Für Return-Spezialisten ist das 0:3 eine zu hohe Hürde


Abtswind gewinnt das Altbessinger „Party-Spiel“

DJK Altbessingen – TSV Abtswind II 2:4 (0:3)

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Dieses Mal geht die Rechnung nicht ganz auf. Die Altbessinger Spezialisten im Zurückkommen, also einen Rückstand egalisieren, bzw. zu drehen, scheitern am Abtswinder Defensivbollwerk. Mit dem Dreier beim zweiten „Sechs-Punkte-Spiel“ (O-Ton Velibor Teofilovic) steigt die Landesligareserve auf Rang sieben, fünf Punkte hinter Spitzenreiter Mühlhausen/Schraudenbach und auch nur fünf Zähler mehr als Schlusslicht Stadelschwarzach. Ein weiteres Kapitel in der Kreisliga SW1 mit ihrer ungeheuren Leistungsdichte.

Altbessingens Kapitän ist sichtlich ausgepumpt. „Das war heute mal wieder typisch Kreisliga.“ Peter Reitz schüttelt den Kopf ob der Tabellenkapriolen dieser Kreisliga: „Wenn man unbedingt einen Meistertipp abgeben muss, zeigt jedes Team auf irgendeinen anderen, weil jeder weiß, fünf trauen sich nicht und der sechste steht plötzlich ganz oben und weiß nichts von seinem Glück.“ Altbessingens Trainer schiebt noch hinterher, dass „Abtswind da unten eigentlich nichts verloren hat.“ Auch heute wider musste Michael Fery auf der ein oder anderen Position umdisponieren, beispielsweise mit Kapitän Peter Reitz auf der aufreibenden Außenbahn, oder Mario Full erneut in der wenig spektakulären, weil defensiv angelegten Sechserposition. Auch Abtswinds Übungsleiter Velibor Teofilovic schickte seine Schützlinge mit einem gewissen Sicherheitskonzept in die Begegnung.

Was dabei herauskommt ist „Party“, wie es Altbessingens Kapitän Peter Reitz beschreibt. Taktisch anspruchsvolles Abtasten auf läuferisch zunächst überschaubarem Niveau. Aber mit der Zeit gewinnt die Partie deutlich an Tempo. Im letzten Drittel der ersten Hälfte „fallen die Tore für Abtswind wie reife Früchte“, wie es Michael Fery bildhaft umschreibt. „Wir waren nicht nah genug an den Gegenspielern dran.“ Nimmt man noch die individuelle Klasse einiger Abtswinder Akteure hinzu, die „im entscheidenden Moment vieles richtig machen“, wie es Nordheims Trainer Udo Braun letzte Woche analysierte, dann ergibt das ein abgerundetes Bild. Der Doppelschlag durch Jona Riedel und Frank Hartlehnert (30. und 33. Minute) lähmt die Heimelf. Mit dem 0:3 kurz vor dem Seitenwechsel deutet sich eine klare Tendenz an, wie die zweite Hälfte vermutlich verlaufen wird.

Aber so nicht mit Altbessingens Drehbuchautoren. Kurz nach Pausentee und Kabinenpalaver köpft Janik Quitsch eine scharfe Flanke von Manuel Burkard ein. Und spätestens als Peter Reitz kurz darauf im Abtswinder Strafraum unsanft von den Socken geholt wird, ist wieder alles offen im „Party-Spiel“, der neuen Synonym für überbordendes Taktikrumgeschubse. Kurzes Szene-Update: Steilpass auf Peter Reitz ans linke Strafraumeck. Abtswinds Torwart sprintet wie angestochen aus seinem Kasten und kommt einen winzigen Moment zuspät. Manuel Burkard verwandelt unter Julian Beßler hinweg, der heute ersatzweise für Eduard-Alin Wellmann zwischen den Pfosten stand.

Für einige Minuten scheint die Partie komplett offen. Aufgeladene Spannung am Spielfeldrand bis kurz darauf Altbessingens Mittelfeldakteur Pascal Warmuth einen weiten Flugball unterläuft. Der Rest ist schierer Torhunger. Eric Köhler leitet per Kopf weiter auf Andreas Herrmann. Abtswinds Mann hinter den Spitzen legt sofort in den Lauf von Axel Zehnder an die line Strafraumkante. Eine Körpertäuschung, ein langes Bein und Schiedsrichter Thomas Edelmann deutet sofort auf den Punkt. Christoph Hoffmann drischt die Murmel humorlos zum entscheidenden 4:2 aus Abtswinder Sicht in die Maschen.

Altbessingen gibt sich nicht geschlagen. Moral ist der Brennstoff, der das Team von Michael Fery immer wieder nach vorne peitscht. Abtswind hält gut dagegen und hat bei zwei hochgradig feuergefährlichen Szenen das Quäntchen Glück auf seiner Seite. Bei einer Doppelchance durch Marcel Warmuth und Manuel Burkard pariert Julian Beßler reaktionsschnell beide Kopfbälle aus kurzer Distanz. In den letzten Minuten kontern die Gäste ein ums andere Mal, bringen den Spielball jedoch nicht erneut im Altbessinger Kasten unter.

Ausgepumpt und glücklich über das Resultat, und dennoch nicht vollends zufrieden: Jona Riedel hadert etwas mit der Chancenverwertung in der Schlussphase. „Wir haben viel zuwenig aus unseren Konterchancen gemacht. Das müssen wir bei nächster Gelegenheit cleverer ausspielen.“ Und der nächste Anlass bietet sich bereits am kommenden Freitag zum Abtswinder Kirchweihspiel. Anstoß in der Kräuter Mix Arena bereits um 17:15 Uhr. Gegner ist die DJK Schweinfurt mit dem ehemaligen Abtswinder Sascha Cäsar.
Matthias Ley

Das Spiel im Überblick:

DJK Altbessingen: Andreas Full – Stefan Wecklein, Dominik Göbel, Peter Reitz, Steffen Full – Mario Full, Pascal Warmuth, Marcel Warmuth, Julian Weidner – Kai Herold, Manuel Burkard. Einwechselspieler: Daniel Lilienweiss, Christian Reuter, Jonas Heil, Janik Quitsch.
TSV Abtswind II: Julian Beßler – Axel Zehnder, Christoph Hofmann, Daniel Kaminski, Markus Golombek – Eric Köhler, Markus Schamberger – Jona Riedel, Andreas Herrmann, Frank Hartlehnert – Aljoscha Keßler. Einwechselspieler: Michael Rügamer, Mladen Grujic, Velibor Teofilovic, Patrick Hock, Christoph Kniewasser, Maximilian Heß.
Schiedsrichter: Thomas Edelmann
Zuschauer: ca. 80
Gelbe Karten: Peter Reitz, Pascal Warmuth, Kai Herold (DJK Altbessingen) – Julian Beßler, Daniel Kaminski, Christoph Hofmann (TSV Abtswind II)
Tore: 0:1 Jona Riedel (31.,Zuspiel von Axel Zehnder vors Tor, Abstauber per Sohlenstreichler), 0:2 Frank Hartlehnert (33., Vorarbeit von Jona Riedel, Drehung um Innenverteidiger und trockener Abschluss aus 5 Metern), 0:3 Jona Riedel (43., Flanke Axel Zehnder, Ablage per Brust von Christoph Hoffmann, artistischer Seitfallzieher), 1:3 Janik Quitsch (48., Kopfball nach Flanke von Manuel Burkard), 2:3 Manuel Burkard (57., Elfmeter nach Foul an Peter Reitz), 2:4 Christoph Hoffmann (67., Elfmeter nach Foul an Axel Zehnder).

Die Stimmen zum Spiel:

Jona Riedel (Stürmer TSV Abtswind II): „Wir wollten die Partie etwas vorsichtiger angehen, als zuletzt. Unser Trainer Velibor Teofilovic hat uns auf einige wichtige Altbesssinger Spieler hingewiesen, vor allem auf Mario Full, über den vor allem in der ersten Halbzeit viel lief. Auch auf den 18er, Manuel Burkard, sollten wir aufpassen. Deshalb auch das Mittelfeldgeplänkel zu Beginn. Aber mit dem 1:0 lief es dann besser bei uns. In der Viertelstunde vor der Pause haben wir sehr gut zusammengespielt. Das 1:0 sah wirklich kurios aus. Zuerst mal eine sehr gute Flanke von Axel Zehnder. Eigentlich wollte ich den Ball mit dem rechten Fuß einschieben. Aber dann ist mir das Ding von der Sohle ins Netz abgeprallt. Wie gesagt, kurios, aber Hauptsache drin. In der Kabine hat uns der Trainer gelobt. Wir sollten unseren Stil weiterspielen, aber gleichzeitig aufpassen, denn Altbessingen kann auch einen 0:3-Rückstand aufholen. Das haben sie oft genug bewiesen. Es ist dann auch eingetreten, wovor der Trainer uns gewarnt hatte. Aber zum Glück machen wir das entscheidende 4:2. Zum Schluss haben wir viel zuwenig aus unseren Konterchancen gemacht. Das müssen wir bei nächster Gelegenheit cleverer ausspielen.“

Michael Fery (Trainer DJK Altbessingen): „Das 0:3 zur Pause war für uns schon ziemlich heftig. Da noch einmal zurückzukommen, ist halt sauschwer. In der ersten halben Stunde war nichts zu sehen. Mittelfeldgeplänkel vom einen Strafraum zum anderen und wieder retour und dann sind die Tore gefallen wie reife Früchte. Abtswind hat seine wenigen Chancen gut genutzt, während wir unsere nicht im Tor unterbringen konnten. In der Kabine war ich ganz ruhig. Ich habe den Jungs gesagt, wir brauchen mindestens ein schnelles Tor. Das haben wir dann auch gemacht. Dann legen wir das zweite Tor hinterher. Aber der Elfmeter hat uns wieder zurück geworfen. Fehler im Mittelfeld, mein Spieler unterläuft den Ball, dann war es natürlich zu spät, irgendetwas verteidigen zu können. Abtswinds Stürmer hat das auch clever gemacht, einen guten Trick angewandt. Dann musste das lange Bein kommen. Und nach dem 2:4 war die Partie heute erledigt. Die Partie hatte heute ein ordentliches Niveau. Das Tempo war hoch.“

Peter Reitz (Kapitän DJK Altbessingen): „Das war heute Party, gerade in der ersten halben Stunde voll ausgeglichen. Ein absolut taktisches Spiel, beileibe kein Sommerkick. Wir und Abtswind wollen einfach Fußball spielen. Nach dem 0:1 haben wir komplett den Faden verloren, haben schlecht verteidigt als komplette Mannschaft. Dann kriegen wir gleich darauf das zweite Gegentor und das war wie ein Genickschlag. Kurz vor der Pause dann das 0:3, wo wir uns absolut dämlich anstellen, den Ball nicht klären können. Noch vor dem Seitenwechsel hatten wir eine Riesenchance und machen die Kiste nicht. Das war auch der entscheidende Unterschied: Abtswind hat seine Chancen genutzt, wir nicht. In unserem Team ist eine Riesenmoral. In der Kabine war unser Trainer sehr entspannt, anstatt uns zur Sau zu machen. Er hat an uns geglaubt, hat uns vorgehalten, was wir alles können. In der zweiten Hälfte haben wir auch endlich bewiesen, was in uns steckt. Der Elfmeter für Abtswind, nachdem wir bereits auf 2:3 heran gekommen waren, war natürlich ärgerlich. Auch danach hatten wir zwei hundertprozentige Torchancen. Zuerst köpft Marcel Warmuth aus kurzer Entfernung aufs Tor. Abtswinds Keeper pariert. Manuel Burkard setzt nach. Auch hier kann Abtswinds Keeper reflexartig parieren. Wir haben zur Zeit ein paar Ausfälle, Urlauber, Verletzte, da muss man halt auch mal an ungewohnter Position ran. Ich war heute auf der Außenbahn eingesetzt. Dabei bin ich eigentlich gelernter Innenverteidiger. Aber wo auch immer man steht, man muss Gas geben. Heute hat uns ein Quäntchen Glück gefehlt.“

Als Doppeltorschütze, Vorlagengeber und Außenbahnflitzer maßgeblich am Auswärtserfolg beteiligt: Jona Riedel

Jona Riedel

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Für Return-Spezialisten ist das 0:3 eine zu hohe Hürde

Die Zweite bei Meisterschaftsfavorit Altbessingen – Steigerwald-Derby in Feuerbach


Anspruchsvolle und spannende Sonntagsspiele, während die erste Mannschaft ein spielfreies Wochenende genießt

Hier finden Sie Ihren persönlichen Fahrplan zum Wochenende

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Während die erste Garde exzessiv Augenpflege mit Gurkenmaske betreibt, locker leger ein Gemüse-Smoothie am Sofatischchen drapiert, steht das kommende Wochenende ganz im Spielkreiszeichen der zweiten und dritten Mannschaft. Die Kreisligatruppe gastiert bei Meisterschaftsfavorit Altbessingen. Zeitgleich empfängt die Dritte die Geesdorfer Bezirksligareserve zum Derby in der A-Klasse. Kurz zusammengefasst: Ein sportliches Topangebot für verwöhnte Zuschauer.

Auf ein intensiv durchpflügendes Kreisligaspiel folgt zwangsläufig Rasenpflege. Damit man auch morgen noch kraftvoll sprinten kann. Dienstagabend, kurz vor dem Training, sieht man ungewohnte Gesellen über den Abtswinder Hauptplatz schleichen. Statt Ball und Markierungshütchen steht die zweite Mannschaft komplett mit Schaufel und Robbern auf dem „Bernabeu an der Schwimmbadstrasse“ und flickt Löcher, kittet, füllt auf, legt herausgerissene Rasenbatzen an den angestammten Platz zurück. Teambuilding mit dem grünen Daumen und auch ein großes „Merci“ und Dankeschön an die beiden Platzwarte für stets vorbildlich gepflegte Spiel- und Trainingsmöglichkeiten. Aber auch signifikant für das Seelenkostüm der Truppe. Vier Niederlagen und ein kräftiger Anschiss später, kämpft man als beinahe Schlusslicht den beinahe Tabellenführer von der Weininsel nieder. Schönes Kampfschweinspiel bei hochklassigem Niveau mit erfolgreichem Ausgang für Abtswind.

Details seiner „Ansprache“, wie es Trainer Velibor Teofilovic niedlich betitelt, wollten die Spieler nicht preisgeben. „Das bleibt erst mal unter uns“, meint Kapitän Markus Schamberger. „Eins kann man sagen: In der folgenden Trainingseinheit ging es voll zur Sache. Das habe ich lange nicht erlebt. Und mit genau dieser Einstellung sind wir auch ins Spiel gegen Nordheim gegangen.“

Am Sonntag steigt das Anforderungsniveau noch ein Stück weiter nach oben. Die DJK Altbessingen, vor der Saison von vielen Trainern und Szenekennern als aussichtsreicher Meisterschaftsfavorit gehandelt, lädt zum sportlichen Kräftemessen. Der letztjährige Tabellenzweite scheiterte in der Relegation erst am FC Bad Kissingen, der aktuell – nur um mal die Gewichtung zu verdeutlichen – in der Bezirksliga Rang zwei belegt. Danach entwich der Saft aus der Fery-Tor-Maschine. Trotz oder vielleicht gerade wegen jener granatenstarken Saison 2015/16 und Zusatzschicht bei großer Kulisse, verschlief die Truppe von Michael Fery den Saisonstart. Allerdings schon mit dem 6:1-Ausrufezeichen gegen die DJK Schweinfurt und spätestens mit dem knalligen 5:1-Auswärtserfolg bei galligen Bergrheinfeldern weist der Formtrend deutlich nach oben.

In einer homogenen Truppe ragen doch einige Akteure heraus. Besondere Beachtung verdienen unter anderem Außenbahnflitzer Kai Herold oder der zuletzt auf die Sechserposition zurückbeorderte Edeltechniker Mario Full. Mit Manuel Burkhard agiert ein echter Knipser im Sturmzentrum, der selbst aus wenigen Chancen noch das Maximum herausholt. „Altbessingen ist unbestritten eine spielerisch starke Truppe. Aber wenn wir so auftreten wie am letzten Sonntag, defensiv kompakt stehen und stark über die Außenpositionen kombinieren, dann geht auf jeden Fall was“, ist sich Kapitän Markus Schamberger sicher. Die Stimmung in der Mannschaft ist gut, gerade nach dem bereits angesprochenen Anschiss deluxe. „Das hat uns gestärkt. Schon beim Abschlusstraining hat man das gesehen. Jeder hat 100 Prozent gegeben. Und mit diesem Gefühl sind wir in die Partie gegangen. Diese positive Anspannung wollen wir auch nach Altbessingen mitnehmen.“

„Ich habe es letzte Woche gesagt und wiederhole es gerne noch einmal: Nordheim und Altbessingen sind 6-Punkte-Spiele für uns“, so Abtswinds Trainer Velibor Teofilovic im Interview unter der Woche. „Auch wenn das seltsam klingt, da wir gerade im unteren Drittel der Tabelle zu finden sind, aber ich schaue immer nach oben. Man muss sich Ziele setzen. Und die heißen bei mir nicht ‚schön mitspielen‘ oder ‚graue Maus der Liga‘. Das interessiert mich nicht.“ Personell fallen Sven Gibfied (Urlaub), Janek Wendt (Auslandspraktikum) und Christoph Kniewasser (Verletzung) aus. Ansonsten herrscht viel Betrieb auf dem Übungsplatz.

Derbyzeit in der A-Klasse: Wenn Geesdorf im Feuerbacher Sportpark Station macht, dann liegt dieses eigentümliche, aufgeladene Kribbeln in der Luft. Irgendwie sind Nachbarschaftsduelle das ultimative Salz in der Suppe, bzw. das Wendland Porterhouse auf dem Steak.

Michael Ludwig wertet die A-Klasse 4 SW als sehr ausgeglichen: „In dieser Klasse kann jeder jeden schlagen, außer Castell/Wiesenbronn.“ Was auch für Geesdorfs Reserve gilt. Viele Abstellungen zur Bezirksligatruppe entziehen notwendige personelle Power, gerade zu Beginn in der heiß bis glühenden Saisonphase, bei 35 Grad am Bierstand und gefühlten Lavagraden auf dem Platz. Geesdorf II steht mit einem mageren Punkt als Tabellenschlusslicht da. Ein ganz klarer Fall, die Torpaten-Bilanz kräftig nach oben zu schrauben.

Matthias Ley

Alle Spiele im Überblick:


Landesliga: TSV Abtswind

Spielfrei, die Konkurrenz beobachten, Stutzen auswringen oder wahlweise auf´s behagliche Kanapee fläzen. So sieht ein Plan aus.

Kreisliga: DJK Altbessingen – TSV Abtswind II
Sonntag, 25. September 2016, Anstoß 15:00 Uhr, Sportgelände Altbessingen, Neutorstrasse, 97450 Altbessingen
Schiedsrichter: Thomas Edelmann

A-Klasse: SG Abtswind III / Feuerbach – 1.FC Geesdorf
Sonntag, 25. September 2016, Anstoß 15:00 Uhr, Sportpark des 1.FC Feuerbach
Schiedsrichter: Josef Stern

Die Zweite bei Meisterschaftsfavorit Altbessingen – Steigerwald-Derby in Feuerbach

Fabian Mauderer wechselt zum SV Erlenbach


Aufgrund seines Studiums schließt sich der Mittelfeldspieler dem Bayernligisten an

Abschied aus Abtswind nach über zwei Jahren und 37 Landesliga-Einsätzen

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Im Oktober beginnt für Fabian Mauderer ein neuer Lebensabschnitt: Der 22-Jährige wird Student. Für das Fach „Internationales Technisches Vertriebsmanagement“ hat sich Mauderer an der Hochschule Aschaffenburg eingeschrieben. An seinem Studienort wird er auch wohnen. Das sind rund 110 Kilometer Entfernung nach Abtswind – zu viel, um mehrmals die Woche zum Training zu pendeln.

Fabian Mauderer hat sich deshalb entschlossen, seine Laufbahn als Fußballer unweit seines neuen Lebensmittelpunkts fortzusetzen. Der Mittelfeldspieler verlässt den TSV Abtswind mit sofortiger Wirkung und schließt sich dem Bayernligisten SV Erlenbach an. Trotz des Wechsels außerhalb der üblichen Wechselperioden ist der 22-Jährige für seinen neuen Klub umgehend spielberechtigt. Möglich macht das eine Ausnahmeregelung in der Spielordnung des Bayerischen Fußball-Verbands, wonach für Studenten bei einem Wechsel zu einem ortsansässigen Verein die Wartefrist entfällt (§ 44 Nr. 7 SpO).

„Durch meinen Umzug nach Aschaffenburg wäre der Aufwand zu groß geworden, viermal wöchentlich nach Abtswind zu fahren“, erklärt Fabian Mauderer. „Nach Erlenbach brauche ich nur zwanzig Minuten. So kann ich weiterhin höherklassig Fußball spielen und mich gleichzeitig auf mein Studium konzentrieren.“ Zur Saison 2014/15 war der Mainbernheimer zum TSV Abtswind gekommen. In dieser Zeit bestritt er 37 Landesligaspiele (zwei Tore) und dreizehn Partien für das Reserveteam in der Kreisliga. Die vergleichsweise geringe Zahl an Einsätzen war mehreren, zum Teil längeren Verletzungen geschuldet. Auch in der Vorbereitung bis in die laufende Saison hinein musste Mauderer einige Wochen pausieren. So bestritt er in dieser Runde nur einen Landesliga-Kurzeinsatz gegen den FC Viktoria Kahl. „In den gut zwei Jahren war ich von der Fitness nie bei hundert Prozent“, sagt Mauderer. „Ich hoffe, dass meine Pechsträhne endlich vorbei ist. Wenn ich gesund bleibe, traue ich mir den Sprung in die Bayernliga zu.“

Vor seinem Wechsel nach Abtswind war Mauderer bereits eine Saison für den SC Eltersdorf in der Bayernliga aufgelaufen. In der Jugend hatte er von der U15 bis zur U19 bei der SpVgg Greuther Fürth gespielt. Mauderers neuer Verein, der SV Erlenbach, steht in der Bayernliga aktuell auf dem vierzehnten Tabellenplatz.

Michael Kämmerer

Fabian Mauderer wechselt zum SV Erlenbach

Typisch Kreisliga: Hier gibt es keine Ausnahmemannschaft, aber auch kein Fallobst


Seelenbalsam für die Reserve – In einem spielerisch hochklassigen Kreisligaspiel ringt Abtswind II den designierten Tabellenführer nieder

TSV Abtswind II – SV-DJK Nordheim/Sommerach 4:1 (2:1)

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Was für ein fulminantes Brett zaubern alle Akteure in diesem Schlagabtausch aufs schmierige Geläuf. Ein Auftritt beider Seiten, der die Lust auf mehr befeuert. In einem hochklassigen Kreisliga Fight schenken sich Abtswind II und Nordheim/Sommerach nicht die Bohne im Kaffeesatz, nicht das zerknautschte, dreiblättrige Kleeblatt unterm modisch gepimpten Stollenschuh. Eine Partie unter fränkischem Dauerniesel Regen mit dem besseren Ausgang für die zuletzt arg gebeutelte Landesligareserve.

„Typische Aktion“, grantelt Abtswinds Trainer Velibor Teofilovic später am Stehtisch mit einem gut gekühlten deutschen Nationalgetränk in der rechten Flosse. „Wir fangen stark an und legen uns wieder so ein unglaubliches Gegentor selbst rein. Ich könnt kotzen.“ Und behält den Sonntagsbraten dann doch lieber für sich. Abtswind drückt und fängt sich gleich mit der ersten kleinen Konzentrationspause das 0:1 durch Raphael Steffen ein. Abtswinds Keeper Eduard-Alin Wellmann schlägt einen Rückpass flach zentral ins Mittelfeld. „Unser Trainer Velibor Teofilovic war auch der Meinung, wenn du 500 Kreisligaspieler nimmst, findest du wahrscheinlich gerade einmal zwei solcher Granaten, die den Ball so annehmen und aus 30 Metern Vollspan ins lange Eck donnern können.“ Und Raphael Steffen klopft die Pille humorlos ins Netz. Was ein krasses Brett gleich zu Beginn.

Wieder einmal rennt Abtswind einem Rückstand hinterher und antwortet in typischer Manier. Patrick Hocks Freistoß, unangenehm vors Nordheimer Tor geschlagen, spitzelt der neue Kapitän Markus Schamberger an Gästekeeper Daniel vorbei. Auch in der Folgezeit präsentiert Abtswind Ballbesitzfußball mit viel Engagement und Drang nach vorn. Nach einer knappen halben Stunde Spielzeit verschieben sich jedoch die Gewichte deutlich zugunsten der Gäste. Nordheim, mit dem markanten Gütesiegel „Weininselteam“ beflockt, kommt nun besser in die Partie und fängt sich promt das zweite Gegentor ein. Mitten hnein in die Sturm- und Drangphase von René Braun & Kompangnons schlenzt Maximilian Heß die Pille aus 15 Metern Tordistanz unhaltbar ein. Per Vorbänder Innenpfosten prallt das Kunstleder zum 2:1 in der 37. Minute ins Nordheimer Nest.

„In der Halbzeit war die Kabine seltsam ruhig“, berichtet Abtswinds Keeper Eduard-Alin Wellmann. „Alle waren voll fokussiert auf die kommenden 45 Minuten. Wir wussten, wir müssen unbedingt nachlegen, da Nordheim offensiv immer gefährlich ist.“ Und mit Jona Riedels 3:1 kurz nach Wiederanpfiff geht ein sichtbarer Ruck durch die Heimelf. „Da fallen Säcke von den Schultern, das glaubt man nicht. Auch wenn es klar war, dass da noch keine Entscheidung gefallen war“, so Abtswinds Torwart nach Abpfiff in sichtlich gelöster Stimmung. Norheim ist angeschlagen, irritiert, bisher ein Stück weit unter Wert geschlagen für den läuferischen Aufwand, den die Truppe von Udo Braun bislang betrieben hat. „Ich kann heute nichts Schlechtes über meine Jungs sagen. Der Einsatz war da. Das Tempo hat gestimmt“, wie Nordheims sympatischer Coach analysiert. „Wir haben die Big Points einfach nicht gemacht. Ganz im Gegenteil, da war Abtswind heute effektiver, abgezockter.“

Nach Abpfiff ist Nordheims Mittelfeldmotor René Braun sichtlich unzufrieden mit dem Ergebnis. Mindestens ein Tor zu hoch, fiel der Abtswinder Sieg aus. Bis auf einen satten Fernschuss und zwei chirurgisch sezierende Steilpässe in die Sturmspitze blieb Nordheims Edeltechniker die gesamte Partie über blass, beziehungsweise voll in der Defensive engagiert. Also genau dort, wo man nie glänzen, im besten Falle eher mannschaftsdienlich rackern kann. „Das Abtswind eine starke Mannschaft besitzt, die spielerisch deutlich höher platziert sein müsste, ist doch allen klar. In unseren letzten Partien haben wir nicht ein Mal über 90 Minuten überzeugt und trotzdem gewonnen. Das man irgendwann mal einbricht, ist klar.“

„In Abtswind muss man nicht unbedingt gewinnen“, stellt auch Nordheims Trainer Udo Braun klar. Eduard-Alin Wellmann gibt ihm pflichtschuldigst recht, mit einem Smiley im rechten Grinsewinkel: „Das Ergebnis war so typisch in dieser ausgeglichenen Kreisliga: Man findet hier keine Spitzenmannschaft. Es ist aber auch kein Fallobst dabei. Und die meisten Teams sind offensiv stärker als in der Verteidigung. Ein nüchterner 1:0-Sieg hat hier Seltenheitswert.“

Postscriptum, beziehungsweise das unvermeidliche Blabla vom Spielfeldrand: Heute feierte Markus Schamberger Einstand als neu ernannter Kapitän der Abtswinder Kreisligaelf. Kurz vor Schluss wechselte ihn sein Trainer für Sturmpartner Patrick Hock ein, der prompt die Kapitänsbinde übernahm und dementsprechend ebenfalls seinen Einstand feiern kann. Der nächste Rausch ist garantiert. Und hoch die Teetassen.

Matthias Ley

Das Spiel im Überblick:

TSV Abtswind II: Eduard-Alin Wellmann – Christoph Hofmann, Janek Wendt, Sven Gibfried, Markus Golombek – Markus Schamberger – Frank Hartlehnert, Axel Zehnder, Maximilian Heß, Jona Riedel – Patrick Hock. Einwechselspieler: Eric Köhler, Mladen Grujic, Andreas Herrmann, Aljoscha Keßler, Velibor Teofilovic.
SV-DJK Nordheim/Sommerach: Daniel Leicht – Sebastian Pfeufer, André Schmidt, Pascal Herget, Bernd Biedermann – Philipp Finster, Raphael Steffen, Thomas Berthold – Rene Braun – Peter Straßberger, Matthias Pfaff. Einwechselspieler: Christopher Schmitt, Jakob Drescher, Benedikt Finster.
Schiedsrichter: Maximilian Tischer (Eßleben)
Zuschauer: ca. 75
Gelbe Karten: Markus Golombek (TSV Abtswind II) – André Schmidt (SV-DJK Nordheim/Sommerach)
Tore: 0:1 Raphael Steffen (10.), 1:1 Markus Schamberger (16., Flanke Patrick Hock, Spitzla am Torwart vorbei), 2:1 Maximilian Heß (37., satter Schuss aus 16 Metern Tordistanz mit Vorbande Innenpfosten hinein), 3:1 Jona Riedel (47., Flachschuss ins lange Eck), 4:1 Aljoscha Keßler (79., Vorarbeit Mladen Grujic, Flachpass von der Grundlinie vors Tor, Abstauber aus 43 Zentimeter Tordistanz).

Die Stimmen zum Spiel:

Velibor Teofilovic (Trainer TSV Abtswind II): „Starker Beginn meiner Truppe, und wie so oft in dieser Saison legen wir dem Gegner das erste Tor auf. Typisch für uns dieses billige Gegentor. Aber auch die Antwort war signifikant für Abtswind II, nur wenige Minuten darauf. Mit viel Engagement kommen wir zum Ausgleich und bestimmen so die erste halbe Stunde das Spielgeschehen. Taktisch wollte ich heute die zwei Norheimer Schlüsselspieler aus der Partie nehmen. Maxi Heß hat sich Rene Braun zur Brust genommen und Janek Wendt hatte es mit Raphael Steffen zu tun. Mit Ausnahme seltener Szenen ist mein Plan voll aufgegangen. Mitten in die beste Phase der Gegner gehen wir mit 2:1 in Führung. Und nach dem Seitenwechsel erhöhen wir auf 3:1. Man hat gemerkt, dass meine Jungs dann viel befreiter aufgespielt haben. Auch wenn wir in der zweiten Hälfte nicht annähernd so viel Spielanteile hatten, wie in der ersten Hälfte. Aber die Abwehr hat gegrätscht, gefightet, sich in die Zweikämpfe geschmissen. Hut ab vor meiner jungen Truppe, die noch nicht das abgerufen hat, was wirklich im Team steckt. Ich habe gesagt, Nordheim und Altbessingen sind 6-Punkte-Spiele. Wenn wir die gewinnen, klettern wir in der Tabelle weit nach oben. Wenn beide Spiele in die Hose gehen, geht es nur noch um den Klassenerhalt. Und meine Mannschaft hat die passende Antwort in der aktuell schlechten Lage nach vier Niederlagen in Folge geliefert.“

Udo Braun (Trainer SV-DJK Nordheim/Sommerach): „Vom Start weg war Abtswind aggressiver. Der Wille war unverkennbar, die Niederlagenserie vergessen zu machen. Deshalb auch meine Vorgabe, tief stehen, allerdings nicht so tief, wie meine Jungs das tatsächlich umgesetzt haben. Sonst wird es durch das schnelle Passspiel der Abtswinder zu gefährlich vor dem eigenen Kasten, vor allem bei dem nassen Platz. Wir gehen in Führung und haben dann immer das Problem, dass wir das zweite Tor nachlegen müssen. In der Regel gelingt uns das nie. Warum das so ist? Das weiß ich wirklich nicht. Ich spreche das ständig an, nachlegen, Druck machen, vor allem über Abtswinds Außenbahn, die ich als Schwachstelle ausgemacht habe, da sich bei der Truppe von Velibor Teofilovic auch die Außenverteidiger voll in der Offensive engagieren und sich hier zwangsläufig Raum für unsere Stürmer bietet. Wir wollten Druck machen, und setzen das nicht um, aber so ist das bei den jungen Mannschaften. Meine Außenspieler zogen immer wieder in die Mitte, wo es eh schon dicht besetzt war. Deshalb habe ich auch zur Pause umgestellt, um ein Zeichen zu setzen, wie ich mir eine erfolgreiche Spielweise vorstelle. Was uns das ganze Spiel über verfolgt hat, wir haben bis zum Strafraum gut kombiniert, mit hoher Laufbereitschaft, wie auch bei Abtswind, aber der letzte Pass in die Tiefe kam nicht an oder wurde abgegrätscht. Die Stürmer haben sich gut bewegt, jedoch das Zuspiel kam nicht an. Was uns eigentlich ausmacht, hat heute absolut nicht funktioniert. Bis auf ein paar Fernschüsse war meine Offensive abgemeldet. Eigentlich möchte ich nichts Negatives über meine Jungs sagen. Sie haben gekämpft, Tempo war im Spiel, sie haben Paroli geboten. Zum Schluss war Abtswinds Sieg verdient. Aber hier muss man nicht gewinnen. Wir haben die Big Points einfach nicht gemacht. Ganz im Gegenteil, da war Abtswind heute effektiver, abgezockter. Trotz Tabellenplatz zwei geht es für uns primär um den Klassenerhalt. Wieso ich René Braun auf die Sechserposition gestellt habe? Ich sehe ihn eher direkt hinter den Spitzen. Aber er meint, vor der Abwehr ist er besser aufgehoben. Vielleicht müssen wir das noch mal intern diskutieren.“

Eduard-Alin Wellmann (Torwart TSV Abtswind II): „Im Nachhinein hätte ich lieber den Rückpass vor dem 0:1 ins Aus gedroschen, statt den Ball mitten in die Mitte zu schlagen. Dann fällt das Ding genau dem richtigen Nordheimer vor die Füße. Unser Trainer Velibor Teofilovic war auch der Meinung, wenn du 500 Kreisligaspieler nimmst, findest du wahrscheinlich gerade einmal zwei solcher Granaten, die den Ball so annehmen und aus 30 Metern Vollspan ins lange Eck donnern können. Fussballerisch waren wir schon besser, aber Nordheim hat vorne unbestreitbar seine Qualitäten. Die sind immer für ein, zwei Treffer gut. Mit der 2:1 Führung in der Kabine war die Stimmung recht ruhig, voll fokussiert auf die zweite Hälfte. Als wir dann kurz nach dem Seitenwechsel das 3:1 gemacht haben, da sind schon ein paar Säcke von den Schultern gefallen. Aber auch mit zwei Toren in Front war die Partie noch längst nicht gelaufen. Bei dem schmierigen Platz bin ich heute voll auf Nummer sicher gegangen. Lieber Doppelfaust, als einen Öpfel zu bekommen. Der Sieg war heut Balsam für die Seele. Ich kenne die anderen Ergebnisse zwar nicht, aber wenn wir heute verloren hätten, wären wir voll im Abstiegskampf gewesen. Der Trainer hat das auch so angesprochen. Das sind 6-Punkte-Spiele gegen Norheim heute und demnächst gegen Altbessingen. Wenn wir die erfolgreich bestreiten, dann ist noch alles drin. Typisch in dieser ausgeglichenen Kreisliga: Man findet hier keine Spitzenmannschaft. Es ist aber auch kein Fallobst dabei.“

René Braun (defensiver Mittelfeldspieler SV-DJK Nordheim/Sommerach): „Heute hat unser Spiel insgesamt nicht so funktioniert, wie in den letzten Spielen. Das Abtswind eine starke Mannschaft besitzt, die spielerisch deutlich höher platziert sein müsste, ist doch allen klar. In unseren letzten Partien haben wir nicht ein Mal über 90 Minuten überzeugt und trotzdem gewonnen. Das man irgendwann mal einbricht, ist klar. Abtswind steht zu unrecht im Tabellenkeller. Durch den Sieg bekommt die Truppe jetzt bestimmt Auftrieb und greift noch einmal oben an. Für uns ist wichtig, dass wir bis zur Winterpause genügend Punkte gegen den Abstieg holen. Auch wenn sich das seltsam anhört, wenn man als Tabellenzweiter beim Drittletzten spielt. Unsere taktische Marschroute war, gegen Abtswind vorne drauf zuschieben, den Ball vom eigenen Tor fernzuhalten. Allerdings werden dann die abzudeckenden Räume groß, worauf Abtswind ja nur gewartet hat, und dann wird es schwierig, gegen diese Spieler zu verteidigen. Grundsätzlich spiele ich diese Saison eher auf der Sechserposition, wobei ich natürlich eher defensiver gefordert bin. Mir ist es egal, wo mich der Trainer aufstellt, defensiv oder direkt hinter den Spitzen. Ich spiele da, wo ich gebraucht werde. Hauptsache ich darf spielen.“

Am 0:1 nicht ganz unmaßgeblich beteiligt – *hüstel* – aber danach mehrmals per Faustabwehr auf Nummer Sicher: Edurad-Alin Wellmann

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Typisch Kreisliga: Hier gibt es keine Ausnahmemannschaft, aber auch kein Fallobst

Für Return-Spezialisten ist das 0:3 eine zu hohe Hürde


Abtswind gewinnt das Altbessinger „Party-Spiel“

DJK Altbessingen – TSV Abtswind II 2:4 (0:3)

Slider Ende

Dieses Mal geht die Rechnung nicht ganz auf. Die Altbessinger Spezialisten im Zurückkommen, also einen Rückstand egalisieren, bzw. zu drehen, scheitern am Abtswinder Defensivbollwerk. Mit dem Dreier beim zweiten „Sechs-Punkte-Spiel“ (O-Ton Velibor Teofilovic) steigt die Landesligareserve auf Rang sieben, fünf Punkte hinter Spitzenreiter Mühlhausen/Schraudenbach und auch nur fünf Zähler mehr als Schlusslicht Stadelschwarzach. Ein weiteres Kapitel in der Kreisliga SW1 mit ihrer ungeheuren Leistungsdichte.

Altbessingens Kapitän ist sichtlich ausgepumpt. „Das war heute mal wieder typisch Kreisliga.“ Peter Reitz schüttelt den Kopf ob der Tabellenkapriolen dieser Kreisliga: „Wenn man unbedingt einen Meistertipp abgeben muss, zeigt jedes Team auf irgendeinen anderen, weil jeder weiß, fünf trauen sich nicht und der sechste steht plötzlich ganz oben und weiß nichts von seinem Glück.“ Altbessingens Trainer schiebt noch hinterher, dass „Abtswind da unten eigentlich nichts verloren hat.“ Auch heute wider musste Michael Fery auf der ein oder anderen Position umdisponieren, beispielsweise mit Kapitän Peter Reitz auf der aufreibenden Außenbahn, oder Mario Full erneut in der wenig spektakulären, weil defensiv angelegten Sechserposition. Auch Abtswinds Übungsleiter Velibor Teofilovic schickte seine Schützlinge mit einem gewissen Sicherheitskonzept in die Begegnung.

Was dabei herauskommt ist „Party“, wie es Altbessingens Kapitän Peter Reitz beschreibt. Taktisch anspruchsvolles Abtasten auf läuferisch zunächst überschaubarem Niveau. Aber mit der Zeit gewinnt die Partie deutlich an Tempo. Im letzten Drittel der ersten Hälfte „fallen die Tore für Abtswind wie reife Früchte“, wie es Michael Fery bildhaft umschreibt. „Wir waren nicht nah genug an den Gegenspielern dran.“ Nimmt man noch die individuelle Klasse einiger Abtswinder Akteure hinzu, die „im entscheidenden Moment vieles richtig machen“, wie es Nordheims Trainer Udo Braun letzte Woche analysierte, dann ergibt das ein abgerundetes Bild. Der Doppelschlag durch Jona Riedel und Frank Hartlehnert (30. und 33. Minute) lähmt die Heimelf. Mit dem 0:3 kurz vor dem Seitenwechsel deutet sich eine klare Tendenz an, wie die zweite Hälfte vermutlich verlaufen wird.

Aber so nicht mit Altbessingens Drehbuchautoren. Kurz nach Pausentee und Kabinenpalaver köpft Janik Quitsch eine scharfe Flanke von Manuel Burkard ein. Und spätestens als Peter Reitz kurz darauf im Abtswinder Strafraum unsanft von den Socken geholt wird, ist wieder alles offen im „Party-Spiel“, der neuen Synonym für überbordendes Taktikrumgeschubse. Kurzes Szene-Update: Steilpass auf Peter Reitz ans linke Strafraumeck. Abtswinds Torwart sprintet wie angestochen aus seinem Kasten und kommt einen winzigen Moment zuspät. Manuel Burkard verwandelt unter Julian Beßler hinweg, der heute ersatzweise für Eduard-Alin Wellmann zwischen den Pfosten stand.

Für einige Minuten scheint die Partie komplett offen. Aufgeladene Spannung am Spielfeldrand bis kurz darauf Altbessingens Mittelfeldakteur Pascal Warmuth einen weiten Flugball unterläuft. Der Rest ist schierer Torhunger. Eric Köhler leitet per Kopf weiter auf Andreas Herrmann. Abtswinds Mann hinter den Spitzen legt sofort in den Lauf von Axel Zehnder an die line Strafraumkante. Eine Körpertäuschung, ein langes Bein und Schiedsrichter Thomas Edelmann deutet sofort auf den Punkt. Christoph Hoffmann drischt die Murmel humorlos zum entscheidenden 4:2 aus Abtswinder Sicht in die Maschen.

Altbessingen gibt sich nicht geschlagen. Moral ist der Brennstoff, der das Team von Michael Fery immer wieder nach vorne peitscht. Abtswind hält gut dagegen und hat bei zwei hochgradig feuergefährlichen Szenen das Quäntchen Glück auf seiner Seite. Bei einer Doppelchance durch Marcel Warmuth und Manuel Burkard pariert Julian Beßler reaktionsschnell beide Kopfbälle aus kurzer Distanz. In den letzten Minuten kontern die Gäste ein ums andere Mal, bringen den Spielball jedoch nicht erneut im Altbessinger Kasten unter.

Ausgepumpt und glücklich über das Resultat, und dennoch nicht vollends zufrieden: Jona Riedel hadert etwas mit der Chancenverwertung in der Schlussphase. „Wir haben viel zuwenig aus unseren Konterchancen gemacht. Das müssen wir bei nächster Gelegenheit cleverer ausspielen.“ Und der nächste Anlass bietet sich bereits am kommenden Freitag zum Abtswinder Kirchweihspiel. Anstoß in der Kräuter Mix Arena bereits um 17:15 Uhr. Gegner ist die DJK Schweinfurt mit dem ehemaligen Abtswinder Sascha Cäsar.
Matthias Ley

Das Spiel im Überblick:

DJK Altbessingen: Andreas Full – Stefan Wecklein, Dominik Göbel, Peter Reitz, Steffen Full – Mario Full, Pascal Warmuth, Marcel Warmuth, Julian Weidner – Kai Herold, Manuel Burkard. Einwechselspieler: Daniel Lilienweiss, Christian Reuter, Jonas Heil, Janik Quitsch.
TSV Abtswind II: Julian Beßler – Axel Zehnder, Christoph Hofmann, Daniel Kaminski, Markus Golombek – Eric Köhler, Markus Schamberger – Jona Riedel, Andreas Herrmann, Frank Hartlehnert – Aljoscha Keßler. Einwechselspieler: Michael Rügamer, Mladen Grujic, Velibor Teofilovic, Patrick Hock, Christoph Kniewasser, Maximilian Heß.
Schiedsrichter: Thomas Edelmann
Zuschauer: ca. 80
Gelbe Karten: Peter Reitz, Pascal Warmuth, Kai Herold (DJK Altbessingen) – Julian Beßler, Daniel Kaminski, Christoph Hofmann (TSV Abtswind II)
Tore: 0:1 Jona Riedel (31.,Zuspiel von Axel Zehnder vors Tor, Abstauber per Sohlenstreichler), 0:2 Frank Hartlehnert (33., Vorarbeit von Jona Riedel, Drehung um Innenverteidiger und trockener Abschluss aus 5 Metern), 0:3 Jona Riedel (43., Flanke Axel Zehnder, Ablage per Brust von Christoph Hoffmann, artistischer Seitfallzieher), 1:3 Janik Quitsch (48., Kopfball nach Flanke von Manuel Burkard), 2:3 Manuel Burkard (57., Elfmeter nach Foul an Peter Reitz), 2:4 Christoph Hoffmann (67., Elfmeter nach Foul an Axel Zehnder).

Die Stimmen zum Spiel:

Jona Riedel (Stürmer TSV Abtswind II): „Wir wollten die Partie etwas vorsichtiger angehen, als zuletzt. Unser Trainer Velibor Teofilovic hat uns auf einige wichtige Altbesssinger Spieler hingewiesen, vor allem auf Mario Full, über den vor allem in der ersten Halbzeit viel lief. Auch auf den 18er, Manuel Burkard, sollten wir aufpassen. Deshalb auch das Mittelfeldgeplänkel zu Beginn. Aber mit dem 1:0 lief es dann besser bei uns. In der Viertelstunde vor der Pause haben wir sehr gut zusammengespielt. Das 1:0 sah wirklich kurios aus. Zuerst mal eine sehr gute Flanke von Axel Zehnder. Eigentlich wollte ich den Ball mit dem rechten Fuß einschieben. Aber dann ist mir das Ding von der Sohle ins Netz abgeprallt. Wie gesagt, kurios, aber Hauptsache drin. In der Kabine hat uns der Trainer gelobt. Wir sollten unseren Stil weiterspielen, aber gleichzeitig aufpassen, denn Altbessingen kann auch einen 0:3-Rückstand aufholen. Das haben sie oft genug bewiesen. Es ist dann auch eingetreten, wovor der Trainer uns gewarnt hatte. Aber zum Glück machen wir das entscheidende 4:2. Zum Schluss haben wir viel zuwenig aus unseren Konterchancen gemacht. Das müssen wir bei nächster Gelegenheit cleverer ausspielen.“

Michael Fery (Trainer DJK Altbessingen): „Das 0:3 zur Pause war für uns schon ziemlich heftig. Da noch einmal zurückzukommen, ist halt sauschwer. In der ersten halben Stunde war nichts zu sehen. Mittelfeldgeplänkel vom einen Strafraum zum anderen und wieder retour und dann sind die Tore gefallen wie reife Früchte. Abtswind hat seine wenigen Chancen gut genutzt, während wir unsere nicht im Tor unterbringen konnten. In der Kabine war ich ganz ruhig. Ich habe den Jungs gesagt, wir brauchen mindestens ein schnelles Tor. Das haben wir dann auch gemacht. Dann legen wir das zweite Tor hinterher. Aber der Elfmeter hat uns wieder zurück geworfen. Fehler im Mittelfeld, mein Spieler unterläuft den Ball, dann war es natürlich zu spät, irgendetwas verteidigen zu können. Abtswinds Stürmer hat das auch clever gemacht, einen guten Trick angewandt. Dann musste das lange Bein kommen. Und nach dem 2:4 war die Partie heute erledigt. Die Partie hatte heute ein ordentliches Niveau. Das Tempo war hoch.“

Peter Reitz (Kapitän DJK Altbessingen): „Das war heute Party, gerade in der ersten halben Stunde voll ausgeglichen. Ein absolut taktisches Spiel, beileibe kein Sommerkick. Wir und Abtswind wollen einfach Fußball spielen. Nach dem 0:1 haben wir komplett den Faden verloren, haben schlecht verteidigt als komplette Mannschaft. Dann kriegen wir gleich darauf das zweite Gegentor und das war wie ein Genickschlag. Kurz vor der Pause dann das 0:3, wo wir uns absolut dämlich anstellen, den Ball nicht klären können. Noch vor dem Seitenwechsel hatten wir eine Riesenchance und machen die Kiste nicht. Das war auch der entscheidende Unterschied: Abtswind hat seine Chancen genutzt, wir nicht. In unserem Team ist eine Riesenmoral. In der Kabine war unser Trainer sehr entspannt, anstatt uns zur Sau zu machen. Er hat an uns geglaubt, hat uns vorgehalten, was wir alles können. In der zweiten Hälfte haben wir auch endlich bewiesen, was in uns steckt. Der Elfmeter für Abtswind, nachdem wir bereits auf 2:3 heran gekommen waren, war natürlich ärgerlich. Auch danach hatten wir zwei hundertprozentige Torchancen. Zuerst köpft Marcel Warmuth aus kurzer Entfernung aufs Tor. Abtswinds Keeper pariert. Manuel Burkard setzt nach. Auch hier kann Abtswinds Keeper reflexartig parieren. Wir haben zur Zeit ein paar Ausfälle, Urlauber, Verletzte, da muss man halt auch mal an ungewohnter Position ran. Ich war heute auf der Außenbahn eingesetzt. Dabei bin ich eigentlich gelernter Innenverteidiger. Aber wo auch immer man steht, man muss Gas geben. Heute hat uns ein Quäntchen Glück gefehlt.“

Als Doppeltorschütze, Vorlagengeber und Außenbahnflitzer maßgeblich am Auswärtserfolg beteiligt: Jona Riedel

Jona Riedel

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Für Return-Spezialisten ist das 0:3 eine zu hohe Hürde

Die Zweite bei Meisterschaftsfavorit Altbessingen – Steigerwald-Derby in Feuerbach


Anspruchsvolle und spannende Sonntagsspiele, während die erste Mannschaft ein spielfreies Wochenende genießt

Hier finden Sie Ihren persönlichen Fahrplan zum Wochenende

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Während die erste Garde exzessiv Augenpflege mit Gurkenmaske betreibt, locker leger ein Gemüse-Smoothie am Sofatischchen drapiert, steht das kommende Wochenende ganz im Spielkreiszeichen der zweiten und dritten Mannschaft. Die Kreisligatruppe gastiert bei Meisterschaftsfavorit Altbessingen. Zeitgleich empfängt die Dritte die Geesdorfer Bezirksligareserve zum Derby in der A-Klasse. Kurz zusammengefasst: Ein sportliches Topangebot für verwöhnte Zuschauer.

Auf ein intensiv durchpflügendes Kreisligaspiel folgt zwangsläufig Rasenpflege. Damit man auch morgen noch kraftvoll sprinten kann. Dienstagabend, kurz vor dem Training, sieht man ungewohnte Gesellen über den Abtswinder Hauptplatz schleichen. Statt Ball und Markierungshütchen steht die zweite Mannschaft komplett mit Schaufel und Robbern auf dem „Bernabeu an der Schwimmbadstrasse“ und flickt Löcher, kittet, füllt auf, legt herausgerissene Rasenbatzen an den angestammten Platz zurück. Teambuilding mit dem grünen Daumen und auch ein großes „Merci“ und Dankeschön an die beiden Platzwarte für stets vorbildlich gepflegte Spiel- und Trainingsmöglichkeiten. Aber auch signifikant für das Seelenkostüm der Truppe. Vier Niederlagen und ein kräftiger Anschiss später, kämpft man als beinahe Schlusslicht den beinahe Tabellenführer von der Weininsel nieder. Schönes Kampfschweinspiel bei hochklassigem Niveau mit erfolgreichem Ausgang für Abtswind.

Details seiner „Ansprache“, wie es Trainer Velibor Teofilovic niedlich betitelt, wollten die Spieler nicht preisgeben. „Das bleibt erst mal unter uns“, meint Kapitän Markus Schamberger. „Eins kann man sagen: In der folgenden Trainingseinheit ging es voll zur Sache. Das habe ich lange nicht erlebt. Und mit genau dieser Einstellung sind wir auch ins Spiel gegen Nordheim gegangen.“

Am Sonntag steigt das Anforderungsniveau noch ein Stück weiter nach oben. Die DJK Altbessingen, vor der Saison von vielen Trainern und Szenekennern als aussichtsreicher Meisterschaftsfavorit gehandelt, lädt zum sportlichen Kräftemessen. Der letztjährige Tabellenzweite scheiterte in der Relegation erst am FC Bad Kissingen, der aktuell – nur um mal die Gewichtung zu verdeutlichen – in der Bezirksliga Rang zwei belegt. Danach entwich der Saft aus der Fery-Tor-Maschine. Trotz oder vielleicht gerade wegen jener granatenstarken Saison 2015/16 und Zusatzschicht bei großer Kulisse, verschlief die Truppe von Michael Fery den Saisonstart. Allerdings schon mit dem 6:1-Ausrufezeichen gegen die DJK Schweinfurt und spätestens mit dem knalligen 5:1-Auswärtserfolg bei galligen Bergrheinfeldern weist der Formtrend deutlich nach oben.

In einer homogenen Truppe ragen doch einige Akteure heraus. Besondere Beachtung verdienen unter anderem Außenbahnflitzer Kai Herold oder der zuletzt auf die Sechserposition zurückbeorderte Edeltechniker Mario Full. Mit Manuel Burkhard agiert ein echter Knipser im Sturmzentrum, der selbst aus wenigen Chancen noch das Maximum herausholt. „Altbessingen ist unbestritten eine spielerisch starke Truppe. Aber wenn wir so auftreten wie am letzten Sonntag, defensiv kompakt stehen und stark über die Außenpositionen kombinieren, dann geht auf jeden Fall was“, ist sich Kapitän Markus Schamberger sicher. Die Stimmung in der Mannschaft ist gut, gerade nach dem bereits angesprochenen Anschiss deluxe. „Das hat uns gestärkt. Schon beim Abschlusstraining hat man das gesehen. Jeder hat 100 Prozent gegeben. Und mit diesem Gefühl sind wir in die Partie gegangen. Diese positive Anspannung wollen wir auch nach Altbessingen mitnehmen.“

„Ich habe es letzte Woche gesagt und wiederhole es gerne noch einmal: Nordheim und Altbessingen sind 6-Punkte-Spiele für uns“, so Abtswinds Trainer Velibor Teofilovic im Interview unter der Woche. „Auch wenn das seltsam klingt, da wir gerade im unteren Drittel der Tabelle zu finden sind, aber ich schaue immer nach oben. Man muss sich Ziele setzen. Und die heißen bei mir nicht ‚schön mitspielen‘ oder ‚graue Maus der Liga‘. Das interessiert mich nicht.“ Personell fallen Sven Gibfied (Urlaub), Janek Wendt (Auslandspraktikum) und Christoph Kniewasser (Verletzung) aus. Ansonsten herrscht viel Betrieb auf dem Übungsplatz.

Derbyzeit in der A-Klasse: Wenn Geesdorf im Feuerbacher Sportpark Station macht, dann liegt dieses eigentümliche, aufgeladene Kribbeln in der Luft. Irgendwie sind Nachbarschaftsduelle das ultimative Salz in der Suppe, bzw. das Wendland Porterhouse auf dem Steak.

Michael Ludwig wertet die A-Klasse 4 SW als sehr ausgeglichen: „In dieser Klasse kann jeder jeden schlagen, außer Castell/Wiesenbronn.“ Was auch für Geesdorfs Reserve gilt. Viele Abstellungen zur Bezirksligatruppe entziehen notwendige personelle Power, gerade zu Beginn in der heiß bis glühenden Saisonphase, bei 35 Grad am Bierstand und gefühlten Lavagraden auf dem Platz. Geesdorf II steht mit einem mageren Punkt als Tabellenschlusslicht da. Ein ganz klarer Fall, die Torpaten-Bilanz kräftig nach oben zu schrauben.

Matthias Ley

Alle Spiele im Überblick:


Landesliga: TSV Abtswind

Spielfrei, die Konkurrenz beobachten, Stutzen auswringen oder wahlweise auf´s behagliche Kanapee fläzen. So sieht ein Plan aus.

Kreisliga: DJK Altbessingen – TSV Abtswind II
Sonntag, 25. September 2016, Anstoß 15:00 Uhr, Sportgelände Altbessingen, Neutorstrasse, 97450 Altbessingen
Schiedsrichter: Thomas Edelmann

A-Klasse: SG Abtswind III / Feuerbach – 1.FC Geesdorf
Sonntag, 25. September 2016, Anstoß 15:00 Uhr, Sportpark des 1.FC Feuerbach
Schiedsrichter: Josef Stern

Die Zweite bei Meisterschaftsfavorit Altbessingen – Steigerwald-Derby in Feuerbach

Fabian Mauderer wechselt zum SV Erlenbach


Aufgrund seines Studiums schließt sich der Mittelfeldspieler dem Bayernligisten an

Abschied aus Abtswind nach über zwei Jahren und 37 Landesliga-Einsätzen

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Im Oktober beginnt für Fabian Mauderer ein neuer Lebensabschnitt: Der 22-Jährige wird Student. Für das Fach „Internationales Technisches Vertriebsmanagement“ hat sich Mauderer an der Hochschule Aschaffenburg eingeschrieben. An seinem Studienort wird er auch wohnen. Das sind rund 110 Kilometer Entfernung nach Abtswind – zu viel, um mehrmals die Woche zum Training zu pendeln.

Fabian Mauderer hat sich deshalb entschlossen, seine Laufbahn als Fußballer unweit seines neuen Lebensmittelpunkts fortzusetzen. Der Mittelfeldspieler verlässt den TSV Abtswind mit sofortiger Wirkung und schließt sich dem Bayernligisten SV Erlenbach an. Trotz des Wechsels außerhalb der üblichen Wechselperioden ist der 22-Jährige für seinen neuen Klub umgehend spielberechtigt. Möglich macht das eine Ausnahmeregelung in der Spielordnung des Bayerischen Fußball-Verbands, wonach für Studenten bei einem Wechsel zu einem ortsansässigen Verein die Wartefrist entfällt (§ 44 Nr. 7 SpO).

„Durch meinen Umzug nach Aschaffenburg wäre der Aufwand zu groß geworden, viermal wöchentlich nach Abtswind zu fahren“, erklärt Fabian Mauderer. „Nach Erlenbach brauche ich nur zwanzig Minuten. So kann ich weiterhin höherklassig Fußball spielen und mich gleichzeitig auf mein Studium konzentrieren.“ Zur Saison 2014/15 war der Mainbernheimer zum TSV Abtswind gekommen. In dieser Zeit bestritt er 37 Landesligaspiele (zwei Tore) und dreizehn Partien für das Reserveteam in der Kreisliga. Die vergleichsweise geringe Zahl an Einsätzen war mehreren, zum Teil längeren Verletzungen geschuldet. Auch in der Vorbereitung bis in die laufende Saison hinein musste Mauderer einige Wochen pausieren. So bestritt er in dieser Runde nur einen Landesliga-Kurzeinsatz gegen den FC Viktoria Kahl. „In den gut zwei Jahren war ich von der Fitness nie bei hundert Prozent“, sagt Mauderer. „Ich hoffe, dass meine Pechsträhne endlich vorbei ist. Wenn ich gesund bleibe, traue ich mir den Sprung in die Bayernliga zu.“

Vor seinem Wechsel nach Abtswind war Mauderer bereits eine Saison für den SC Eltersdorf in der Bayernliga aufgelaufen. In der Jugend hatte er von der U15 bis zur U19 bei der SpVgg Greuther Fürth gespielt. Mauderers neuer Verein, der SV Erlenbach, steht in der Bayernliga aktuell auf dem vierzehnten Tabellenplatz.

Michael Kämmerer

Fabian Mauderer wechselt zum SV Erlenbach

Typisch Kreisliga: Hier gibt es keine Ausnahmemannschaft, aber auch kein Fallobst


Seelenbalsam für die Reserve – In einem spielerisch hochklassigen Kreisligaspiel ringt Abtswind II den designierten Tabellenführer nieder

TSV Abtswind II – SV-DJK Nordheim/Sommerach 4:1 (2:1)

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Was für ein fulminantes Brett zaubern alle Akteure in diesem Schlagabtausch aufs schmierige Geläuf. Ein Auftritt beider Seiten, der die Lust auf mehr befeuert. In einem hochklassigen Kreisliga Fight schenken sich Abtswind II und Nordheim/Sommerach nicht die Bohne im Kaffeesatz, nicht das zerknautschte, dreiblättrige Kleeblatt unterm modisch gepimpten Stollenschuh. Eine Partie unter fränkischem Dauerniesel Regen mit dem besseren Ausgang für die zuletzt arg gebeutelte Landesligareserve.

„Typische Aktion“, grantelt Abtswinds Trainer Velibor Teofilovic später am Stehtisch mit einem gut gekühlten deutschen Nationalgetränk in der rechten Flosse. „Wir fangen stark an und legen uns wieder so ein unglaubliches Gegentor selbst rein. Ich könnt kotzen.“ Und behält den Sonntagsbraten dann doch lieber für sich. Abtswind drückt und fängt sich gleich mit der ersten kleinen Konzentrationspause das 0:1 durch Raphael Steffen ein. Abtswinds Keeper Eduard-Alin Wellmann schlägt einen Rückpass flach zentral ins Mittelfeld. „Unser Trainer Velibor Teofilovic war auch der Meinung, wenn du 500 Kreisligaspieler nimmst, findest du wahrscheinlich gerade einmal zwei solcher Granaten, die den Ball so annehmen und aus 30 Metern Vollspan ins lange Eck donnern können.“ Und Raphael Steffen klopft die Pille humorlos ins Netz. Was ein krasses Brett gleich zu Beginn.

Wieder einmal rennt Abtswind einem Rückstand hinterher und antwortet in typischer Manier. Patrick Hocks Freistoß, unangenehm vors Nordheimer Tor geschlagen, spitzelt der neue Kapitän Markus Schamberger an Gästekeeper Daniel vorbei. Auch in der Folgezeit präsentiert Abtswind Ballbesitzfußball mit viel Engagement und Drang nach vorn. Nach einer knappen halben Stunde Spielzeit verschieben sich jedoch die Gewichte deutlich zugunsten der Gäste. Nordheim, mit dem markanten Gütesiegel „Weininselteam“ beflockt, kommt nun besser in die Partie und fängt sich promt das zweite Gegentor ein. Mitten hnein in die Sturm- und Drangphase von René Braun & Kompangnons schlenzt Maximilian Heß die Pille aus 15 Metern Tordistanz unhaltbar ein. Per Vorbänder Innenpfosten prallt das Kunstleder zum 2:1 in der 37. Minute ins Nordheimer Nest.

„In der Halbzeit war die Kabine seltsam ruhig“, berichtet Abtswinds Keeper Eduard-Alin Wellmann. „Alle waren voll fokussiert auf die kommenden 45 Minuten. Wir wussten, wir müssen unbedingt nachlegen, da Nordheim offensiv immer gefährlich ist.“ Und mit Jona Riedels 3:1 kurz nach Wiederanpfiff geht ein sichtbarer Ruck durch die Heimelf. „Da fallen Säcke von den Schultern, das glaubt man nicht. Auch wenn es klar war, dass da noch keine Entscheidung gefallen war“, so Abtswinds Torwart nach Abpfiff in sichtlich gelöster Stimmung. Norheim ist angeschlagen, irritiert, bisher ein Stück weit unter Wert geschlagen für den läuferischen Aufwand, den die Truppe von Udo Braun bislang betrieben hat. „Ich kann heute nichts Schlechtes über meine Jungs sagen. Der Einsatz war da. Das Tempo hat gestimmt“, wie Nordheims sympatischer Coach analysiert. „Wir haben die Big Points einfach nicht gemacht. Ganz im Gegenteil, da war Abtswind heute effektiver, abgezockter.“

Nach Abpfiff ist Nordheims Mittelfeldmotor René Braun sichtlich unzufrieden mit dem Ergebnis. Mindestens ein Tor zu hoch, fiel der Abtswinder Sieg aus. Bis auf einen satten Fernschuss und zwei chirurgisch sezierende Steilpässe in die Sturmspitze blieb Nordheims Edeltechniker die gesamte Partie über blass, beziehungsweise voll in der Defensive engagiert. Also genau dort, wo man nie glänzen, im besten Falle eher mannschaftsdienlich rackern kann. „Das Abtswind eine starke Mannschaft besitzt, die spielerisch deutlich höher platziert sein müsste, ist doch allen klar. In unseren letzten Partien haben wir nicht ein Mal über 90 Minuten überzeugt und trotzdem gewonnen. Das man irgendwann mal einbricht, ist klar.“

„In Abtswind muss man nicht unbedingt gewinnen“, stellt auch Nordheims Trainer Udo Braun klar. Eduard-Alin Wellmann gibt ihm pflichtschuldigst recht, mit einem Smiley im rechten Grinsewinkel: „Das Ergebnis war so typisch in dieser ausgeglichenen Kreisliga: Man findet hier keine Spitzenmannschaft. Es ist aber auch kein Fallobst dabei. Und die meisten Teams sind offensiv stärker als in der Verteidigung. Ein nüchterner 1:0-Sieg hat hier Seltenheitswert.“

Postscriptum, beziehungsweise das unvermeidliche Blabla vom Spielfeldrand: Heute feierte Markus Schamberger Einstand als neu ernannter Kapitän der Abtswinder Kreisligaelf. Kurz vor Schluss wechselte ihn sein Trainer für Sturmpartner Patrick Hock ein, der prompt die Kapitänsbinde übernahm und dementsprechend ebenfalls seinen Einstand feiern kann. Der nächste Rausch ist garantiert. Und hoch die Teetassen.

Matthias Ley

Das Spiel im Überblick:

TSV Abtswind II: Eduard-Alin Wellmann – Christoph Hofmann, Janek Wendt, Sven Gibfried, Markus Golombek – Markus Schamberger – Frank Hartlehnert, Axel Zehnder, Maximilian Heß, Jona Riedel – Patrick Hock. Einwechselspieler: Eric Köhler, Mladen Grujic, Andreas Herrmann, Aljoscha Keßler, Velibor Teofilovic.
SV-DJK Nordheim/Sommerach: Daniel Leicht – Sebastian Pfeufer, André Schmidt, Pascal Herget, Bernd Biedermann – Philipp Finster, Raphael Steffen, Thomas Berthold – Rene Braun – Peter Straßberger, Matthias Pfaff. Einwechselspieler: Christopher Schmitt, Jakob Drescher, Benedikt Finster.
Schiedsrichter: Maximilian Tischer (Eßleben)
Zuschauer: ca. 75
Gelbe Karten: Markus Golombek (TSV Abtswind II) – André Schmidt (SV-DJK Nordheim/Sommerach)
Tore: 0:1 Raphael Steffen (10.), 1:1 Markus Schamberger (16., Flanke Patrick Hock, Spitzla am Torwart vorbei), 2:1 Maximilian Heß (37., satter Schuss aus 16 Metern Tordistanz mit Vorbande Innenpfosten hinein), 3:1 Jona Riedel (47., Flachschuss ins lange Eck), 4:1 Aljoscha Keßler (79., Vorarbeit Mladen Grujic, Flachpass von der Grundlinie vors Tor, Abstauber aus 43 Zentimeter Tordistanz).

Die Stimmen zum Spiel:

Velibor Teofilovic (Trainer TSV Abtswind II): „Starker Beginn meiner Truppe, und wie so oft in dieser Saison legen wir dem Gegner das erste Tor auf. Typisch für uns dieses billige Gegentor. Aber auch die Antwort war signifikant für Abtswind II, nur wenige Minuten darauf. Mit viel Engagement kommen wir zum Ausgleich und bestimmen so die erste halbe Stunde das Spielgeschehen. Taktisch wollte ich heute die zwei Norheimer Schlüsselspieler aus der Partie nehmen. Maxi Heß hat sich Rene Braun zur Brust genommen und Janek Wendt hatte es mit Raphael Steffen zu tun. Mit Ausnahme seltener Szenen ist mein Plan voll aufgegangen. Mitten in die beste Phase der Gegner gehen wir mit 2:1 in Führung. Und nach dem Seitenwechsel erhöhen wir auf 3:1. Man hat gemerkt, dass meine Jungs dann viel befreiter aufgespielt haben. Auch wenn wir in der zweiten Hälfte nicht annähernd so viel Spielanteile hatten, wie in der ersten Hälfte. Aber die Abwehr hat gegrätscht, gefightet, sich in die Zweikämpfe geschmissen. Hut ab vor meiner jungen Truppe, die noch nicht das abgerufen hat, was wirklich im Team steckt. Ich habe gesagt, Nordheim und Altbessingen sind 6-Punkte-Spiele. Wenn wir die gewinnen, klettern wir in der Tabelle weit nach oben. Wenn beide Spiele in die Hose gehen, geht es nur noch um den Klassenerhalt. Und meine Mannschaft hat die passende Antwort in der aktuell schlechten Lage nach vier Niederlagen in Folge geliefert.“

Udo Braun (Trainer SV-DJK Nordheim/Sommerach): „Vom Start weg war Abtswind aggressiver. Der Wille war unverkennbar, die Niederlagenserie vergessen zu machen. Deshalb auch meine Vorgabe, tief stehen, allerdings nicht so tief, wie meine Jungs das tatsächlich umgesetzt haben. Sonst wird es durch das schnelle Passspiel der Abtswinder zu gefährlich vor dem eigenen Kasten, vor allem bei dem nassen Platz. Wir gehen in Führung und haben dann immer das Problem, dass wir das zweite Tor nachlegen müssen. In der Regel gelingt uns das nie. Warum das so ist? Das weiß ich wirklich nicht. Ich spreche das ständig an, nachlegen, Druck machen, vor allem über Abtswinds Außenbahn, die ich als Schwachstelle ausgemacht habe, da sich bei der Truppe von Velibor Teofilovic auch die Außenverteidiger voll in der Offensive engagieren und sich hier zwangsläufig Raum für unsere Stürmer bietet. Wir wollten Druck machen, und setzen das nicht um, aber so ist das bei den jungen Mannschaften. Meine Außenspieler zogen immer wieder in die Mitte, wo es eh schon dicht besetzt war. Deshalb habe ich auch zur Pause umgestellt, um ein Zeichen zu setzen, wie ich mir eine erfolgreiche Spielweise vorstelle. Was uns das ganze Spiel über verfolgt hat, wir haben bis zum Strafraum gut kombiniert, mit hoher Laufbereitschaft, wie auch bei Abtswind, aber der letzte Pass in die Tiefe kam nicht an oder wurde abgegrätscht. Die Stürmer haben sich gut bewegt, jedoch das Zuspiel kam nicht an. Was uns eigentlich ausmacht, hat heute absolut nicht funktioniert. Bis auf ein paar Fernschüsse war meine Offensive abgemeldet. Eigentlich möchte ich nichts Negatives über meine Jungs sagen. Sie haben gekämpft, Tempo war im Spiel, sie haben Paroli geboten. Zum Schluss war Abtswinds Sieg verdient. Aber hier muss man nicht gewinnen. Wir haben die Big Points einfach nicht gemacht. Ganz im Gegenteil, da war Abtswind heute effektiver, abgezockter. Trotz Tabellenplatz zwei geht es für uns primär um den Klassenerhalt. Wieso ich René Braun auf die Sechserposition gestellt habe? Ich sehe ihn eher direkt hinter den Spitzen. Aber er meint, vor der Abwehr ist er besser aufgehoben. Vielleicht müssen wir das noch mal intern diskutieren.“

Eduard-Alin Wellmann (Torwart TSV Abtswind II): „Im Nachhinein hätte ich lieber den Rückpass vor dem 0:1 ins Aus gedroschen, statt den Ball mitten in die Mitte zu schlagen. Dann fällt das Ding genau dem richtigen Nordheimer vor die Füße. Unser Trainer Velibor Teofilovic war auch der Meinung, wenn du 500 Kreisligaspieler nimmst, findest du wahrscheinlich gerade einmal zwei solcher Granaten, die den Ball so annehmen und aus 30 Metern Vollspan ins lange Eck donnern können. Fussballerisch waren wir schon besser, aber Nordheim hat vorne unbestreitbar seine Qualitäten. Die sind immer für ein, zwei Treffer gut. Mit der 2:1 Führung in der Kabine war die Stimmung recht ruhig, voll fokussiert auf die zweite Hälfte. Als wir dann kurz nach dem Seitenwechsel das 3:1 gemacht haben, da sind schon ein paar Säcke von den Schultern gefallen. Aber auch mit zwei Toren in Front war die Partie noch längst nicht gelaufen. Bei dem schmierigen Platz bin ich heute voll auf Nummer sicher gegangen. Lieber Doppelfaust, als einen Öpfel zu bekommen. Der Sieg war heut Balsam für die Seele. Ich kenne die anderen Ergebnisse zwar nicht, aber wenn wir heute verloren hätten, wären wir voll im Abstiegskampf gewesen. Der Trainer hat das auch so angesprochen. Das sind 6-Punkte-Spiele gegen Norheim heute und demnächst gegen Altbessingen. Wenn wir die erfolgreich bestreiten, dann ist noch alles drin. Typisch in dieser ausgeglichenen Kreisliga: Man findet hier keine Spitzenmannschaft. Es ist aber auch kein Fallobst dabei.“

René Braun (defensiver Mittelfeldspieler SV-DJK Nordheim/Sommerach): „Heute hat unser Spiel insgesamt nicht so funktioniert, wie in den letzten Spielen. Das Abtswind eine starke Mannschaft besitzt, die spielerisch deutlich höher platziert sein müsste, ist doch allen klar. In unseren letzten Partien haben wir nicht ein Mal über 90 Minuten überzeugt und trotzdem gewonnen. Das man irgendwann mal einbricht, ist klar. Abtswind steht zu unrecht im Tabellenkeller. Durch den Sieg bekommt die Truppe jetzt bestimmt Auftrieb und greift noch einmal oben an. Für uns ist wichtig, dass wir bis zur Winterpause genügend Punkte gegen den Abstieg holen. Auch wenn sich das seltsam anhört, wenn man als Tabellenzweiter beim Drittletzten spielt. Unsere taktische Marschroute war, gegen Abtswind vorne drauf zuschieben, den Ball vom eigenen Tor fernzuhalten. Allerdings werden dann die abzudeckenden Räume groß, worauf Abtswind ja nur gewartet hat, und dann wird es schwierig, gegen diese Spieler zu verteidigen. Grundsätzlich spiele ich diese Saison eher auf der Sechserposition, wobei ich natürlich eher defensiver gefordert bin. Mir ist es egal, wo mich der Trainer aufstellt, defensiv oder direkt hinter den Spitzen. Ich spiele da, wo ich gebraucht werde. Hauptsache ich darf spielen.“

Am 0:1 nicht ganz unmaßgeblich beteiligt – *hüstel* – aber danach mehrmals per Faustabwehr auf Nummer Sicher: Edurad-Alin Wellmann

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Typisch Kreisliga: Hier gibt es keine Ausnahmemannschaft, aber auch kein Fallobst

Für Return-Spezialisten ist das 0:3 eine zu hohe Hürde


Abtswind gewinnt das Altbessinger „Party-Spiel“

DJK Altbessingen – TSV Abtswind II 2:4 (0:3)

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Dieses Mal geht die Rechnung nicht ganz auf. Die Altbessinger Spezialisten im Zurückkommen, also einen Rückstand egalisieren, bzw. zu drehen, scheitern am Abtswinder Defensivbollwerk. Mit dem Dreier beim zweiten „Sechs-Punkte-Spiel“ (O-Ton Velibor Teofilovic) steigt die Landesligareserve auf Rang sieben, fünf Punkte hinter Spitzenreiter Mühlhausen/Schraudenbach und auch nur fünf Zähler mehr als Schlusslicht Stadelschwarzach. Ein weiteres Kapitel in der Kreisliga SW1 mit ihrer ungeheuren Leistungsdichte.

Altbessingens Kapitän ist sichtlich ausgepumpt. „Das war heute mal wieder typisch Kreisliga.“ Peter Reitz schüttelt den Kopf ob der Tabellenkapriolen dieser Kreisliga: „Wenn man unbedingt einen Meistertipp abgeben muss, zeigt jedes Team auf irgendeinen anderen, weil jeder weiß, fünf trauen sich nicht und der sechste steht plötzlich ganz oben und weiß nichts von seinem Glück.“ Altbessingens Trainer schiebt noch hinterher, dass „Abtswind da unten eigentlich nichts verloren hat.“ Auch heute wider musste Michael Fery auf der ein oder anderen Position umdisponieren, beispielsweise mit Kapitän Peter Reitz auf der aufreibenden Außenbahn, oder Mario Full erneut in der wenig spektakulären, weil defensiv angelegten Sechserposition. Auch Abtswinds Übungsleiter Velibor Teofilovic schickte seine Schützlinge mit einem gewissen Sicherheitskonzept in die Begegnung.

Was dabei herauskommt ist „Party“, wie es Altbessingens Kapitän Peter Reitz beschreibt. Taktisch anspruchsvolles Abtasten auf läuferisch zunächst überschaubarem Niveau. Aber mit der Zeit gewinnt die Partie deutlich an Tempo. Im letzten Drittel der ersten Hälfte „fallen die Tore für Abtswind wie reife Früchte“, wie es Michael Fery bildhaft umschreibt. „Wir waren nicht nah genug an den Gegenspielern dran.“ Nimmt man noch die individuelle Klasse einiger Abtswinder Akteure hinzu, die „im entscheidenden Moment vieles richtig machen“, wie es Nordheims Trainer Udo Braun letzte Woche analysierte, dann ergibt das ein abgerundetes Bild. Der Doppelschlag durch Jona Riedel und Frank Hartlehnert (30. und 33. Minute) lähmt die Heimelf. Mit dem 0:3 kurz vor dem Seitenwechsel deutet sich eine klare Tendenz an, wie die zweite Hälfte vermutlich verlaufen wird.

Aber so nicht mit Altbessingens Drehbuchautoren. Kurz nach Pausentee und Kabinenpalaver köpft Janik Quitsch eine scharfe Flanke von Manuel Burkard ein. Und spätestens als Peter Reitz kurz darauf im Abtswinder Strafraum unsanft von den Socken geholt wird, ist wieder alles offen im „Party-Spiel“, der neuen Synonym für überbordendes Taktikrumgeschubse. Kurzes Szene-Update: Steilpass auf Peter Reitz ans linke Strafraumeck. Abtswinds Torwart sprintet wie angestochen aus seinem Kasten und kommt einen winzigen Moment zuspät. Manuel Burkard verwandelt unter Julian Beßler hinweg, der heute ersatzweise für Eduard-Alin Wellmann zwischen den Pfosten stand.

Für einige Minuten scheint die Partie komplett offen. Aufgeladene Spannung am Spielfeldrand bis kurz darauf Altbessingens Mittelfeldakteur Pascal Warmuth einen weiten Flugball unterläuft. Der Rest ist schierer Torhunger. Eric Köhler leitet per Kopf weiter auf Andreas Herrmann. Abtswinds Mann hinter den Spitzen legt sofort in den Lauf von Axel Zehnder an die line Strafraumkante. Eine Körpertäuschung, ein langes Bein und Schiedsrichter Thomas Edelmann deutet sofort auf den Punkt. Christoph Hoffmann drischt die Murmel humorlos zum entscheidenden 4:2 aus Abtswinder Sicht in die Maschen.

Altbessingen gibt sich nicht geschlagen. Moral ist der Brennstoff, der das Team von Michael Fery immer wieder nach vorne peitscht. Abtswind hält gut dagegen und hat bei zwei hochgradig feuergefährlichen Szenen das Quäntchen Glück auf seiner Seite. Bei einer Doppelchance durch Marcel Warmuth und Manuel Burkard pariert Julian Beßler reaktionsschnell beide Kopfbälle aus kurzer Distanz. In den letzten Minuten kontern die Gäste ein ums andere Mal, bringen den Spielball jedoch nicht erneut im Altbessinger Kasten unter.

Ausgepumpt und glücklich über das Resultat, und dennoch nicht vollends zufrieden: Jona Riedel hadert etwas mit der Chancenverwertung in der Schlussphase. „Wir haben viel zuwenig aus unseren Konterchancen gemacht. Das müssen wir bei nächster Gelegenheit cleverer ausspielen.“ Und der nächste Anlass bietet sich bereits am kommenden Freitag zum Abtswinder Kirchweihspiel. Anstoß in der Kräuter Mix Arena bereits um 17:15 Uhr. Gegner ist die DJK Schweinfurt mit dem ehemaligen Abtswinder Sascha Cäsar.
Matthias Ley

Das Spiel im Überblick:

DJK Altbessingen: Andreas Full – Stefan Wecklein, Dominik Göbel, Peter Reitz, Steffen Full – Mario Full, Pascal Warmuth, Marcel Warmuth, Julian Weidner – Kai Herold, Manuel Burkard. Einwechselspieler: Daniel Lilienweiss, Christian Reuter, Jonas Heil, Janik Quitsch.
TSV Abtswind II: Julian Beßler – Axel Zehnder, Christoph Hofmann, Daniel Kaminski, Markus Golombek – Eric Köhler, Markus Schamberger – Jona Riedel, Andreas Herrmann, Frank Hartlehnert – Aljoscha Keßler. Einwechselspieler: Michael Rügamer, Mladen Grujic, Velibor Teofilovic, Patrick Hock, Christoph Kniewasser, Maximilian Heß.
Schiedsrichter: Thomas Edelmann
Zuschauer: ca. 80
Gelbe Karten: Peter Reitz, Pascal Warmuth, Kai Herold (DJK Altbessingen) – Julian Beßler, Daniel Kaminski, Christoph Hofmann (TSV Abtswind II)
Tore: 0:1 Jona Riedel (31.,Zuspiel von Axel Zehnder vors Tor, Abstauber per Sohlenstreichler), 0:2 Frank Hartlehnert (33., Vorarbeit von Jona Riedel, Drehung um Innenverteidiger und trockener Abschluss aus 5 Metern), 0:3 Jona Riedel (43., Flanke Axel Zehnder, Ablage per Brust von Christoph Hoffmann, artistischer Seitfallzieher), 1:3 Janik Quitsch (48., Kopfball nach Flanke von Manuel Burkard), 2:3 Manuel Burkard (57., Elfmeter nach Foul an Peter Reitz), 2:4 Christoph Hoffmann (67., Elfmeter nach Foul an Axel Zehnder).

Die Stimmen zum Spiel:

Jona Riedel (Stürmer TSV Abtswind II): „Wir wollten die Partie etwas vorsichtiger angehen, als zuletzt. Unser Trainer Velibor Teofilovic hat uns auf einige wichtige Altbesssinger Spieler hingewiesen, vor allem auf Mario Full, über den vor allem in der ersten Halbzeit viel lief. Auch auf den 18er, Manuel Burkard, sollten wir aufpassen. Deshalb auch das Mittelfeldgeplänkel zu Beginn. Aber mit dem 1:0 lief es dann besser bei uns. In der Viertelstunde vor der Pause haben wir sehr gut zusammengespielt. Das 1:0 sah wirklich kurios aus. Zuerst mal eine sehr gute Flanke von Axel Zehnder. Eigentlich wollte ich den Ball mit dem rechten Fuß einschieben. Aber dann ist mir das Ding von der Sohle ins Netz abgeprallt. Wie gesagt, kurios, aber Hauptsache drin. In der Kabine hat uns der Trainer gelobt. Wir sollten unseren Stil weiterspielen, aber gleichzeitig aufpassen, denn Altbessingen kann auch einen 0:3-Rückstand aufholen. Das haben sie oft genug bewiesen. Es ist dann auch eingetreten, wovor der Trainer uns gewarnt hatte. Aber zum Glück machen wir das entscheidende 4:2. Zum Schluss haben wir viel zuwenig aus unseren Konterchancen gemacht. Das müssen wir bei nächster Gelegenheit cleverer ausspielen.“

Michael Fery (Trainer DJK Altbessingen): „Das 0:3 zur Pause war für uns schon ziemlich heftig. Da noch einmal zurückzukommen, ist halt sauschwer. In der ersten halben Stunde war nichts zu sehen. Mittelfeldgeplänkel vom einen Strafraum zum anderen und wieder retour und dann sind die Tore gefallen wie reife Früchte. Abtswind hat seine wenigen Chancen gut genutzt, während wir unsere nicht im Tor unterbringen konnten. In der Kabine war ich ganz ruhig. Ich habe den Jungs gesagt, wir brauchen mindestens ein schnelles Tor. Das haben wir dann auch gemacht. Dann legen wir das zweite Tor hinterher. Aber der Elfmeter hat uns wieder zurück geworfen. Fehler im Mittelfeld, mein Spieler unterläuft den Ball, dann war es natürlich zu spät, irgendetwas verteidigen zu können. Abtswinds Stürmer hat das auch clever gemacht, einen guten Trick angewandt. Dann musste das lange Bein kommen. Und nach dem 2:4 war die Partie heute erledigt. Die Partie hatte heute ein ordentliches Niveau. Das Tempo war hoch.“

Peter Reitz (Kapitän DJK Altbessingen): „Das war heute Party, gerade in der ersten halben Stunde voll ausgeglichen. Ein absolut taktisches Spiel, beileibe kein Sommerkick. Wir und Abtswind wollen einfach Fußball spielen. Nach dem 0:1 haben wir komplett den Faden verloren, haben schlecht verteidigt als komplette Mannschaft. Dann kriegen wir gleich darauf das zweite Gegentor und das war wie ein Genickschlag. Kurz vor der Pause dann das 0:3, wo wir uns absolut dämlich anstellen, den Ball nicht klären können. Noch vor dem Seitenwechsel hatten wir eine Riesenchance und machen die Kiste nicht. Das war auch der entscheidende Unterschied: Abtswind hat seine Chancen genutzt, wir nicht. In unserem Team ist eine Riesenmoral. In der Kabine war unser Trainer sehr entspannt, anstatt uns zur Sau zu machen. Er hat an uns geglaubt, hat uns vorgehalten, was wir alles können. In der zweiten Hälfte haben wir auch endlich bewiesen, was in uns steckt. Der Elfmeter für Abtswind, nachdem wir bereits auf 2:3 heran gekommen waren, war natürlich ärgerlich. Auch danach hatten wir zwei hundertprozentige Torchancen. Zuerst köpft Marcel Warmuth aus kurzer Entfernung aufs Tor. Abtswinds Keeper pariert. Manuel Burkard setzt nach. Auch hier kann Abtswinds Keeper reflexartig parieren. Wir haben zur Zeit ein paar Ausfälle, Urlauber, Verletzte, da muss man halt auch mal an ungewohnter Position ran. Ich war heute auf der Außenbahn eingesetzt. Dabei bin ich eigentlich gelernter Innenverteidiger. Aber wo auch immer man steht, man muss Gas geben. Heute hat uns ein Quäntchen Glück gefehlt.“

Als Doppeltorschütze, Vorlagengeber und Außenbahnflitzer maßgeblich am Auswärtserfolg beteiligt: Jona Riedel

Jona Riedel

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Für Return-Spezialisten ist das 0:3 eine zu hohe Hürde

Die Zweite bei Meisterschaftsfavorit Altbessingen – Steigerwald-Derby in Feuerbach


Anspruchsvolle und spannende Sonntagsspiele, während die erste Mannschaft ein spielfreies Wochenende genießt

Hier finden Sie Ihren persönlichen Fahrplan zum Wochenende

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Während die erste Garde exzessiv Augenpflege mit Gurkenmaske betreibt, locker leger ein Gemüse-Smoothie am Sofatischchen drapiert, steht das kommende Wochenende ganz im Spielkreiszeichen der zweiten und dritten Mannschaft. Die Kreisligatruppe gastiert bei Meisterschaftsfavorit Altbessingen. Zeitgleich empfängt die Dritte die Geesdorfer Bezirksligareserve zum Derby in der A-Klasse. Kurz zusammengefasst: Ein sportliches Topangebot für verwöhnte Zuschauer.

Auf ein intensiv durchpflügendes Kreisligaspiel folgt zwangsläufig Rasenpflege. Damit man auch morgen noch kraftvoll sprinten kann. Dienstagabend, kurz vor dem Training, sieht man ungewohnte Gesellen über den Abtswinder Hauptplatz schleichen. Statt Ball und Markierungshütchen steht die zweite Mannschaft komplett mit Schaufel und Robbern auf dem „Bernabeu an der Schwimmbadstrasse“ und flickt Löcher, kittet, füllt auf, legt herausgerissene Rasenbatzen an den angestammten Platz zurück. Teambuilding mit dem grünen Daumen und auch ein großes „Merci“ und Dankeschön an die beiden Platzwarte für stets vorbildlich gepflegte Spiel- und Trainingsmöglichkeiten. Aber auch signifikant für das Seelenkostüm der Truppe. Vier Niederlagen und ein kräftiger Anschiss später, kämpft man als beinahe Schlusslicht den beinahe Tabellenführer von der Weininsel nieder. Schönes Kampfschweinspiel bei hochklassigem Niveau mit erfolgreichem Ausgang für Abtswind.

Details seiner „Ansprache“, wie es Trainer Velibor Teofilovic niedlich betitelt, wollten die Spieler nicht preisgeben. „Das bleibt erst mal unter uns“, meint Kapitän Markus Schamberger. „Eins kann man sagen: In der folgenden Trainingseinheit ging es voll zur Sache. Das habe ich lange nicht erlebt. Und mit genau dieser Einstellung sind wir auch ins Spiel gegen Nordheim gegangen.“

Am Sonntag steigt das Anforderungsniveau noch ein Stück weiter nach oben. Die DJK Altbessingen, vor der Saison von vielen Trainern und Szenekennern als aussichtsreicher Meisterschaftsfavorit gehandelt, lädt zum sportlichen Kräftemessen. Der letztjährige Tabellenzweite scheiterte in der Relegation erst am FC Bad Kissingen, der aktuell – nur um mal die Gewichtung zu verdeutlichen – in der Bezirksliga Rang zwei belegt. Danach entwich der Saft aus der Fery-Tor-Maschine. Trotz oder vielleicht gerade wegen jener granatenstarken Saison 2015/16 und Zusatzschicht bei großer Kulisse, verschlief die Truppe von Michael Fery den Saisonstart. Allerdings schon mit dem 6:1-Ausrufezeichen gegen die DJK Schweinfurt und spätestens mit dem knalligen 5:1-Auswärtserfolg bei galligen Bergrheinfeldern weist der Formtrend deutlich nach oben.

In einer homogenen Truppe ragen doch einige Akteure heraus. Besondere Beachtung verdienen unter anderem Außenbahnflitzer Kai Herold oder der zuletzt auf die Sechserposition zurückbeorderte Edeltechniker Mario Full. Mit Manuel Burkhard agiert ein echter Knipser im Sturmzentrum, der selbst aus wenigen Chancen noch das Maximum herausholt. „Altbessingen ist unbestritten eine spielerisch starke Truppe. Aber wenn wir so auftreten wie am letzten Sonntag, defensiv kompakt stehen und stark über die Außenpositionen kombinieren, dann geht auf jeden Fall was“, ist sich Kapitän Markus Schamberger sicher. Die Stimmung in der Mannschaft ist gut, gerade nach dem bereits angesprochenen Anschiss deluxe. „Das hat uns gestärkt. Schon beim Abschlusstraining hat man das gesehen. Jeder hat 100 Prozent gegeben. Und mit diesem Gefühl sind wir in die Partie gegangen. Diese positive Anspannung wollen wir auch nach Altbessingen mitnehmen.“

„Ich habe es letzte Woche gesagt und wiederhole es gerne noch einmal: Nordheim und Altbessingen sind 6-Punkte-Spiele für uns“, so Abtswinds Trainer Velibor Teofilovic im Interview unter der Woche. „Auch wenn das seltsam klingt, da wir gerade im unteren Drittel der Tabelle zu finden sind, aber ich schaue immer nach oben. Man muss sich Ziele setzen. Und die heißen bei mir nicht ‚schön mitspielen‘ oder ‚graue Maus der Liga‘. Das interessiert mich nicht.“ Personell fallen Sven Gibfied (Urlaub), Janek Wendt (Auslandspraktikum) und Christoph Kniewasser (Verletzung) aus. Ansonsten herrscht viel Betrieb auf dem Übungsplatz.

Derbyzeit in der A-Klasse: Wenn Geesdorf im Feuerbacher Sportpark Station macht, dann liegt dieses eigentümliche, aufgeladene Kribbeln in der Luft. Irgendwie sind Nachbarschaftsduelle das ultimative Salz in der Suppe, bzw. das Wendland Porterhouse auf dem Steak.

Michael Ludwig wertet die A-Klasse 4 SW als sehr ausgeglichen: „In dieser Klasse kann jeder jeden schlagen, außer Castell/Wiesenbronn.“ Was auch für Geesdorfs Reserve gilt. Viele Abstellungen zur Bezirksligatruppe entziehen notwendige personelle Power, gerade zu Beginn in der heiß bis glühenden Saisonphase, bei 35 Grad am Bierstand und gefühlten Lavagraden auf dem Platz. Geesdorf II steht mit einem mageren Punkt als Tabellenschlusslicht da. Ein ganz klarer Fall, die Torpaten-Bilanz kräftig nach oben zu schrauben.

Matthias Ley

Alle Spiele im Überblick:


Landesliga: TSV Abtswind

Spielfrei, die Konkurrenz beobachten, Stutzen auswringen oder wahlweise auf´s behagliche Kanapee fläzen. So sieht ein Plan aus.

Kreisliga: DJK Altbessingen – TSV Abtswind II
Sonntag, 25. September 2016, Anstoß 15:00 Uhr, Sportgelände Altbessingen, Neutorstrasse, 97450 Altbessingen
Schiedsrichter: Thomas Edelmann

A-Klasse: SG Abtswind III / Feuerbach – 1.FC Geesdorf
Sonntag, 25. September 2016, Anstoß 15:00 Uhr, Sportpark des 1.FC Feuerbach
Schiedsrichter: Josef Stern

Die Zweite bei Meisterschaftsfavorit Altbessingen – Steigerwald-Derby in Feuerbach

Fabian Mauderer wechselt zum SV Erlenbach


Aufgrund seines Studiums schließt sich der Mittelfeldspieler dem Bayernligisten an

Abschied aus Abtswind nach über zwei Jahren und 37 Landesliga-Einsätzen

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Im Oktober beginnt für Fabian Mauderer ein neuer Lebensabschnitt: Der 22-Jährige wird Student. Für das Fach „Internationales Technisches Vertriebsmanagement“ hat sich Mauderer an der Hochschule Aschaffenburg eingeschrieben. An seinem Studienort wird er auch wohnen. Das sind rund 110 Kilometer Entfernung nach Abtswind – zu viel, um mehrmals die Woche zum Training zu pendeln.

Fabian Mauderer hat sich deshalb entschlossen, seine Laufbahn als Fußballer unweit seines neuen Lebensmittelpunkts fortzusetzen. Der Mittelfeldspieler verlässt den TSV Abtswind mit sofortiger Wirkung und schließt sich dem Bayernligisten SV Erlenbach an. Trotz des Wechsels außerhalb der üblichen Wechselperioden ist der 22-Jährige für seinen neuen Klub umgehend spielberechtigt. Möglich macht das eine Ausnahmeregelung in der Spielordnung des Bayerischen Fußball-Verbands, wonach für Studenten bei einem Wechsel zu einem ortsansässigen Verein die Wartefrist entfällt (§ 44 Nr. 7 SpO).

„Durch meinen Umzug nach Aschaffenburg wäre der Aufwand zu groß geworden, viermal wöchentlich nach Abtswind zu fahren“, erklärt Fabian Mauderer. „Nach Erlenbach brauche ich nur zwanzig Minuten. So kann ich weiterhin höherklassig Fußball spielen und mich gleichzeitig auf mein Studium konzentrieren.“ Zur Saison 2014/15 war der Mainbernheimer zum TSV Abtswind gekommen. In dieser Zeit bestritt er 37 Landesligaspiele (zwei Tore) und dreizehn Partien für das Reserveteam in der Kreisliga. Die vergleichsweise geringe Zahl an Einsätzen war mehreren, zum Teil längeren Verletzungen geschuldet. Auch in der Vorbereitung bis in die laufende Saison hinein musste Mauderer einige Wochen pausieren. So bestritt er in dieser Runde nur einen Landesliga-Kurzeinsatz gegen den FC Viktoria Kahl. „In den gut zwei Jahren war ich von der Fitness nie bei hundert Prozent“, sagt Mauderer. „Ich hoffe, dass meine Pechsträhne endlich vorbei ist. Wenn ich gesund bleibe, traue ich mir den Sprung in die Bayernliga zu.“

Vor seinem Wechsel nach Abtswind war Mauderer bereits eine Saison für den SC Eltersdorf in der Bayernliga aufgelaufen. In der Jugend hatte er von der U15 bis zur U19 bei der SpVgg Greuther Fürth gespielt. Mauderers neuer Verein, der SV Erlenbach, steht in der Bayernliga aktuell auf dem vierzehnten Tabellenplatz.

Michael Kämmerer

Fabian Mauderer wechselt zum SV Erlenbach

Typisch Kreisliga: Hier gibt es keine Ausnahmemannschaft, aber auch kein Fallobst


Seelenbalsam für die Reserve – In einem spielerisch hochklassigen Kreisligaspiel ringt Abtswind II den designierten Tabellenführer nieder

TSV Abtswind II – SV-DJK Nordheim/Sommerach 4:1 (2:1)

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Was für ein fulminantes Brett zaubern alle Akteure in diesem Schlagabtausch aufs schmierige Geläuf. Ein Auftritt beider Seiten, der die Lust auf mehr befeuert. In einem hochklassigen Kreisliga Fight schenken sich Abtswind II und Nordheim/Sommerach nicht die Bohne im Kaffeesatz, nicht das zerknautschte, dreiblättrige Kleeblatt unterm modisch gepimpten Stollenschuh. Eine Partie unter fränkischem Dauerniesel Regen mit dem besseren Ausgang für die zuletzt arg gebeutelte Landesligareserve.

„Typische Aktion“, grantelt Abtswinds Trainer Velibor Teofilovic später am Stehtisch mit einem gut gekühlten deutschen Nationalgetränk in der rechten Flosse. „Wir fangen stark an und legen uns wieder so ein unglaubliches Gegentor selbst rein. Ich könnt kotzen.“ Und behält den Sonntagsbraten dann doch lieber für sich. Abtswind drückt und fängt sich gleich mit der ersten kleinen Konzentrationspause das 0:1 durch Raphael Steffen ein. Abtswinds Keeper Eduard-Alin Wellmann schlägt einen Rückpass flach zentral ins Mittelfeld. „Unser Trainer Velibor Teofilovic war auch der Meinung, wenn du 500 Kreisligaspieler nimmst, findest du wahrscheinlich gerade einmal zwei solcher Granaten, die den Ball so annehmen und aus 30 Metern Vollspan ins lange Eck donnern können.“ Und Raphael Steffen klopft die Pille humorlos ins Netz. Was ein krasses Brett gleich zu Beginn.

Wieder einmal rennt Abtswind einem Rückstand hinterher und antwortet in typischer Manier. Patrick Hocks Freistoß, unangenehm vors Nordheimer Tor geschlagen, spitzelt der neue Kapitän Markus Schamberger an Gästekeeper Daniel vorbei. Auch in der Folgezeit präsentiert Abtswind Ballbesitzfußball mit viel Engagement und Drang nach vorn. Nach einer knappen halben Stunde Spielzeit verschieben sich jedoch die Gewichte deutlich zugunsten der Gäste. Nordheim, mit dem markanten Gütesiegel „Weininselteam“ beflockt, kommt nun besser in die Partie und fängt sich promt das zweite Gegentor ein. Mitten hnein in die Sturm- und Drangphase von René Braun & Kompangnons schlenzt Maximilian Heß die Pille aus 15 Metern Tordistanz unhaltbar ein. Per Vorbänder Innenpfosten prallt das Kunstleder zum 2:1 in der 37. Minute ins Nordheimer Nest.

„In der Halbzeit war die Kabine seltsam ruhig“, berichtet Abtswinds Keeper Eduard-Alin Wellmann. „Alle waren voll fokussiert auf die kommenden 45 Minuten. Wir wussten, wir müssen unbedingt nachlegen, da Nordheim offensiv immer gefährlich ist.“ Und mit Jona Riedels 3:1 kurz nach Wiederanpfiff geht ein sichtbarer Ruck durch die Heimelf. „Da fallen Säcke von den Schultern, das glaubt man nicht. Auch wenn es klar war, dass da noch keine Entscheidung gefallen war“, so Abtswinds Torwart nach Abpfiff in sichtlich gelöster Stimmung. Norheim ist angeschlagen, irritiert, bisher ein Stück weit unter Wert geschlagen für den läuferischen Aufwand, den die Truppe von Udo Braun bislang betrieben hat. „Ich kann heute nichts Schlechtes über meine Jungs sagen. Der Einsatz war da. Das Tempo hat gestimmt“, wie Nordheims sympatischer Coach analysiert. „Wir haben die Big Points einfach nicht gemacht. Ganz im Gegenteil, da war Abtswind heute effektiver, abgezockter.“

Nach Abpfiff ist Nordheims Mittelfeldmotor René Braun sichtlich unzufrieden mit dem Ergebnis. Mindestens ein Tor zu hoch, fiel der Abtswinder Sieg aus. Bis auf einen satten Fernschuss und zwei chirurgisch sezierende Steilpässe in die Sturmspitze blieb Nordheims Edeltechniker die gesamte Partie über blass, beziehungsweise voll in der Defensive engagiert. Also genau dort, wo man nie glänzen, im besten Falle eher mannschaftsdienlich rackern kann. „Das Abtswind eine starke Mannschaft besitzt, die spielerisch deutlich höher platziert sein müsste, ist doch allen klar. In unseren letzten Partien haben wir nicht ein Mal über 90 Minuten überzeugt und trotzdem gewonnen. Das man irgendwann mal einbricht, ist klar.“

„In Abtswind muss man nicht unbedingt gewinnen“, stellt auch Nordheims Trainer Udo Braun klar. Eduard-Alin Wellmann gibt ihm pflichtschuldigst recht, mit einem Smiley im rechten Grinsewinkel: „Das Ergebnis war so typisch in dieser ausgeglichenen Kreisliga: Man findet hier keine Spitzenmannschaft. Es ist aber auch kein Fallobst dabei. Und die meisten Teams sind offensiv stärker als in der Verteidigung. Ein nüchterner 1:0-Sieg hat hier Seltenheitswert.“

Postscriptum, beziehungsweise das unvermeidliche Blabla vom Spielfeldrand: Heute feierte Markus Schamberger Einstand als neu ernannter Kapitän der Abtswinder Kreisligaelf. Kurz vor Schluss wechselte ihn sein Trainer für Sturmpartner Patrick Hock ein, der prompt die Kapitänsbinde übernahm und dementsprechend ebenfalls seinen Einstand feiern kann. Der nächste Rausch ist garantiert. Und hoch die Teetassen.

Matthias Ley

Das Spiel im Überblick:

TSV Abtswind II: Eduard-Alin Wellmann – Christoph Hofmann, Janek Wendt, Sven Gibfried, Markus Golombek – Markus Schamberger – Frank Hartlehnert, Axel Zehnder, Maximilian Heß, Jona Riedel – Patrick Hock. Einwechselspieler: Eric Köhler, Mladen Grujic, Andreas Herrmann, Aljoscha Keßler, Velibor Teofilovic.
SV-DJK Nordheim/Sommerach: Daniel Leicht – Sebastian Pfeufer, André Schmidt, Pascal Herget, Bernd Biedermann – Philipp Finster, Raphael Steffen, Thomas Berthold – Rene Braun – Peter Straßberger, Matthias Pfaff. Einwechselspieler: Christopher Schmitt, Jakob Drescher, Benedikt Finster.
Schiedsrichter: Maximilian Tischer (Eßleben)
Zuschauer: ca. 75
Gelbe Karten: Markus Golombek (TSV Abtswind II) – André Schmidt (SV-DJK Nordheim/Sommerach)
Tore: 0:1 Raphael Steffen (10.), 1:1 Markus Schamberger (16., Flanke Patrick Hock, Spitzla am Torwart vorbei), 2:1 Maximilian Heß (37., satter Schuss aus 16 Metern Tordistanz mit Vorbande Innenpfosten hinein), 3:1 Jona Riedel (47., Flachschuss ins lange Eck), 4:1 Aljoscha Keßler (79., Vorarbeit Mladen Grujic, Flachpass von der Grundlinie vors Tor, Abstauber aus 43 Zentimeter Tordistanz).

Die Stimmen zum Spiel:

Velibor Teofilovic (Trainer TSV Abtswind II): „Starker Beginn meiner Truppe, und wie so oft in dieser Saison legen wir dem Gegner das erste Tor auf. Typisch für uns dieses billige Gegentor. Aber auch die Antwort war signifikant für Abtswind II, nur wenige Minuten darauf. Mit viel Engagement kommen wir zum Ausgleich und bestimmen so die erste halbe Stunde das Spielgeschehen. Taktisch wollte ich heute die zwei Norheimer Schlüsselspieler aus der Partie nehmen. Maxi Heß hat sich Rene Braun zur Brust genommen und Janek Wendt hatte es mit Raphael Steffen zu tun. Mit Ausnahme seltener Szenen ist mein Plan voll aufgegangen. Mitten in die beste Phase der Gegner gehen wir mit 2:1 in Führung. Und nach dem Seitenwechsel erhöhen wir auf 3:1. Man hat gemerkt, dass meine Jungs dann viel befreiter aufgespielt haben. Auch wenn wir in der zweiten Hälfte nicht annähernd so viel Spielanteile hatten, wie in der ersten Hälfte. Aber die Abwehr hat gegrätscht, gefightet, sich in die Zweikämpfe geschmissen. Hut ab vor meiner jungen Truppe, die noch nicht das abgerufen hat, was wirklich im Team steckt. Ich habe gesagt, Nordheim und Altbessingen sind 6-Punkte-Spiele. Wenn wir die gewinnen, klettern wir in der Tabelle weit nach oben. Wenn beide Spiele in die Hose gehen, geht es nur noch um den Klassenerhalt. Und meine Mannschaft hat die passende Antwort in der aktuell schlechten Lage nach vier Niederlagen in Folge geliefert.“

Udo Braun (Trainer SV-DJK Nordheim/Sommerach): „Vom Start weg war Abtswind aggressiver. Der Wille war unverkennbar, die Niederlagenserie vergessen zu machen. Deshalb auch meine Vorgabe, tief stehen, allerdings nicht so tief, wie meine Jungs das tatsächlich umgesetzt haben. Sonst wird es durch das schnelle Passspiel der Abtswinder zu gefährlich vor dem eigenen Kasten, vor allem bei dem nassen Platz. Wir gehen in Führung und haben dann immer das Problem, dass wir das zweite Tor nachlegen müssen. In der Regel gelingt uns das nie. Warum das so ist? Das weiß ich wirklich nicht. Ich spreche das ständig an, nachlegen, Druck machen, vor allem über Abtswinds Außenbahn, die ich als Schwachstelle ausgemacht habe, da sich bei der Truppe von Velibor Teofilovic auch die Außenverteidiger voll in der Offensive engagieren und sich hier zwangsläufig Raum für unsere Stürmer bietet. Wir wollten Druck machen, und setzen das nicht um, aber so ist das bei den jungen Mannschaften. Meine Außenspieler zogen immer wieder in die Mitte, wo es eh schon dicht besetzt war. Deshalb habe ich auch zur Pause umgestellt, um ein Zeichen zu setzen, wie ich mir eine erfolgreiche Spielweise vorstelle. Was uns das ganze Spiel über verfolgt hat, wir haben bis zum Strafraum gut kombiniert, mit hoher Laufbereitschaft, wie auch bei Abtswind, aber der letzte Pass in die Tiefe kam nicht an oder wurde abgegrätscht. Die Stürmer haben sich gut bewegt, jedoch das Zuspiel kam nicht an. Was uns eigentlich ausmacht, hat heute absolut nicht funktioniert. Bis auf ein paar Fernschüsse war meine Offensive abgemeldet. Eigentlich möchte ich nichts Negatives über meine Jungs sagen. Sie haben gekämpft, Tempo war im Spiel, sie haben Paroli geboten. Zum Schluss war Abtswinds Sieg verdient. Aber hier muss man nicht gewinnen. Wir haben die Big Points einfach nicht gemacht. Ganz im Gegenteil, da war Abtswind heute effektiver, abgezockter. Trotz Tabellenplatz zwei geht es für uns primär um den Klassenerhalt. Wieso ich René Braun auf die Sechserposition gestellt habe? Ich sehe ihn eher direkt hinter den Spitzen. Aber er meint, vor der Abwehr ist er besser aufgehoben. Vielleicht müssen wir das noch mal intern diskutieren.“

Eduard-Alin Wellmann (Torwart TSV Abtswind II): „Im Nachhinein hätte ich lieber den Rückpass vor dem 0:1 ins Aus gedroschen, statt den Ball mitten in die Mitte zu schlagen. Dann fällt das Ding genau dem richtigen Nordheimer vor die Füße. Unser Trainer Velibor Teofilovic war auch der Meinung, wenn du 500 Kreisligaspieler nimmst, findest du wahrscheinlich gerade einmal zwei solcher Granaten, die den Ball so annehmen und aus 30 Metern Vollspan ins lange Eck donnern können. Fussballerisch waren wir schon besser, aber Nordheim hat vorne unbestreitbar seine Qualitäten. Die sind immer für ein, zwei Treffer gut. Mit der 2:1 Führung in der Kabine war die Stimmung recht ruhig, voll fokussiert auf die zweite Hälfte. Als wir dann kurz nach dem Seitenwechsel das 3:1 gemacht haben, da sind schon ein paar Säcke von den Schultern gefallen. Aber auch mit zwei Toren in Front war die Partie noch längst nicht gelaufen. Bei dem schmierigen Platz bin ich heute voll auf Nummer sicher gegangen. Lieber Doppelfaust, als einen Öpfel zu bekommen. Der Sieg war heut Balsam für die Seele. Ich kenne die anderen Ergebnisse zwar nicht, aber wenn wir heute verloren hätten, wären wir voll im Abstiegskampf gewesen. Der Trainer hat das auch so angesprochen. Das sind 6-Punkte-Spiele gegen Norheim heute und demnächst gegen Altbessingen. Wenn wir die erfolgreich bestreiten, dann ist noch alles drin. Typisch in dieser ausgeglichenen Kreisliga: Man findet hier keine Spitzenmannschaft. Es ist aber auch kein Fallobst dabei.“

René Braun (defensiver Mittelfeldspieler SV-DJK Nordheim/Sommerach): „Heute hat unser Spiel insgesamt nicht so funktioniert, wie in den letzten Spielen. Das Abtswind eine starke Mannschaft besitzt, die spielerisch deutlich höher platziert sein müsste, ist doch allen klar. In unseren letzten Partien haben wir nicht ein Mal über 90 Minuten überzeugt und trotzdem gewonnen. Das man irgendwann mal einbricht, ist klar. Abtswind steht zu unrecht im Tabellenkeller. Durch den Sieg bekommt die Truppe jetzt bestimmt Auftrieb und greift noch einmal oben an. Für uns ist wichtig, dass wir bis zur Winterpause genügend Punkte gegen den Abstieg holen. Auch wenn sich das seltsam anhört, wenn man als Tabellenzweiter beim Drittletzten spielt. Unsere taktische Marschroute war, gegen Abtswind vorne drauf zuschieben, den Ball vom eigenen Tor fernzuhalten. Allerdings werden dann die abzudeckenden Räume groß, worauf Abtswind ja nur gewartet hat, und dann wird es schwierig, gegen diese Spieler zu verteidigen. Grundsätzlich spiele ich diese Saison eher auf der Sechserposition, wobei ich natürlich eher defensiver gefordert bin. Mir ist es egal, wo mich der Trainer aufstellt, defensiv oder direkt hinter den Spitzen. Ich spiele da, wo ich gebraucht werde. Hauptsache ich darf spielen.“

Am 0:1 nicht ganz unmaßgeblich beteiligt – *hüstel* – aber danach mehrmals per Faustabwehr auf Nummer Sicher: Edurad-Alin Wellmann

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Typisch Kreisliga: Hier gibt es keine Ausnahmemannschaft, aber auch kein Fallobst

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