Vorbereitung schürt Hoffnung auf gute Restrunde

Trainingslager absolut gelungen

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Abtswinds Coach Thorsten Götzelmann blickt zuversichtlich auf die kommenden Wochen. Die Vorbereitung seiner Kicker hat Eindruck hinterlassen – und zwar einen sehr guten. Nicht nur die Testspiele verliefen nach dem Geschmack des Übungsleiters, auch die Generalprobe gegen die DJK Schwebenried-Schwemmelsbach gelang. Diesen positiven Trend wollen die Grün-Weißen nun auch in der Liga fortsetzen.

Schlechter hätten die Wochen vor der Winterpause für den TSV Abtswind kaum laufen können. Das Team aus dem Kräuterdorf spielte lange Zeit eine herausragende Saison, hatte sich an der Tabellenspitze festgesetzt und schwang sich so – mehr oder weniger ungewollt – zu einem der Topfavoriten auf die Meisterschaft auf. Auch die Erwartungshaltung im Umfeld stieg, und das nachdem die Grün-Weißen im Mai auf bittere Weise aus der Bayernliga abgestiegen waren. Dabei hatten sich Thorsten Götzelmann und Sven Wenzel stets zurückgehalten in ihren Prognosen, besonders mit dem Blick auf den großen Umbruch vor der laufenden Spielzeit.

Doch der verlief überraschend reibungslos und die Abtswinder legten die Messlatte früh entsprechend hoch. Dementsprechend tief war allerdings auch der Fall, als sie die letzten Spiele des Jahres 2025 verloren und damit ihre gute Ausgangsposition – zwischenzeitlich lagen sie mit vier Punkten vor den Großbardorfern – verspielten. Aktuell liegen sie sieben Zähler hinter den Grabfeld Galliern. Besonders ärgerlich: Die Grün-Weißen spielten keineswegs schlecht oder waren unterlegen. Vielmehr unterliefen ihnen in der defensive mehrere kapitale Fehler, die die Kontrahenten aus Aschaffenburg, Lichenfels und Bamberg zu Treffern nutzten. Und selbst gelang dem aktuellen Dritten kein eigener. Eine Gemengelage, die merklich auf die Stimmung in der Mannschaft und im Umfeld schlug. Die Enttäuschung war greifbar.

An einigen Stellschrauben gedreht

Auch Thorsten Götzelmann ist ehrlich: “Ich war sehr froh, dass Winterpause war. Wir haben den Gegnern die Tore nahezu geschenkt. Gegen Don Bosco hat uns in der ersten Halbzeit jegliche Präsenz gefehlt. Über die Ergebnisse haben wir uns alle geärgert.” Daher sei es gut gewesen, sich über einen längeren Zeitraum nicht zu sehen und auf andere Gedanken zu kommen.

Die Winterpause kam also zum richtigen Zeitpunkt und hat ihren Effekt nicht verfehlt. Denn mittlerweile haben sich die Wogen geglättet. Der Übungsleiter hat eine “sehr gute Stimmung” in der Mannschaft ausgemacht. Dazu habe auch das gemeinsame Trainingslager in der Nähe der niederländischen Grenze beigetragen. Das sei, laut dem Coach, sehr gelungen gewesen. Auch aus sportlicher Sicht bewertet Thorsten Götzelmann die Vorbereitungswochen als sehr positiv: “Wir haben an einigen Stellschrauben gedreht, haben sehr konzentriert gearbeitet.” Vor allem das Verwerten und Erarbeiten von Chancen war regelmäßig Thema. Mit 36 Treffern haben die Abtswinder satte 31 weniger auf dem Konto als Primus TSV Großbardorf.

Dreimal fünf Treffer und ein starker Auftritt im Pokal die DJK Schwebenried-Schwemmelsbach

Das werde auch zukünftig ein Thema bleiben. Allerdings hätten seine Schützlinge in den vergangenen Wochen deutliche Verbesserungen gezeigt. Das zeigten sie auch in den Testpartien gegen den Würzburger FV, den TSV Rottendorf und Jahn Forchheim, in denen sie jeweils fünf Treffer erzielten. Ähnlich effektiv waren sie in der Liga nur gegen Bad Kissingen und die FT Schweinfurt. Und auch gegen die Würzburger Kickers gaben die Grün-Weißen wie schon in der Sommervorbereitung eine gute Figur ab, trotz der letztlich deutlichen 2:7-Niederlage.

Das neu gewonnene Selbstvertrauen bekam jüngst dann auch die DJK Schwebenried-Schwemmelsbach in der zweiten Qualifikationsrunde zum bayerischen Toto-Pokal zu spüren. Auf dem heimischen Kunstrasen dominierten die Grün-Weißen und ließen trotz des Anschlusstreffers nie Zweifel am eigenen Weiterkommen. “Wir haben mehrere, sehr gute Chancen kreiert, waren im Abschluss allerdings nicht so konsequent wie noch in den Testspielen. Defensiv haben wir nur eine gegnerische Möglichkeit zugelassen, die dann zum Gegentor führte”, war der TSV-Coach zufrieden mit dem Auftritt seiner Elf.

Mit klarem Plan ins Grabfeld

Eine gute Generalprobe unter Wettkampfbedingungen vor dem Knaller-Auftakt in Großbardorf. Dennoch weiß der Coach, dass da eine andere Hausnummer warte. Und aus mehrerlei Gründen. Denn die Grabfeld Gallier sind nicht nur aktueller Tabellenführer, sondern auch das mit Abstand beste Heimteam der Liga mit zehn Siegen aus zehn Spielen. Zudem hat die Mannschaft von Robin Keiner zu Hause bereits 46 Tore erzielt. Die TSV- Defensive wird also einiges zu tun bekommen. “Ich gehe davon aus, dass sie versuchen, das Spiel zu machen, aggressiv zu sein und sich nicht zurückhalten”, erwartet der Übungsleiter einen aktiven Gegner. Im Hinspiel in der Kräuter Mix Arena hatten sie noch zurückhaltend agiert und ein torloses Remis erkämpft.

Auch wird der Platz in Großbardorf ungewohntes Terrain für die TSV-Kicker sein. Einerseits weil er kleiner ist als der Abtswinder Kunstrasen, auf dem die Grün-Weißen seit Wochen spielen und trainieren, und andererseits, weil es Naturrasen ist. “Wir haben schon lange nicht mehr auf Naturrasen gespielt. Wir haben uns sehr gut auf das Spiel vorbereitet und einen klaren Plan. Daher wird eine Rolle spielen, in welchem Zustand der Platz ist und wie wir die Verhältnisse annehmen”, so der 53-Jährige, dessen Team sich mit einem Sieg wieder mitten ins Meisterschaftsrennen katapultieren möchte. Die Qualität dazu haben die Grüß-Weißen allemal.

Alexander Rausch