Der Trainer hat das Wort

Hier schreibt Thorsten Götzelmann

Slider Ende

Liebe Fans des TSV Abtswind, verehrte Fußballfreunde,

nach knapp zwei Jahren lesen wir uns an dieser Stelle wieder. Vor zwei Wochen hätte ich das selbst nicht für möglich gehalten. Aber so schnell kann es im Fußball gehen. Zum ersten Mal in meiner Laufbahn springe ich während einer Saison als Trainer ein und übernehme eine Mannschaft. Wobei: Es handelt sich ja nicht um irgendeine Mannschaft.

In meiner ersten Amtszeit beim TSV Abtswind von 2014 bis 2016 hatte ich mit den meisten Spielern bereits zu tun. Seitdem war ich als Koordinator für den Spielbetrieb im Hintergrund tätig, ohne den Kontakt zum Team verloren zu haben. Eine große Eingewöhnungsphase brauche ich nicht, und die kann es in der Kürze der Zeit bis zum Saisonende ohnehin nicht geben. Ich bin nach wenigen Tagen mit der Mannschaft schon wieder im Trainingsrhythmus. Auf Abtswind liegt mein ganzer Fokus neben meiner Tätigkeit als Jugendtrainer der SpVgg Greuther Fürth. Ich habe in dieser Saison vor allem die Heimspiele in Abtswind verfolgt und weiß, wo ich ansetzen muss.

Der Schwerpunkt meiner Trainingsarbeit besteht darin, die Spieler so einzustellen, dass wir Torchancen kreieren, ohne die Defensive zu vernachlässigen. Will heißen: Ich gewinne lieber ein Spiel, indem ich keine Chancen des Gegners zulasse. In letzter Zeit hat die Mannschaft zu einfach zu viele Gegentore bekommen. Dafür will ich eine taktische Lösung finden. Mein Verständnis von Fußball liegt darin, das Spiel zu kontrollieren. Das funktioniert am besten über viel Ballbesitz. Wenn der Gegner tief in der eigenen Hälfte steht und nur auf Konter aus ist, wie so häufig in dieser Saison, sehe ich von meinen Spielern lieber einen Querpass als ein riskantes Zuspiel in die Spitze, das zum Ballverlust führt. Ich will keinen Spielaufbau nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip. Mit hohem Tempo ist es auch in der Breite möglich, Druck auszuüben und Lücken beim Gegner zu reißen, bevor der Ball nach vorne geht. Dahin will ich die Mannschaft bringen. Ein solches System ist übungsintensiv und funktioniert nicht von heute auf morgen, bis es in Fleisch und Blut übergeht. Die Spieler können sich jetzt noch einmal neu beweisen.

In den ersten beiden Partien unter meiner Leitung gegen Kleinrinderfeld und Heimbuchenthal haben wir gute Ansätze gezeigt, aber auch Dinge, die mir nicht gefallen haben. Am besten war natürlich, dass wir zweimal gewonnen haben. Damit ist unsere Position an der Tabellenspitze unverändert geblieben. Der Zweikampf mit Vach um die Meisterschaft geht in die entscheidende Phase. Meine Mission als Interimstrainer ist es, den Vorsprung in den letzten fünf Spielen zu verteidigen. Um nichts anderes geht es auch an diesem Samstag zu Hause gegen die TG Höchberg. Nachdem wir zuletzt dünn besetzt waren, sieht es jetzt wieder besser aus: Peter Mrugalla, Jona Riedel, Daniel Hämmerlein und Frank Hartlehnert stehen wieder zur Verfügung. Für Jonas Wirth kommt ein Einsatz nach seiner Adduktorenzerrung wohl zu früh.

Euer
Thorsten Götzelmann

Livestream: TSV Abtswind – TG Höchberg