13:45 Uhr (Fahrpreis 7 Euro)
Schiedsrichter: Jonas Beinhofer
Assistenten: Jan Dirrigl und Matthias Ferstl

Kreisliga: FV Niederwerrn/Oberwerrn – TSV Abtswind II
Sonntag, 30. April 2017, Anstoß 15:00 Uhr, Sportgelände Niederwerrn, Jahnstraße 12, 97464 Niederwerrn
Schiedsrichter: Manfred Schäfer

A-Klasse: SG Abtswind III / Feuerbach – SG Klein-/Großlangheim
Sonntag, 30. April 2017, Anstoß 14:00 Uhr, Sportgelände des 1. FC Feuerbach, Am Sportheim, 97353 Feuerbach
Schiedsrichter: Anton Schneider

Peter Schmitt macht seinen Frauen Beine


Peter Schmitt macht seinen Frauen Beine

Der Trainer der Abtswinder Korbballerinnen erklärt, wie er die Mannschaft weiter verbessern will

Vorschau auf die Feldrunde 2017

Slider Ende

Was Erfolg bewirken kann, erleben die Korbballerinnen des TSV Abtswind derzeit am eigenen Leib. Nach der unerwarteten Vizemeisterschaft im Winter herrscht in der Mannschaft, die einst mutlos am Tabellenende stand, Euphorie und Aufbruchstimmung. Die neu entfachte Lust am Korbball hat dazu geführt, dass Abtswind nach Jahren wieder an der Feldrunde teilnimmt. In der Kreisklasse bestreitet das Team an sechs Spieltagen von April bis Juli zwölf Partien.

Zum Saisonauftakt an diesem Donnerstag, 27. April, in Stadelschwarzach stehen ab 19:15 Uhr die Begegnungen gegen den FC Fahr und die SG Prichsenstadt/Altenschönbach an. Im Interview spricht Trainer Peter Schmitt (51), der die Mannschaft vor einem Jahr übernommen hat, über den Eifer seiner zwölf Spielerinnen bei Weinbergsläufen, die Bedeutung der Sommerrunde und die Unterschiede zwischen Korbball auf dem Feld und in der Halle.

Frage: Nach der Vizemeisterschaft in der Hallenrunde war die Mannschaft nur noch einen Sieg vom Aufstieg in die Bezirksliga entfernt. Trauern die Spielerinnen der verpassten Chance hinterher?
Peter Schmitt: Die Niederlage im Entscheidungsspiel gegen den TSV Nordheim ist abgehakt und vergessen. Alle schauen nach vorne und freuen sich auf die Sommersaison. Bei uns herrscht durch die Erfolge in der Halle eine nie dagewesene Euphorie. Die Mädels haben gemerkt, wozu sie fähig sind. Erfolg macht eben Lust.

Frage: War das auch der Grund, warum es nach der Hallenrunde keine Trainingspause gab?
Peter Schmitt: Alle waren nach dem Saisonende Mitte März so motiviert, dass sie direkt mit der Vorbereitung auf den Sommer beginnen wollten. Unabhängig davon hätte uns jede Pause Körner gekostet. Mir war wichtig, dass die Mädels ihre Kondition nicht verlieren. Deshalb trainieren wir neuerdings zwei Mal pro Woche: Montags ist unser Konditionstag, mittwochs machen wir Strategietraining.

Frage: Wie sehen die Übungseinheiten aus?
Peter Schmitt: Wenn wir im spielerischen und taktischen Bereich trainieren, üben wir Spielzüge, Würfe und das Positionsspiel. Für die Ausdauer machen wir Steigerungsläufe. Da geht es auch schon mal eine Stunde in die Weinberge. Das hat es in sich. Für die meisten ist diese Art von Training eine neue Erfahrung. Alle ziehen mit, was sich auch an der guten Trainingsbeteiligung zeigt.

Frage: Ist nach der Vizemeisterschaft in der Halle ein vorderer Tabellenplatz in der Feldrunde das Ziel?
Peter Schmitt: Wir wollen unser Bestmögliches geben, doch ich nehme bewusst den Druck von der Mannschaft. Ich messe uns im Sommer nicht an Ergebnissen und an der Tabelle, sondern wie wir uns spielerisch, taktisch und konditionell weiterentwickeln. Ich werde die Spiele im Freien nutzen, um einiges auszuprobieren. Schwächere Spielerinnen sollen mehr Spielzeit bekommen. Mein Ziel ist es, das Leistungsniveau einer jeden einzelnen zu steigern. Wir wollen uns nicht von zwei Schlüsselspielerinnen abhängig machen, sondern breit aufgestellt sein, so dass alle in der Mannschaft ein Spiel entscheiden können. Das alles soll uns dann im nächsten Winter zugutekommen, um von Beginn an vorne zu stehen. Der Fokus liegt also eindeutig auf der Hallenrunde.

Frage: Wo liegen die Unterschiede zwischen dem Spiel in der Halle und auf dem Feld?
Peter Schmitt: Durch die äußeren Bedingungen ist das Spiel im Freien grundlegend anders. Auf dem Rasen springt der Ball ungleichmäßig, so dass wir möglichst wenig prellen dürfen und das Spiel anders aufbauen müssen. Die Spielerinnen müssen sich draußen auf ein neues Wurfgefühl einstellen, weil es keine Wände gibt, die das Spielfeld begrenzen. Hitze und Kälte spielen eine Rolle. Die Sonne kann blenden, es kann regnen. Die Umstellung ist schon deutlich zu spüren. Abtswind nimmt erstmals wieder an der Feldrunde teil. Vielen Spielerinnen fehlt also die Erfahrung.

Das Gespräch führte Michael Kämmerer

Engagierte Ansprache: Trainer Peter Schmitt stimmt seine Mannschaft auf das Spiel ein.

Spielplan der Feldrunde 2017

Derbysiege schmecken beidseitig hopfig


Derbysiege schmecken beidseitig hopfig

Ludwig´s Doppelpack dreht die Partie

TSV Abtswind III / FC Feuerbach – 1.FC Geesdorf II 3:1 (1:1)

Slider Ende

„Das 1:0 hat sein mein Team redlich verdient.“ Geesdorfs Trainer Andreas Hahn relativiert jedoch schnell, dass der Ausgleich zur Pause ebenfalls leistungsgerecht war. Am Ende steht ein 3:1-Heimsieg, der mit dem Qualitätsprädikat „Top Mannschaftsleistung“ von Spielertrainer Michael Ludwig geadelt wird. Ein bisschen Slapstick war auch im Spiel. Ein Derby quasi mit humoresker Note.

Bereits nach wenigen Minuten ertönt der chinesische Gong. Aus gut 10 Metern Tordistanz setzt Abtswinds Mittelfeldspieler Sebastian Krauß einen Dropkick ab. Der Ball hätte vermutlich gepasst, wäre da nicht Geesdorfs Keeper Christian Bothe, der das Ding mit einem sensationellen Reflex an die Latte lenkt. Aluminium Gong im tiefen Cis-Moll. Nicht die einzige Szene, die Abtswinds Trainer Michael Ludwig heute positiv angesehen haben mag. „Christian Funk hat mir heute besonders gut gefallen“, bewertet der Übungsleiter. „Auch Karsten Krauß war bärenstark. Man hat gemerkt, heute will er Fußball spielen. Er kann es ja, keine Frage. Er hat sich viel angeboten, hat die Bälle im Mittelfeld gehalten, schöne Pässe in die Spitze gespielt. Aber die ganze Mannschaft hat heute eine Top Leistung gebracht.“

Bevor hier jemand im Lorbeerfass versinkt, mal zu den Tatsachen, den Fakten, und diese sehen Geesdorf im Angriffsmodus. „Heute hatten wir uns einiges vorgenommen“, wie Andreas Hahn analysiert. „Drauf gehen, vorne Überzahl schaffen, was uns jedoch kaum einmal richtig gelungen ist, weil wir den letzten Pass nicht an den Mitspieler gebracht haben.“ Bezeichnenderweise resultiert die Geesdorfer Führung nach einer halben Stunde auch aus einer Einzelaktion. Kurz nach der Mittellinie schnappt sich Julian Zehnder die Pille, rennt zehn, zwanzig Meter diagonal Richtung Tor und holt mal eben so den Hammer raus. Voll getroffen, alles andere wäre gelogen. Exakt im linken Eck schlägt das Geschoss ein.

„Von Minute zu Minute entwickeln wir uns spielerisch, finden immer besser ins Spiel“, berichtet Michael Ludwig, Spielertrainer der SG aus Abtswind und Feuerbach. „Wir haben gemerkt, holla, heute müssen wir was tun. Das läuft nicht so locker ab wie zuletzt in Donnersdorf, ein Team, dass uns kaum gefordert, nichts dagegen gesetzt hat.“ Die Kombi-Elf aus Abtswind und Feuerbach kämpft sich zurück. Erneut trifft Sebastian Krauß per Heber nur das Quergebälk, ehe Michael Ludwig für seinen Farben ausgleichen kann. Weiter Pass von Tobias Holzberger die rechte Außenlinie entlang. Christian Funk bringt die Flanke weit hinein und sein Trainer trifft per Kopf zum 1:1. Pausentee, Zeit zur Regenartion nach einem intensiv geführten ersten Durchgang.

In der Heimkabine herrscht konzentrierte Stille. „Eigentlich ziemlich unnormal für uns“, gibt Eduard Schneider schmunzelnd zu. „Der Trainer hat nicht viel gesprochen. Jeder konnte mal in sich gehen, sich hinterfragen.“ Nach dem Wechsel egalisieren sich beide Teams bereits im Mittelfeld. Torchancen sind Mangelware bis zum 53. Minute. „Dieses Ding kam irgendwie aus dem Nichts“, wundert sich Andy Hahn. „Das ist etwas unglücklich gelaufen für uns.“ Schneller Tempogegenstoß, ausgehend von Karsten Krauss, weiter geleitet auf die linke Seite. Christian Funk passt scharf, flach vors Tor. Den ersten Versuch pariert Geesdorfs Keeper Christian Bothe noch. Tatsächlich wieder eine Glanztat bei einem Torabschluss aus wenigen Metern. Kaum Reaktionszeit. Der Ball prallt zurück zu Michael Ludwig, der den Nachschuss zum 2:1 verwertet. Ergebnis technisch ist das Spiel gedreht. Der Ausgleich bleibt offen. Die Gäste feiern ein offensives Comeback, treten aggressiver, bissiger auf, investieren viel ins Spiel und scheitern meist am finalen Pass.

Mit zunehmender Spielzeit häufen sich die Konter der Heimelf, wohingegen die Gäste konditionell abbauen. Man sieht es jedoch beiden Seiten an. Dieses Derby hat viel Kraft gekostet. Was jetzt noch fehlt zu einem echten Nachbarschaftsduell ist ein klassischer Slapstick- Einlage. Christian Bothe, teilweise glänzend reaktionsschnell, phasenweise jedoch auch unsicher, sorgt für diese gewisse humoreske Note. Als mitspielender Torwart ersetzt er den nach vorn geeilten Libero. Gegen Ende hin eilt er einem etwas zu weit angesetzten Zuspiel auf Abtswinds eingewechselten Stürmer Dominik vom Berg entgegen. Klar als erster Mann am Ball semmelt er in vollem Lauf über ebendiesen und das junge Abtswinder Talent mit dem eiskalten Näschen für die Situation schiebt die Pille lässig zum 3:1-Endstand über die Linie.

Die Bilderserie zum Derbysieg liefert Adlerauge Michael Kämmerer. Impressionen eines attraktiven, teils rassigen A-Klasse Spiels, stets spannend, unterhaltsam, einfach ein sportlicher Gaumenschmaus für die Zuschauer. Noch weit nach Abpfiff lässt man am Stammtisch den Hopfenblütentee zirkulieren, Abtswinder, Feuerbacher oder Geesdorfer ist egal. Nachbarn sind wir allemal.

Matthias Ley

Das Spiel in der Statistik:

TSV Abtswind III / FC Feuerbach: Eduard Schneider – Tobias Holzberger, Arthur Eberhardt, Matthias Winkler – Markus Kräutner, Marc Köhler, Michael Ludwig, Karsten Krauss – Sebastian Krauß, Cedric Mix, Christian Funk. Einwechselspieler: Thomas Klein, Dominik vom Berg, Justin Laudenbach, Lukas Dingeldein, Dennis Zehnder.
1.FC Geesdorf II: Christian Bothe – Bernd Oppmann, Thomas Lordo, Simon Seufert, Lukas Rößner – Jonas MMöser Philipp Seufert, Billal Hassan, Mario Michel – Stefan Omert, Julian Zehnder. Einwechselspieler: Martin Hahn, Johannes Bauer.
Schiedsrichter: Lothar Hanke
Zuschauer: ca. 50
Tore: 0:1 Julian Zehnder (30.), 1:1 Michael Ludwig (44.), 2:1 Michael Ludwig (55.), 3:1 Dominik vom Berg (87.).

Die Stimmen zum Spiel:

Michael Ludwig (Trainer Abtswind III / Feuerbach): „Verdienter Sieg für meine Jungs. Durch einen Sonntagsschuss führt Geesdorf, kommt ansonsten in der ersten Halbzeit gerade zwei Male vor unser Tor und wir hätten zur Pause schon klar führen müssen. Zwei Mal nur Latte und mein Ausgleichstreffer kurz vor dem Seitenwechsel. Wenn man gesehen hat, wie meine Mannschaft gekämpft hat, Leidenschaft gezeigt hat gegen eine gute Geesdorfer Mannschaft. Mit dem 3:1-Endstand bin ich vollauf zufrieden. Eine Top Mannschaftsleistung. “

Andreas Hahn (Trainer 1.FC Geesdorf II): „Mit der Leistung in der ersten Halbzeit bin ich eigentlich ganz zufrieden. Aufgrund der Aufstellung hatte ich mir im Vorfeld mehr vom Derby erhofft. Natürlich ist es schwer, wenn man ständig neue Leute hat, eine spielerisch ausgerichtete Mannschaft auf den Platz zu bringen, auch wenn die Spieler es technisch drauf haben. Ständig muss der ein oder andere auf ungewohnten Positionen aushelfen. Es hat nicht so0 geklappt, wie ich mir das so vorgestellt habe, vorne drauf gehen, Druck machen. Das Eins gegen Eins vorne gibt leider meist in die Hose. Zudem kam der letzte Pass nicht an oder wir haben uns den Ball einen Tick zu weit vor gelegt. Heute hat nicht viel gefehlt, um erfolgreich zu sein. Aber dieses Quäntchen war entscheidend.“

Eduard Schneider (Keeper Abtswind III / Feuerbach): „Anfangs hat Geesdorf aus meiner Sicht kräftiger gedrückt als zum Spielende hin. Da mussten wir doch einige Male in der Verteidigung ran. Wir sind ruhig geblieben, haben uns nicht mitziehen lassen von der lautstarken Tribüne, haben unser Ding durchgezogen. Beim Gegentreffer kommen wir nicht richtig an die Gegenspieler ran. Der Ball schlägt genau im Winkel ein. Der war einfach super geschossen, da konnte ich nichts machen. Der Ausgleich zur Pause war hochverdient. Wir hatten ja einige gute Chancen vorher, sogar zwei Lattentreffer.
Nach der Pause haben wir mehr gemacht. Solche Fehler, wie vom Geesdorfer Torwart gezeigt, sowas pusht auch irgendwie. Man merkt, dass sie hinten etwas klappern und dann trauen wir uns auch mehr zu. Nach dem 2:1 wurde Geesdorf deutlich stärker. Da kamen sehr viele Flanken vor mein Tor. Tobias Holzberger und Arthur Eberhardt waren meiner Meinung nach heute die besten Spieler auf dem Platz. Sie haben defensiv kaum etwas zugelassen, viel weggemacht. Verdienter Sieg, das Ergebnis hat schon gepasst.“

Sonderlob vom Trainer an Christian Funk, offensiv stets gefährlich und über die Flügel eine Rakete

Andreas Herrmann geht, Johannes Primus kommt


Andreas Herrmann geht, Johannes Primus kommt

Bei der zweiten Mannschaft gibt es Veränderungen im Kader

Planungen für die Saison 2017/18

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Noch hat sich die zweite Mannschaft des TSV Abtswind ihrer Abstiegssorgen nicht entledigt. Noch benötigt das Team in der Kreisliga aus den letzten drei Partien den ein oder anderen Punkt, um mit Sicherheit in der Klasse zu bleiben. Unabhängig davon plant der Verein bereits die nächste Saison für den Landesliga-Unterbau. Nachdem bereits im März zwei neue Spielertrainer engagiert wurden, stehen nun auch erste Veränderungen im Kader fest.

Patrick Gnebner und Robert Brenner, die als Trainerneulinge ab Juli für das Abtswinder Perspektivteam verantwortlich sind und die Nachfolge von Velibor Teofilovic antreten, müssen dann auf Andreas Herrmann (im Bild) verzichten. Der 22-Jährige wechselt im Sommer zur SG Castell/Wiesenbronn. Der Tabellenführer in der A-Klasse befindet sich auf dem besten Weg, nach dem Abstieg im Vorjahr umgehend in die Kreisklasse zurückzukehren. Herrmann, der im Nachbarort Greuth lebt, spielt seit der Saison 2015/16 in Abtswind. In der zweiten Mannschaft ist der offensive Mittelfeldspieler seither eine feste Größe. Von den 25 Kreisliga-Begegnungen der aktuellen Spielzeit absolvierte er 22, alle von Beginn an. Außerdem stand er in dieser Saison bislang 13 Mal im Aufgebot des Landesliga-Teams, für das er sechs Kurzeinsätze absolvierte.

Erster Neuzugang für die Saison 2017/18 ist Johannes Primus aus Neustadt/Aisch. Der 21-Jährige spielte bis Oktober 2016 für den SV Losaurach in der Kreisliga Nürnberg/Frankenhöhe und ist derzeit vereinslos. Zuvor war er lange Zeit für den TSV Neustadt/Aisch aktiv: Nach der Jugend kam er bei den Mittelfranken überwiegend in der Reserve in der Kreisklasse zum Zuge. Daneben stehen vier Kurzeinsätze in der Landesliga zu Buche. Johannes Primus ist im defensiven und zentralen Mittelfeld einsetzbar, außerdem auf der rechten Seite als Verteidiger und Flügelspieler.

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